Eleganz und Abgrund. Beobachtungen zu Mörikes Lyrik.Autor: von Graevenitz, Gerhart |
AbstractIn unserer schnelllebigen, fortschrittlichen Zeit, die von Moral- und Werteverfall geprägt ist, scheint nichts von Eduard Mörikes Eleganz des Intellekts mehr zeitgemäß zu sein. Gerhart von Graevenitz beschreibt Mörike als eine Winkelexistenz der allerleisesten Töne, die trotz aller Diskretion und Verschwiegenheit auch Kritik und Abgründiges an den Tag legte. Mörikes Dichtungen seien geprägt von einer mühelosen Eleganz und dem Ideal intellektueller und ästhetischer Urbanität, mit der sich der Dichter von seinen schwäbischen Standesgenossen abhob. Die Grundlage von Mörikes Werk, so Graevenitz, beruht auf der Regelhaftigkeit der Antike und ihrer heutzutage antiquierten Höflichkeit. Mörikes schwäbische Ehrbarkeit und die ästhetischen Tugenden seiner Dichtungen sollten uns daran erinnern, dass unsere Manieren zusammen mit der literarischen Bildung verloren zu gehen drohen. |
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Prof. Dr. phil., geb. 1944, Studium der Fächer Germanistik, Anglistik und Kunstgeschichte. Seit 1988 Professor für Neuere Deutsch Literatur und allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Seit April 2000 Rektor der Universität Konstanz. Mitherausgeber der Deutschen Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Herausgeber im Auftrag des SFB 511 der Reihe "Literatur und Anthropologie". 


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