Die Kamera
Hier geht es um digitale Kameras, die in verschiedenen Ausführungen und in Discount-Läden zum Teil schon ab 99 Euro zu haben sind. Sie funktionieren wie die herkömmlichen Sucher- oder Spiegelreflexkameras. Allerdings ist ihr Speichermedium kein Film, sondern ein Chip.
Auf einem Extra-Display kann man das Bild so sehen, wie man es fotografieren wird. Viele halten deshalb die Kamera schon lange nicht mehr ans Auge, um durch den Sucher den Ausschnitt zu bestimmen, sondern wählen anhand des Displays den Bildausschnitt aus. Die Stromversorgung erfolgt über Batterien oder Akkus, hier ist es lohnend ein paar Vorüberlegungen vor dem Kauf anzustellen.
Die meisten digitalen Kameras sind mit einem Zoom-Objektiv ausgestattet, mit dem Tele- oder Weitwinkel-Aufnahmen gemacht werden können. Die Brennweite (in Milimetern angegeben) ist variabel. Je kürzer die Brennweite (Abstand zwischen Objektiv und Speichermedium), desto mehr kommt auf das Bild. Je länger die Brennweite, desto größer werden auch entfernte Objekte abgebildet (heranzoomen).
Der Chip
Der Chip in der Kamera ist ähnlich strukturiert wie später das digitale Foto. Das Foto besteht aus in Spalten und Reihen angeordneten Punkten, sogenannten Pixeln. Die Menge an Pixeln, die für die Aufzeichnung eines Bildes zur Verfügung stehen, ist ein wichtiges Qualitätskriterium. Der Chip ist aus einem gleichmäßigen Raster von vielen einzelnen lichtempfindlichen Zellen aufgebaut. Diese Zellen fangen beim Fotografieren sozusagen das Licht ein. Inzwischen hat die Zahl dieser Fotozellen die Millionengrenze weit überschritten, die Angaben bei den Kameras in Megapixeln geben an, wieviele dieser Fotozellen auf den Chips vorhanden sind: 1,2, 3 Megapixel (rund 3 Millionen Pixel / 1512*2048) oder gar 6 Megapixel.
Wieviel Pixel?
Man sollte keinesfalls unter einer gewissen Mindestgrenze einsteigen, dennoch bleibt noch ein breites Spektrum an Kameras mit unterschiedlichen Auflösungen, die in Frage kommen.
Sollen die Bilder ausschließlich für die Präsentation im Web dienen, so muss die Auflösung freilich nicht so hoch sein, wie wenn man die Bilder auf einem Fotodrucker ausdruckt oder ausbelichten lassen will.
Aber wer glaubt, die Kamera wirklich ausschließlich fürs Web zu benutzen, der irrt vermutlich - denn digital Fotografieren macht (meiner Meinung nach) süchtig! Voraussetzung dafür ist freilich eine Kamera, mit der es auch Spaß macht zu arbeiten, was bei ganz einfachen/billigen meines Erachtens kaum der Fall sein wird.
Also unter einer Auflösung von 1024x768 sollte man heute nicht mehr "einsteigen". Die Bilder sind dann auch schon für eine vollformatige Präsentation am Bildschirm geeignet und fürs Web kann man die Auflösung ja herunterrechnen lassen.
Will man die Bilder ausdrucken oder ausbelichten lassen, so kann man folgendes als Richtwerte nehmen:
| Auflösung der Kamera | Pixel (gerundet) | Geeignete Größe für Ausdruck |
| 640x480 | 300.000 | für "Fotos" ungeeignet |
| 800x600 | 480.000 | < 9x13cm |
| 1024x768 | 800.000 | bis 9x13cm |
| 1280x1024 | 1,3 Megapixel | 9x13cm bis 10x15cm |
| 1600x1200 | 2 Megapixel | 10x15cm bis 13x18cm |
| 2048x1536 | 3 Megapixel | 13x18cm bis 20x30cm |
| >=2240x1680 | 4-6 Megapixel | 20x30cm und größer |
Diese Werte stellen aber keinesfalls eine Ober- oder Untergrenze dar!
Auch mit einer 2 Megapixel-Kamera sind schon gute Ausdrucke mit 20x30cm möglich, auch wenn man dann vielleicht nicht ganz so kritisch hinsehen darf.
Wenn man die Bilder später in guter Qualität ausdrucken möchte, ist eine unkomprimierte Aufnahme ideal, falls dies mit der Kamera machbar ist und genügend Speicherplatz vorhanden ist. Aufnahmen für Einbindung ins Web können dagegen z.B. bei mittlerer Kompression gemacht werden, da hier die Qualitätsansprüche nicht so hoch sind und meist auch eine kleine Dateigröße für kurze Ladezeiten erwünscht ist.
Die Hinweise zu den Pixeln hat uns Rainer Emling zur Verfügung gestellt. Mehr zu diesem Thema finden Sie bei: dard
Zoom?
Die meisten der aktuellen Digitalkameras (der gehobenen Preisklasse) haben ein Zoomobjektiv (optischer Zoom), meist mit 2- oder 3-fach Zoom.
Desweiteren bieten manche Kameras auch einen digitalen Zoom an, hierbei handelt es sich allerdings nicht um einen wirklichen Zoom, sondern nur um eine Ausschnittsvergrößerung des Bildes. Die Qualität von digital gezoomten Bildern läßt meist sehr zu wünschen übrig. Es ist zu empfehlen, den digitalen Zoom der Kamera nicht zu benutzen und stattdessden die gewünschte Vergrößerung später mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm vorzunehmen. Eine Vergrößerung von Digitalbildern ist zwar immer etwas kritisch und verschlechtert (wegen der real nicht vorhandenen Bildinformationen, die "hinzuerfunden" werden müssen) grundsätzlich die Bildqualität, aber die Algorithmen der Programme arbeiten zumeist doch noch etwas besser als die entsprechende Funktion der Kamera.
Man sollte sich daher bei Werbeprospekten nicht in die Irre führen lassen, denn oft werden hier der optische Zoom und der digitale Zoom zusammengerechnet um einen möglichst großen, werbewirksamen Wert zu erreichen. Nur der optische Zoom zählt!
Die Hinweise zum Zoom hat uns Rainer Emling zur Verfügung gestellt. Mehr zu diesem Thema finden Sie bei: dard
Vorteile einer Digital-Kamera
- Bilder sind sofort verfügbar, damit ist eine unmittelbare Kontrolle der Bildqualität möglich.
- Bilder können sofort wieder gelöscht oder nochmal gemacht werden.
- Durch diese unmittelbare Beeinflussbarkeit ist eine Förderung der zielorientierten Bildgestaltung vor Ort möglich.
- Kamera ist leicht handhabbar, nach kurzer Einführung oder kurzem Studium der Gebrauchsanleitung.
- Die Bilder sind direkt zur Weiterverarbeitung in den Rechner überspielbar, dadurch entstehen weniger Kosten für Entwicklung und Abzüge.
- Kameras sind inzwischen relativ günstig zu haben.
- Sie liefern eine so gute Bildqualität, so dass auch die Ausgabe eines Papierabzugs (10 x 15) möglich ist. Die Daten können via Internet direkt an den Fotodienst geschickt werden.
- Für die fotopädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ergibt sich die Chance, durch die einfach handhabbare Technik mehr Augenmerk auf Themen wie Bildgestaltung und Bildsprache sowie eventuell auf die Nachbearbeitung zu richten.
Mehr Infos: Digicam nach Maß - Kriterien zur Auswahl der passenden Digitalkamera - Tipps von heise.
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