Metanavigation:


Let's talk about Porno

Fachtag zu Jugendsexualität, Internet und Pornografie

Im Internet kommen Jugendliche heute unkompliziert und praktisch unbeschränkt an Pornos heran – Pornografie, aber auch generell die zunehmende Sexualisierung unserer (Medien-) Welt beeinflusst junge Menschen in ihrer sexuellen Entwicklung. Lehrer/innen und pädagogische Fachkräfte, die das Thema in der Schule oder im Jugendzentrum aufgreifen, stehen vor vielen Fragen – inhaltlichen ebenso wie methodischen, rechtlichen oder moralischen. Der Fachtag bietet Raum für Austausch und Diskussion und stellt zudem Material für Schule und Jugendarbeit vor.


LINK direkt zur ANMELDUNG

Fachtag am 25. Mai 2011 - 10 bis 16 Uhr

am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg

Moltkestraße 64, 76057 Karlsruhe

Programm:

 

10 Uhr Begrüßung und Eröffnung
durch Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg und Klaus Pistorius, Geschäftsführer des Stadtjugendausschusses e.V. Karlsruhe


10.15 Uhr Fachvortrag »Pornografie und Jugend«
Priv. Doz. Dr. Kurt Seikowski, Dipl. Psychologe an der Universitätsklinik Leipzig und Vorsitzender der Gesellschaft für Sexualwissenschaft e.V.


11 Uhr Workshops 1. Durchgang


12.30 Uhr Mittagspause


13.30 Uhr Workshops 2. Durchgang


15 Uhr Ausklang beim After Work Café

 

Workshops

Als Teilnehmer können Sie je einen Workshop am Vormittag und einen Workshop am Nachmittag besuchen. Bitte wählen Sie bei der Anmeldung auf dem Formular aus, welche Workshops Sie besuchen möchten.

 

Workshop 1: Pornografie im Internet, ein Thema für die Schule und Jugendhilfe?

Wer das Thema Sexualität im Allgemeinen und Pornografie im Besonderen in Schule oder Jugendarbeit behandeln will, tut gut daran, zunächst die didaktischen Prämissen abzuklären. Passt das Thema überhaupt in meine Institution? Welches Gewicht soll es einnehmen? Was sagen die Kolleginnen und Kollegen dazu, was die Leitung? Und wie teile ich es den Eltern mit, dass wir nun über Sexualität und Pornografie sprechen?

Es lohnt sich auch, sich darüber klar zu werden, wie die eigene Einstellung zum Thema ist. Wie bin ich selbst in sexuellen Dingen sozialisiert worden? Was will ich über meine persönliche Sexualität preisgeben? Wie ist meine Haltung zur Pornografie? Der Selbstevalierungsbogen in der Broschüre „Let's talk about Porno“ kann helfen, solchen Fragen nachzugehen.

Und schließlich wird's praktisch. Die über 20 Projekte in „Let's talk about Porno“ gehen auf die unterschiedlichsten Aspekte der Thematik ein. Schülerinnen und Schüler erarbeiten, welche Emotionen beim Pornografiekonsum im Spiel sind, sie finden eine Sprache für Sexualität, lernen die rechtlichen Aspekte kennen und bekommen mit, welche Funktionen Pornografie individuell, aber auch gesellschaftlich hat. Im Workshop werden diese Unterrichtseinheiten auch ganz praktisch selbst ausprobiert.


Franziska Hahn ist Medienpädagogin und Lehrerin in Buchen.

 

Workshop 2: Porno-Rap

Was bedeutet diese Musik den Jugendlichen? Ist die Musik mit den derben Texten gefährlich? Welche Jugendlichen hören diese Musik und wie oft? Woher bekommen sie die Lieder, wenn diese doch indiziert wurden? Warum singen auch Mädchen diese frauenfeindlichen Texte nach? Hat das Hören von Porno Rap Konsequenzen auf das Sexualleben oder die Beziehungen der Jugendlichen?

"Porno- Rap“ als fragwürdiger Bestandteil der Hip-Hop Kultur ist nur eine Facette einer 
veränderten Jugendkultur, die Realität und Lebenswelten der Jugendlichen widerspiegelt. In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit dem Phänomen des Porno-Raps und seinen  verschiedenen Motiven/Motivationen. Wir beleuchten seine Ausdrucksform und Sprache unter Berücksichtigung der Aspekte Geschlechteridentifizierung, Rollenverständnis und Sexualität bzw. Praktiken.

