Cyber-Mobbing
Immer öfter kommt es vor, dass sich Menschen von Veröffentlichungen über ihre Person im Internet oder auf dem Handy verletzt, verunglimpft, bloßgestellt, bedroht oder gedemütigt fühlen. Aus dem Englischen stammt dafür der Begriff "Cyber-Mobbing" oder "Cyber-Bullying". Besonders betroffen sind junge Menschen, insbesondere Schülerinnen und Schüler. Kein Wunder - ist für diese Altersgruppe das "Leben im Netz" längst eine Selbstverständlichkeit.
Untersuchungen zeigen: Cyber-Mobbing ist verbreitet
Hierzulande dringt das Problem erst allmählich ins öffentliche Bewusstsein, während im angelsächsischen Raum bereits Untersuchungen und Programme durchgeführt werden und wurden. Doch allmählich befasst sich auch die Forschung in Deutschland mit dem Phänomen. Das Zentrum für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau hat beispielsweise 2007 sowie 2009 Befragungen unter Jugendlichen durchgeführt. Die Ergebnisse sind deutlich: 16,5 Prozent der Befragten gaben an, bereits von Cyber-Mobbing betroffen gewesen zu sein. Hauptmedium für Cyber-Mobbing sind Chatrooms. Die Studien zum Download.
Cyber-Mobbing findet mit Handys statt, in Social Communities, mit Hilfe von Instant Messengern oder auf Videoplattformen wie youtube. Wie beim realen Mobbing auch, kann das Cyber-Mobbing eine ernstzunehmende psychische und körperliche Belastung verursachen. Identitäts- und Selbstwertkrisen, Erschöpfungs- und Angstzustände und ein anhaltend depressives oder ängstliches Lebensgefühl können die Folge sein, ebenso wie zahlreiche psychosomatische Beschwerden.
Was tun?
Alle Betreiber von Plattformen haben inzwischen Beschwerde-Systeme eingerichtet. Nach geltendem Recht sowie einem Urteil des Bundesgerichtshofes müssen Betreiber von Internetforen beleidigende Beiträge nach Aufforderung entfernen.
Unzweifelhaft ist auch, dass das heimliche Filmen von Lehrer/innen eine Persönlichkeitsrechtsverletzung dar. Dagegen kann man strafrechtlich vorgehen. In den meisten Schulen ist der Gebrauch des Handys auf dem Schulgelände und insbesondere im Unterricht inzwischen per Schulordnung verboten.
Was Sie selbst tun können:
- nach sich selbst googeln, um zu sehen, ob und gegebenenfalls was über einen selbst im Internet veröffentlicht ist,
- Beweismaterial sichern,
- Entfernung entsprechender Videos verlangen - zunächst beim Täter selbst, aber auch beim Betreiber der Internetplattform
- Polizei einschalten.
Wichtig sind auch in diesem Zusammenhang verbindliche Regeln innerhalb der Schule zum Umgang mit Internet und Handy. Für Erwachsene wie Jugendliche ist es unerlässlich, mit den eigenen Daten vorsichtig umzugehen und sie nicht leichtfertig an andere weiter zu geben.
Material
Klicksafe-Modul "Was tun bei Cyber-Mobbing?" vom Dezember 2009
Material zum szenischen Kurzfilm "Gemeinsam allein"
Unterrichtsmodul "Cyber-Mobbing" auf Sesam
Informationen zum Thema bei lizzynet
Stop Cyber-Bullying - eine englischsprachige Website erklärt, was Cyber-Bullying ist und was man dagegen auch pädagogisch tun kann.
Weiter zu:

Die Initiative "Klicksafe" hat einen ganzen Reader mit Arbeitsmaterialen herausgegeben: "Knowhow für junge User. Mehr Sicherheit im Umgang mit dem World Wide Web". Zum Thema "Mobbing" finden Sie im Kapitel "Wie wir uns präsentieren: Selbstdarstellung im Netz" Informationen und Arbeitsmaterialen zum Download. (als PDF.)
Die Materialien berücksichtigen auch das Thema Lehrer-Beurteilungen zum Beispiel auf spickmich.de. Arbeitspapiere und Informationen.







