Zwischen Inszenierung und Information
Von 2. bis 4. März 2006 hat der 10. Bundeskongress für politische Bildung zahlreiche Expertinnen und Interessierte aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung nach Mainz gelockt. "Zwischen Inszenierung und Information. Medien - Demokratie - Bildung" war der Titel der Veranstaltung, die verschiedene Aspekte unserer Mediengesellschaft aufgegriffen hat. Der Kongress ist auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung ausführlich dokumentiert. Dieses Angebot erweitern wir um einige Originaltöne, die wir zu folgenden Themenbereichen aus Mainz für Sie mitgebracht haben:
Computerspiele
Können Videospiele zu Tränen rühren? Entwicklung und Ansprache der interaktiven Unterhaltungsindustrie
Frank Hermann gewährt Einblicke in die Entstehung von Computerspielen. Von der ersten Idee bis zur Präsentation in der Presse und auf Messen ist es ein langwieriger Prozess. Einzelne Phasen des Entwicklungsprozesses verdeutlicht er am Beispiel des Computerspiels "Sims".
Frank Hermann leitet das deutsche Marketingteam des Computerspieleherstellers Electronic Arts.
Landschaft der Computerspiele
Was sind gute oder schlechte Computerspiele? Stimmen die Thesen von Manfred Spitzer oder Christian Pfeiffer, dass Computerspiele dick, dumm und traurig machen? Diese Fragen der Zuhörer zu seinem Vortrag beantwortet Professor Jürgen Fritz.
Jürgen Fritz ist Professor für Spiel- und Interaktionspädagogik sowie komplexer Kommunikation an der Fachhochschule Köln.
Die Medienwelt von morgen - zur Zukunft der Computerspiele
Prof. Ulrich Weinberg skizziert den Übergang von den analogen zu den digitalen Medien. Dabei sieht er die Computerspiele als Wegbereiter innerhalb dieser Entwicklung. Er stellt an Hand einiger praktischer Beispiele dar, wie Computerspiele die Medienentwicklung beeinflusst haben. Und auch für die Zukunft prognostiziert er "Computerspiele als Paradigmen für die Medienwelt von morgen."
Ulrich Weinberg ist Professor für Computeranimation und Computergrafik an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam/Babelsberg.
Computerspiele in der Diskussion
In der anschießenden Diskussion gehen die Referenten noch mal konkret auf Fragen des Publikums ein. Unter anderem wird den Einfluss von Computerspielen auf Politik und Gesellschaft, die Bildung von demokratischen Strukturen innerhalb von Spiel-Communities und die Bedeutung von Medienkompetenz angesprochen.
Wissen ist Macht - wer verfügt über das im Internet vermittelte Wissen?
Wer regiert im Internet?
Wer regiert im Internet? Diese Frage lässt sich für Jeanette Hofmann leicht beantworten: Niemand. Ob eine Regulierung des Internets sinnvoll wäre, ist dagegen schwieriger einzuschätzen. Sie legt dar, welche Gründe für und gegen eine Regulierung sprechen.
Ein kurzer Ausschnitt (mp3, 2,1 MB)
Der ganze Vortrag (mp3, 19 MB)
Jeanette Hofmann ist Politikwissenschaftlerin und arbeitet am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin.
Freie Software - freie Inhalte
Die freie Enzyklopädie Wikipedia hat in ihrem fünfjährigen Bestehen eine rasante Entwicklung erfahren, sowohl was die Größe als auch was die Beliebtheit des Nachschlagewerks im Internet betrifft. Erik Möller berichtet über das "Phänomen Wikipedia", an dessen Entwicklung sich zahlreiche Menschen auf der ganzen Welt in freiwilliger Arbeit beteiligen.
Ein kurzer Ausschnitt (mp3, 2,5 MB)
Der ganze Vortrag (mp3, 22 MB)
Erik Möller ist freier Journalist, Unternehmer und Software-Entwickler. Seit 2001 ist er Mitarbeiter des Wikipedia-Projekts und dabei auch an der Entwicklung der zugrundeliegenden Software beteiligt.
Die Grenzen freier Inhalte
Bernd Kreissig ist Geschäftsführer beim Brockhaus-Verlag und stellt 13 Thesen zu den Grenzen freier Inhalte auf. Darin äußert er unter anderem Bedenken, die weitgehende Verlagerung geistiger Arbeit auf "freie", unbezahlte Modelle, könne negative gesellschaftliche Konsequenzen haben.
Ein kurzer Ausschnitt (mp3, 1,3 MB)
Der ganze Vortrag (mp3, 18 MB)
Bernd Kreissig ist Theologe und seit 2001 Geschäftsführer der Brockhaus Duden Neue Medien GmbH.
Literaturtipps:
Geistiges Eigentum
Robert A. Gehring:
Digital Rights Management
Rainer Kuhlen:
Wem gehört die Information im 21. Jahrhundert?
Rainer Kuhlen/Jochen Brüning:
Creativ Commons (CC)
Erik Möller:
Die Befreiung des Codes.
Jeanette Hofmann:
"Weisheit, Wahrheit und Witz". Über die Personalisierung eines Allgemeinguts.
Jeanette Hofmann:
Das "Digitale Dilemma" und der Schutz des geistigen Eigentums.
Literaturtipps: Computerspiele
Matthias Horx:
Das Computerspiel World of Warcraft und sein pädagogischer Nutzen
Thomas Feibel:
Killerspiele im Kinderzimmer. Zwischen Faszination und Wirkung
Jürgen Fritz:
Computerspiele
Waldemar Vogelgesang:
LAN-Partys: Jugendkulturelle Erlebnisräume zwischen Off- und Online
Wolfgang Fehr/Jürgen Fritz:
Virtuelle Gewalt: Modell oder Spiegel? Computerspiele aus Sicht der Medienwirkungsforschung
Heike Esser/Tanja Witting:
Nicht nur das Wirkende bestimmt die Wirkung
noch mehr Literatur














