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Allegorie

Allegorie griechisch allegorein, bildlicher Ausdruck, anders, bildlich reden, Sinn-Bild, bildhaft belebte Darstellung eines abstrakten Begriffs.

Goethe unterschied noch sehr streng zwischen Allegorie und Symbol und notierte in "Maximen und Reflexionen": "Die Allegorie verwandelt die Erscheinung in einen Begriff, den Begriff in ein Bild, doch so, dass der Begriff im Bilde immer noch begrenzt und vollständig zu halten und zu haben und andemselben auszusprechen sei." Aus der Bildenden Kunst sei an Dürers Kupferstiche "Melancolia" oder an Pieter Bruegels "Schlaraffenland"" erinnert. Die Symbolik verwandelt nach Goethe dagegen "die Erscheinung in Idee, die Idee in ein Bild, und so, dass die Idee im Bild immer unendlich wirksam und unerreichbar bleibt und, selbst in allen Sprachen ausgesprochen, doch unaussprechlich bliebe."


 

Albrecht Dürer: Melancolia
Albrecht Dürer: Melancolia I, Kupferstich um 1514

Weltumspannende Symbole sind beispielsweise das Kreuz, die Taube oder das V-Zeichen von Mittel- und Zeigefinger, ein Symbol, das Zuversicht und Siegesgewissheit vermitteln soll.

 

Allegorien stellen unter anderem auch die Personifizierung der "Gerechtigkeit" als einer Frau mit verbundenen Augen und der Waage in der Hand dar, sind die bildlich-sprachlichen Wendungen vom "Staat" als einem Schiff oder die "Ehe" als Hafen.

Pieter Bruegel: Schlaraffenland
Pieter Bruegel: Schlaraffenland, um 1560

"Werden mehrere Metaphern zu einer einheitlichen Vorstellung verknüpft oder wird eine einzelne Metapher derart entfaltet, dass sich ein mehrgliedriges Bild, eine komplexe Gedankenfigur ergibt, so entsteht eine Allegorie. Auch sie gehört zu den bedeutendsten Mitteln rhetorischer Wirkung und vermag selbst differenzierte Gedanken oder Tatbestände einleuchtend zu machen. Gerade in Vorträgen oder Gesprächen wird man sie häufig finden, die nach haltbaren Formen verlangen, weil der Fluss der Rede nicht angehalten werden kann und auch die Erinnerung sich oft einzig auf das Gedächtnis verlassen muss."

(Gert Ueding: Rhetorik des Schreibens.)

 

Goethes Ballade "Erlkönig" (1882) lässt sich ebenso als Allegorie des Todes deuten wie Franz Schuberts Lied und Streichquartett "Der Tod und das Mädchen".

Hörbeispiele:

 

Johann Wolfgang von Goethe: Der Erlkönig (mp3)

 

Franz Schubert: Der Tod und das Mädchen (mp3)

Lied D 531 .

Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Pfeiffer.

 

Franz Schubert: Der Tod und das Mädchen (mp3)

Streichquartett D 810, Allegro.

Mit freundlicher Genehmigung des Stamitz-Quartetts.