Die Moderation

- Bild: Radio Bremen
Moderieren heißt gestalten. Moderiert wird z.B als Überleitung von einem Musikstück zum nächsten, als Einleitung in eine Diskussionsrunde oder für einen Bericht, ein Interview etc. Wie das Programm beim Hörer ankommt, hängt oft von der Moderation ab. Kein Bereich - neben der Musik - beim Radio ist so profilbildend wie die Moderation. Viele Sender suchen deshalb nach Identifikationsfiguren, die immer die gleiche Sendung moderieren, sogenannte "Anchormen" oder "Anchorwomen". Die Moderation im Radio muss heutzutage kurz und prägnant sein. Keine langen Erklärungen, keine umfassenden Informationen, vielmehr ist Kürze und Witz gefragt. Einige Sender verschaffen sich auch ein Profil durch besonders comic-artige Moderationen.
Bei der Moderation gilt:
- Nur etwas sagen, wenn man/frau etwas zu sagen hat.
- Lieber kurz fassen, als lange "labern".
- Klare, kurze Sätze formulieren.
- An den Hörer/die Hörerin denken: versteht er/sie, was ich sagen will?
- Moderationen müssen vorbereitet werden. Informationen zum Thema besorgen; Texte vorformulieren, dann aber nicht ablesen, sondern frei sprechen.
- Sendelaufpläne durchgehen und alles bereitlegen, was man braucht. Heute kann es sein, dass dies nur noch ein Blatt Papier und ein Kugelschreiber ist, denn die Beiträge für die Sendungen werden von Computern aus angesteuert. Während man früher die Musik-CDs noch mit ins Studio genommen hat, kommt heute die Musik meist von einem Server, der direkt aus dem Studio ansteuerbar ist. Selbst einige Schülerradios arbeiten bereits so.
- In jede CD/jedes Musikstück vorher hineinhören. Berichte, O-Töne etc. unbedingt ebenfalls vorher anhören. Der Moderator muss wissen, was als nächstes gesendet oder abgespielt wird;
- Normal bleiben: nicht schneller oder langsamer reden als sonst. Man sollte versuchen so zu moderieren als erzähle man die tollen, spannenden, interessanten Dinge, seinem besten Freund oder seiner besten Freundin: freundlich, interessiert, wach. Wer beim Moderieren lächelt, klingt gleich viel freundlicher.
"Der ideale Moderator ist ein Übermensch, heißt es. Er ist ein Profi, der zudem noch die Eigenschaft besitzen muss, dass man es ihm nicht anmerkt, sondern ihn als vertrauten, klugen Freund empfindet. Das bedeutet: Den idealen Moderator gibt es allenfalls annäherungsweise: Er soll entspannt, aber nicht lässig wirken; ruhig, aber nicht langweilig sein; überlegen, aber nicht arrogant: sprachgewandt, aber nicht manieriert." (Gerhard Schult / Axel Buchholz (Hrsg.): Fernsehjournalismus. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. München 1997, S. 208.)
Autorin: Ingrid Bounin, MediaCulture-Online
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