Bildgestaltung und Bildaufbau
Wenn man etwas gestaltet, verfolgt man meist ein bestimmtes Ziel. Im Falle von Fotos sollen sie eine bestimmte Aussage transportieren, eine Botschaft. Urlaubsbilder können sagen "seht, ich war dort" oder auch "seht, wie schön es war". Werbebilder sagen "so schön, lebensfroh, erfolgreich, gesund...kannst du werden, wenn du dieses Produkt kaufst". Künstlerische Fotos zielen auf den "anderen" Blick auf die Welt ab, eröffnen ungewöhnliche Perspektiven und Einsichten. Um solche Botschaften zu formulieren hilft die passende Formatwahl, die Einbeziehung von Linien und Pespektiven, sowie eine gekonnte Bildaufteilung.
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Formatwahl
Am häufigsten ist das Querformat, so fotografieren wir meistens und es kommt unserem Blickwinkel (auch ohne Kamera) am nächsten. Für den Betracher ist es eine gewohnte Sichtweise, daher fühlt er sich darin "zu Hause" und kann diese Vertrautheit zum "Lesen" im Bild nutzen.
Anders das Hochformat, es gilt als geeignet Größe, Stärke und Macht durch seine Höhe zu vermitteln. Der Junge auf dem Foto oben nutzt beispielsweise dieses Gestaltungsmittel.
Das quadratische Format gilt als das ruhigste Format, da es keine Seite betont.
Bildaufteilung
Die Bildaufteilung meint die Anordnung von Gegenständen oder Personen im Bild. Spontan wählt der Hobbyfotograf die Mitte. Dies gilt nicht als der Weisheit letzter Schluss.
Spannender und spannungsreicher sind Bildaufteilungen, bei denen Gegenstände nicht symmetrisch im Bild angeordnet werden. "Bauen Sie Bilder vom Rand her auf", lautet der Tipp des Profis.
Linien
Ein perspektivischer Eindruck auf einer Aufnahme entsteht durch das Zusammenlaufen paralleler Linien. Dadurch verkleinern und verkürzen sich Gegenstände mit zunehmender Raumtiefe. Ein Zaun, eine Baumreihe, ein ausgestreckter Arm können dem Bild Dynamik geben.
Ganz andere Linien ergeben sich durch die bewusste Anordnung von Gegenständen oder Körperhaltungen bei Personen. Wolfgang Peter, Fotograf in Baden-Baden, beschreibt die Wirkung von Diagonale, Schräge und Co.
Die Perspektive
Achten Sie auf den Vordergrund, er gibt dem Bild "Tiefenwirkung". Dies ist aber nicht der einzige Punkt, den es zu beachten gilt. Wer von oben fotografiert - Vogelperspektive - macht den Gegenstand oder die Person kleiner, drückt Macht und Überlegenheit oder auch eine besseren Überblick aus. Wer von unten fotografiert - Froschperspektive - macht den fotografierten Gegenstand oder die Person größer, mächtiger, drückt möglicherweise Unterlegenheit oder sogar Angst aus. Politiker lassen sich übrigens besonders gerne so fotografieren. Die frontale Perspektive beschreibt die Situation "auf Augenhöhe", das heißt Fotograf und Gegenstand oder Person treten sich "gleichberechtigt" gegenüber.
Die Veränderung des eigenen Standpunktes ermöglicht mitunter ungewöhnliche Fotos, aus ungewöhnlichen Perspektiven, deshalb ruhig mal in die Knie gehen oder auf einen Stuhl, einen Turm oder ähnliches steigen.
Von links nach rechts: Vogel-, Frontal- und Froschperspektive
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Passende Literatur
Christoph Hamann:
Das Foto und sein Betrachter
Jürgen Fiege:
Bildgestaltung, Bildsprache: Komposition












