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Digitale Netzwerke und Web 2.0 im Alltag von Jugendlichen

Bild: hotdiggytydogs, Lizenz: cc

Das können doch nur meine Freunde sehen...

"Wäre Facebook ein Land, dann wäre es mit 300 Millionen Einwohnern das viertgrößte Land der Erde. Alle Clips des Video-Portals YouTube bringen es mittlerweile auf eine Länge von 3.500 Jahren Abspielzeit. SchülerVZ, die deutsche Community für Jugendliche, hat 5 Millionen Mitglieder." Mit diesen Worten eröffnete die Geschäftsführerin der Aktion Jugendschutz Annette Kurth die ajs-Fachtagung am 29. September in Stuttgart-Vaihingen zum Thema Nutzung digitaler Netzwerke durch Jugendliche.

 

In Communities und anderen Plattformen experimentieren Heranwachsende mit Identitätsentwürfen, erproben Freundschaften und verhandeln Werte und Ziele. Dabei geben sie viele private Daten preis, ohne über mögliche Konsequenzen nachzudenken. Doch was heißen eigentlich Privatsphäre und Datenschutz in einem öffentlichen Raum wie dem Internet? Und wie sieht ein verantwortungsvoller und kompetenter Umgang mit dem Web 2.0 aus? Die Tagung bot einen Überblick über aktuelle Mediennutzungsgewohnheiten von Jugendlichen, die sich stark von denen der Erwachsenen unterscheiden.

 

 

Das Ende der Privatsphäre?

Vanessa Diemand arbeitet am Zentrum für Kunst und Medien-technologie Karlsruhe (ZKM) im Bereich Wissenschafts-kommunikation.

In Weblogs und sozialen Netzwerken geht es neben Austausch und Vernetzung auch um die spielerische Selbstdarstellung: Man inszeniert sich selbst über Text, Bild und Video und gewährt Einblicke ins Private. Diese Preisgabe persönlicher Informationen birgt jedoch die Gefahr des Datenmissbrauchs durch andere NutzerInnen, Internet-Betreiber oder auch den Staat. Aber was gilt in einem öffentlichen Raum wie dem Internet eigentlich als Privatsphäre? In ihrem Vortrag liefert die Soziologin Vanessa Diemand griffige Definitionen der Begriffe "privat" und "öffentlich" und veranschaulicht, wie die verschobenen Grenzen im Web 2.0 einen neuen Umgang mit Privatheit erforderlich machen.

 

Das Ende der Privatsphäre (durch das Web 2.0)? (mp3, 21 MB)

 

 

 

Jugendliche im "Weltweit-Veröffentlichungsding"

Niels Brüggen forscht über jugendliche Mediennutzung am Institut für Medien-pädagogik in Forschung und Praxis (JFF) in München.

Web 2.0-Plattformen wie SchülerVZ, fotocommunity.de oder YouTube bieten Jugendlichen ein weites Experimentierfeld für die Bewältigung ihrer individuellen Entwicklungsaufgaben. Doch dieses mediale Schlaraffenland hat auch Kehrseiten. So offenbaren Heranwachsende nicht nur sorglos private, sensible Daten. Sondern sie verletzen auch oft - unabsichtlich - die Persönlichkeitsrechte Anderer, indem sie beispielsweise Fotos von Freunden hochladen, ohne diese zu fragen. Niels Brüggen bezieht sich in seinem Vortrag vor allem auf Forschungsergebnisse aktueller Studien des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis (JFF) in München.

 

Jugendliche daheim im "Weltweit-Veröffentlichungsding". Identitätsarbeit im Spannungsfeld zwischen Privatheit und neuen Öffentlichkeiten. (mp3, 17 MB)

 

Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen

Andreas Poller testet IT-Systeme auf Sicherheit am Fraunhofer-Institut für Sichere Informations-technologie (SIT) in Darmstadt.

Andreas Poller vom Fraunhofer Institut in Darmstadt setzt sich in seinem Vortrag mit dem Thema IT-Sicherheit auseinander, speziell dem Privatsphärenschutz und Datenschutz. Dabei geht er vor allem der Frage nach, worin die Gefahren für die Privatsphäre liegen. Anhand von Online-Communities wie Myspace, facebook, watchyourweb, werkenntwen oder lokalisten bespricht er die jeweiligen Vor- und Nachteile aus der Nutzerperspektive, gibt zahlreiche Tipps zur Datensicherheit und erläutert entsprechende Konfigurationen. Zum gleichen Thema finden Sie auch einen Text von Andreas Poller in unserer Bibliothek.

 

Privatsphärenschutz in Soziale-Netzwerke-Plattformen (mp3, 14 MB)

 

 

 

Tagungsdokumentation der Aktion Jugendschutz

Zusätzliche Informationen stellt die Aktion Jugendschutz (ajs) in ihrer Tagungsdokumentation zur Verfügung.