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Belfast

Friedensmauer Belfast

Ein Abstecher von Dublin nach Belfast zeigte den Studierenden hautnah die Virulenz des sogenannten Nordirland-Konflikts und die Hartnäckigkeit dieser politisch-sozialen Auseinandersetzung mitten in Europa. Bei der Erläuterung des Konfliktes folgen wir den Ausführungen auf wikipedia:

 

Graffiti: Conor Murphy (Sinn Fein)
Pro und contra IRA
Hass auf George W. Bush

 

Der Nordirlandkonflikt (engl. The Troubles) beherrschte die nordirische Politik der Jahre 1969-1998. Obwohl sich in diesem Konflikt mehr oder weniger zwei verschiedene Konfessionen gegenüberstehen, hat der Konflikt keinen religiösen Hintergrund. Der Grund für den Nordirland-Konflikt ist der Kampf der irischen Bevölkerung um die Unabhängigkeit von Großbritannien.

 

Obwohl die Zahl der aktiv Beteiligten am Nordirlandkonflikt klein ist und die paramilitärischen Organisationen, welche für sich in Anspruch nahmen die Bevölkerung zu vertreten in der Regel nicht represäntativ sind, berührte der Konflikt täglich die Leben der meisten Menschen in Nordirland und breitete sich gelegentlich bis Großbritannien oder die Republik Irland aus. Fast viertausend Menschen, größtenteils Zivilisten, starben in Folge der Gewalt. Heute sind die politischen und sozialen Einstellungen vieler Menschen durch den Konflikt geprägt.

 

 

 

 

Vorgeschichte

 

Unter Heinrich VIII. bekommt das katholische Irland einen protestantischen Herrscher, der eine Staatskirche einführt.

 

Jakob I. siedelt etwa ein halbes Jahrhundert später (1609) gezielt Schotten und Engländer in Irland an. In der englischsprachigen Öffentlichkeit spricht man von Ulster Plantation.

 

Wiederum 80 Jahre später, 1690, besiegt das Heer Wilhelms von Oranien ein irisch-katholisches Heer in der Schlacht am Boyne. Dem Sieg in dieser Schlacht wird immer noch alljährlich durch die Märsche des Oranier-Ordens gedacht, die immer wieder zu heftigen Unruhen führen. Im Oranier-Orden schlossen sich 1795 die Protestanten Nordirlands zusammen.

 

1845 kommt es in ganz Irland infolge der Kartoffelfäule zur Großen Hungersnot (engl. Great Famine). Ein Drittel der Bevölkerung stirbt oder wandert aus. Irland fühlt sich von England im Stich gelassen.

 

Sechzig Jahre später, 1905, kommt es zur Gründung der Sinn Fein (SF), die Irland von England lösen will.

 

1916 - während des Ersten Weltkrieges - kommt es zum Osteraufstand (bei dem erstmals die Irish Republican Army (IRA) auftritt) der Iren gegen die englischen Herrscher, und darauf zu einem Bürgerkrieg. Er führt 1921 zur Teilung Irlands in die unabhängige Republik Irland und Nordirland, welches zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland gehört. Nordirland hat circa 1,7 Millionen Einwohner von denen 40% katholisch, 20% presbyterianisch und 15% Mitglieder der Anglikanischen Kirche sind (Zahlen 2001).

 

IRA-Gedenkstätte

Die Enttäuschung bei der katholischen Bevölkerung in Nordirland ist groß, die Diskriminierung der Katholiken dort verstärkt sich.

 

Die einen verstehen sich nun als pro-britische Unionisten; sie sind meist Protestanten. Die anderen sehen sich als pro-irische Nationalisten oder Republikaner; sie sind meist Katholiken.

 

"Himmelfahrt" eines IRA-Kriegers

Die Unruhen

 

Besonders in Belfast leben viele Katholiken in Arbeitervierteln mit hoher Arbeitslosigkeit, auch bei Jugendlichen. Es kommt zu bürgerkriegsähnliche Unruhen, zum Niederbrennen ganzer Straßenzüge und zur Vertreibung vieler Menschen aus ihren Häusern. Ghettos entstehen, in denen fast nur Protestanten oder nur Katholiken leben. Die Polizei wird der Situation nicht mehr Herr, die Armee wird gerufen (z.B. im Konflikt um die Holy Cross-Grundschule). Schulen haben entweder protestantische oder katholische Schüler. Das britische Mehrheitswahlrecht und die Wahlkreisziehung begünstigt unionistische gegenüber republikanischen Kandidaten. Häufige Kontrollen, Hausdurchsuchungen und die Politik der Internierung verdächtiger Menschen schüren die Gewalt. Geld für die Untergrundarmee IRA kommt aus den Vereinigten Staaten, wo viele Irischstämmige leben. Der wirtschaftliche Niedergang (weniger Auslandsinvestitionen, Emigration) verstärkt sich, führt erneut zu höherer Arbeitslosigkeit. Bis zu 4.000 Tote sind zu beklagen.

 

 

Solidarität mit Palästina

Die Verhandlungen

 

Die Vertreter von SF und SDLP ringen nun mit UUP und DUP um eine Lösung in Nordirland. Langjährige Verhandlungen müssen die legitimen Interessen der Unionisten wie der Republikaner berücksichtigen; die Republik Irland und England stecken ihr Territorium ab. London fordert Dublin auf, vom Verfassungsziel einer Wiedervereinigung Irlands abzugehen. Mit dem Karfreitagsabkommen wird dies erreicht; Englands Zugeständnis ist eine Reform der Polizei und eine stärkere Beteiligung der SF an der Verwaltung Nordirlands. Volksabstimmungen zeigen, daß die Bevölkerung der Gewalt müde ist; das Leben in Nordirland beginnt sich zu normalisieren. Am 28. Juli 2005 erklärte die IRA den bewaffneten Kampf für beendet.

 

 

 

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