Wir stellen Ihnen Methoden vorwiegend für Gruppen vor, die Sie in der pädagogischen Arbeit umsetzen können - und werden dabei unsere eigene Haltung im Blick haben.

 

Stephanie Dicke und Elke Rapp sind Sozialpädagoginnen bei der Jugendförderung der Stadt Mannheim.

 

Workshop 3: Schönheitsideale und Bodymodification

Was ist Schönheit? Muss man schön sein, um Erfolg zu haben? Gibt es DIE Schönheit überhaupt?

Bei der Auseinandersetzung mit Schönheitsidealen aus verschiedenen Epochen bemerkt man schnell, wie wandelbar die Wahrnehmung von Schönheit ist und wie sehr sie von kulturellen Gegebenheiten und der jeweiligen Lebenssituation abhängt. Auch für Jugendliche heute ist Aussehen, körperliche Fitness und sexuelle Attraktivität wichtig und zudem stark von medialen Eindrücken geprägt.

Im Fernsehen stehen Sendungen wie „GNTM“ oder „DSDS“ auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben. Inwieweit die z.B. in diesen Castingshows kommunizierten Schönheitsideale den gesellschaftlichen Blick verändern und das Selbstbild und das Körperbewusstsein beeinflussen, wird in diesem Workshop untersucht. Die Selbstdarstellung von Jugendlichen z.B. in Online Communities und das Thema Bodymodification werden beleuchtet und Arbeitsmaterial für den Unterricht vorgestellt.

 

Anna Schreier arbeitet als Medienpädagogin beim Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe.

 

Workshop 4: Lieben lernen - der Einfluss des Internets auf jugendliche Sexualität

Die neuen Medien und speziell das Internet haben den Zugang zu Pornografie erheblich vereinfacht. Darauf wird mit großer Besorgnis reagiert – vor allem von Erwachsenen. Im Blick haben sie bei ihrer Besorgnis aber nicht etwa sich selbst oder ihre eigenen Beziehungen, sondern in erster Linie die sogenannte „Generation Porno“: heutige Jugendliche. Eine der Hauptsorgen ist dabei die Vermittlung eines einseitigen Bildes von Sexualität. Doch keiner Darstellung von Sexualität kann es gelingen, alle Facetten gelebter Sexualität darzustellen.

Somit ist jedes medial vermittelte Bild von Sexualität einerseits zum Teil falsch und andererseits zum Teil richtig. Da völlig klar ist, dass ein Verbot des Themas Sexualität in den Medien nicht durchzusetzen ist, stellen sich einige Fragen, denen im Verlauf des Workshops nachgegangen wird:

  • Was versprechen sich Jugendliche davon, Bilder von gezeigter Sexualität anzuschauen?
  • Welchen Nutzen oder Gewinn erwarten sie?
  • Wie lernen sie – nicht nur in den neuen Medien – Sexualität?
  • Welche Internetseiten können helfen ein möglichst brauchbares Bild von Sexualität zu zeigen?
  • Und jenseits aller neuen Medien: Welche Rolle können Gespräche zwischen Jugendlichen und Pädagoginnen und Pädagogen heute noch spielen?

Michael Hummert ist Diplompädagoge und arbeitet sexualpädagogisch für das Institut für Sexualpädagogik und den Sozialdienst Katholischer Frauen in Münster.

 

 

Anmeldung zum Fachtag

<i>Bitte wählen Sie zwei Workshops aus.</i>
Workshop 1
Workshop 2
Workshop 3
Workshop 4

.

Die Teilnahme an der Tagung kostet 20 Euro (ermäßigt 10 Euro) und enthält Verpflegung. Zahlbar bar vor Ort. Weitere Informationen und telefonische Anmeldung bei Miriam Jurda unter 0711-2850702.

Let's talk about Porno

Zwei Mausklicks, und jeder 12jährige kann Hundertausende von Pornos sehen. Wenn wir als Pädagogen und Eltern die Aufklärung der jungen Generation nicht der Pornoindustrie überlassen wollen, müssen wir anfangen, über Internetsexualität und Pornografie zu reden. Aber wie? mehr...