Macht Fernsehen wirklich "dick, dumm, krank und traurig"?Autor: Aufenanger, Stefan |
AbstractStefan Aufenanger greift in diesem Beitrag in die aktuelle Debatte um die Wirkung von Bildschirmmedien auf Kinder und Jugendliche ein. Er bezieht sich auf eine neue Studie des Kriminologen Christian Pfeiffer, welche die radikalen Thesen Manfred Spitzers ("Fernsehen macht dick, dumm und gewalttätig") zu bestätigen scheint. Andererseits haben, so Aufenanger, zahlreiche internationale Studien nachgewiesen, dass Fernsehen wissensaneignend und lernanregend sein kann, das soziale und ökologische Engagement der Kinder fördert und sogar bei der Lebensbewältigung hilft. Dies setzt allerdings voraus, dass Eltern den Medienkonsum ihrer Kinder begleiten. Wenn diese nicht dazu in der Lage sind, müsse den Familien durch sozialpädagogische Betreuung geholfen werden. Den Kindern den Fernsehapparat zu entziehen, nützt in solchen Fällen wenig. Insgesamt plädiert Aufenanger für eine differenzierte Sichtweise des Probleme, die die sozialen Aspekte der Mediennutzung mit einbezieht. |
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Stefan Aufenanger (*1950) studierte Erziehungswissenschaft, Soziologie, Psychologie und Kunstgeschichte an der Universität Mainz mit den Abschlüssen Diplom in Pädagogik und Promotion in Soziologie. 1991 habilitierte er in Erziehungswissenschaft. Von 1975 bis 1988 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter und Hochschulassistent am Pädagogischen Institut der Universität Mainz, danach DFG-Stipendiat in Fribourg (Schweiz) und hatte Professurvertretungen in Freiburg und Mainz inne. Von 1993 bis 2004 war er Professor für Erziehungswissenschaft und Medienpädagogik am Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg. Seit 2005 ist er Professor für Medienpädagogik am pädagogischen Institut der Universität Mainz. Seine Forschungsschwerpunkte sind Medienerziehung in Kindergarten und Schule, Rezeptionsforschung, Kinder und Medien, Multimedia-Anwendungen und Medienethik.


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