Communities
Mindestens genauso beliebt wie Chats sind bei Jugendlichen so genannte Communities im Netz. Das sind soziale Netzwerke, in denen sich jeder in Text und Bild vorstellt. Über diese Netzwerke können Jugendliche mit Freunden oder auch Unbekannten kommunizieren. Beispiele für solche Communities sind SchülerVZ oder StudiVZ, myspace, twitter, knuddels (in Baden-Württemberg sehr beliebt) oder kwick (ebenfalls aus Ba-Wü). Die letzten beiden sind mit anderen Diensten wie Chats gekoppelt.
Die Erfahrung zeigt, dass gerade Jugendliche in solchen Communities arglos und unbedacht sehr persönliche Informationen über sich preis geben. Die Communities leben geradezu von der Lust Jugendlicher zur Selbstdarstellung. So finden die Fotos, als man auf der letzten Party betrunken war oder im knappsten Bikini am Strand, ohne Nachdenken den Weg ins Netz. Alle können sich diese Fotos anschauen, sie herunterladen und im Zweifel bearbeiten und weiter reichen.
Es sei denn, der oder die jugendliche User/in ist clever und nutzt die Datenschutz-Möglichkeiten, die die meisten Communities inzwischen bieten. Das kann auch für die Zukunft entscheidend sein. 2007 gab bereits ein Drittel aller großen Firmen an, Bewerber/innen auch im Internet zu checken. Unbedachte Äußerungen an Pinnwänden (der Communities) und peinliche Fotos können da durchaus die Zukunft verbauen.
Anregungen für den Unterricht
Um das Thema "Selbstdarstellung in Communities" zu behandeln, bietet es sich an, von der Praxis und den Erfahrungen der Jugendlichen selbst auszugehen.
MediaCulture-Online hat eine Unterrichtseinheit dazu in einer 7. Klasse (Gymnasium) erprobt.
Arbeitspapier zur Unterrichtseinheit
Tipps zur Nutzung von Communities (allgemein)
Tipps von Schüler/innen des Gymnasiums Plochingen
Was Schüler/innen von Communities halten
Eine andere Variante wäre, dass alle Schüler/innen oder Gruppenmitglieder ihr eigenes Profil (Startseite) bei einer Community ausdrucken. Die Ausdrucke werden alle an eine Wand geheftet und im Plenum wird darüber diskutiert, was an den Profilen jeweils auffällt, welche Angaben sinnvoll, welche vielleicht weniger geeignet sind. Darüber hinaus kann man thematisieren
Welche Fotos sind sichtbar?
Welche Angaben machen die Jugendlichen über sich selbst?
Wie sind Fotos und Angaben zu beurteilen? Sind Risiken damit verbunden? Wenn ja, welche?
Überlegen Sie gemeinsam, was man bedenkenlos über sich selbst ins Netz stellen kann.
Weitere Möglichkeiten ergeben sich mit folgenden Arbeitspapieren:
Arbeitspapier von klicksafe: Steckbrief online.
Arbeitspapier von MediaCulture-Online: Selbstdarstellung in Communities.
Klicksafe hat im Rahmen des Lehrerhandbuchs ein Zusatzmodul mit Unterrichtsmaterialen herausgegeben:
Social Communities. Ein Leben im Verzeichnis
Verhalten in Communities
| Mögliche Probleme | Was kann man tun? |
| Preisgabe aller - auch intimer - Daten über die eigene Person. | Selbstdarstellung sehr sorgfältig abwägen. |
| Fotos veröffentlichen, die einem später vielleicht peinlich sind. | Mit Fotos sparsam und sorgfältig umgehen. |
| Unbekannte spähen das Profil aus. | Möglichkeiten der "Privatsphäre" nutzen: nur Bekannte dürfen das Profil vollständig sehen. |
| Unerwünschte Kontakte mit Unbekannten. | Von Kommunikation ausschließen. |
| Sexuelle Belästigung durch Fotos, Filme, Nachrichten etc. | Von Kommunikation ausschließen. |
| Einladung zu realen Treffen mit Unbekannten. | Keine Treffs mit Unbekannten und wenn dann nur in Begleitung. |
| Zahlreiche Werbebanner. | Erst darüber nachdenken, was man will/braucht, dann klicken. |
Wir haben die wichtigsten Tipps für das Verhalten in Communities auf einer Seite zusammengestellt.
Weiter zu:
Unterrichtsmaterialien

Die Initiative "Klicksafe" hat einen ganzen Reader mit Arbeitsmaterialen herausgegeben: "Knowhow für junge User. Mehr Sicherheit im Umgang mit dem World Wide Web". Passend zum Thema "Communities" finden Sie hier das Kapitel "Wie wir uns präsentieren: Selbstdarstellung im Netz" zum Download. (als PDF.)
Im Rahmen des Lehrerhandbuchs hat klicksafe außerdem ein Zusatzmodul "Social Communities. Ein Leben im Verzeichnis" veröffentlicht.
Literaturtipps: Web 2.0
Andreas Poller:
Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen
Christoph Busch:
Rechtsradikale im Web 2.0
Norbert Neuß:
Web 2.0 - Mögliche Gewinner und medienpädagogische Herausforderungen
Elizabeth Anna Prommer/ Arne Brücks/ Julia Mehnert/ Heino Neumann/ Andy Räder/ Franziska Roßland:
Forschungsbericht: "Real life extension" in Web-basierten sozialen Netzwerken







