Fernsehen
Ablauf des Unterrichts
Vorbereitungen:
Musikvideos aufnehmen
1. Einzelbetrachtung - Wahrnehmungsschulung
Wählen Sie für die Einzelbetrachtung ein Video auf MTV oder VIVA aus, das möglichst hektische Schnitte aufweist. Hilfreich wäre es, wenn die Handlung und der Songtext wenig miteinander zu tun hätten.
2. Mehrfachbetrachtung - Analyse des Erfolgsrezepts des Musikclips
Nehmen Sie drei bis sieben Musikvideos auf, die auf unterschiedlichen Konzepten beruhen und bei Jugendlichen gut ankommen.
Mögliche Inhalte wären:
- Live-Mitschnitt
- Spielfilmartige Story
- Rap-Video mit Luxus und leichtbekleideten Frauen
- Tanz-Clip
- Video zu einem aktuellen Kinofilm
- Clip mit sozialkritischen, aufrüttelndem Inhalt
- Trickfilm oder Musikvideo mit vielen Spezialeffekten
- Witziges Video
Die Auswahl der Musikvideos ist ausschlaggebend, wie die Analyse-Ergebnisse ausfallen werden. Je nach Anzahl der Videos erfordert die Aufnahme etwas Geduld.
Tipp:
Da auf den Musiksendern zur besten Sendezeit kaum Musikvideos laufen, sondern andere Formate, empfiehlt es sich, die Videos morgens und am Wochenende aufzunehmen.
Alternative:
Musikclips aus dem Internet laden - "Webclips", beispielsweise bei Viva.
Sollten Sie dieses Modul ein Schuljahr später nochmals durchführen, sollten Sie neue Videos aufnehmen, um den aktuellen Geschmack der Jugendlichen zu treffen.
Blankoarbeitsblatt modifizieren
Um einen Einblick zu bekommen, welche Dinge man innerhalb einer Wahrnehmungsschulung im Zusammenhang mit Musikvideos abfragen kann, werfen Sie einen Blick auf das Musterarbeitsblatt , das sich mit dem Video „Rumors” von Lindsay Lohan beschäftigt.
Suchen Sie visuelle Aufgaben mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden aus (leicht: Farbe des T-Shirts des Sängers - schwer: eine Autonummer) und tragen diese in die Spalte „Frage” der Tabelle des Blankoarbeitsblatts ein. Dazu müssen Sie das Video mehrfach ansehen. Wenn Sie weniger Fragen stellen möchten, einfach einige Tabellenzeilen löschen.
Danach die Anzahl der Schnitte im Video zählen.
Suchen Sie nun im Internet den Songtext.
Tipp: Geben Sie zusätzlich zum Titel und Interpreten das Wort „lyrics” ein. Öffnen Sie nun das Text-Arbeitsblatt, löschen den vorhandenen Text „Rumors” und fügen Ihren eigen ein.
Abschließend sollten Sie den Beobachtungbogen Musikvideos auf Din-A3-Papier vergrößern.
1. Stunde - Wahrnehmungsschulung anhand eines Musikvideos
Ziel:
Den Schülerinnen und Schülern soll bewusst werden, wie schnell Musikvideos geschnitten sind. Sie sollen lernen, genau hinzusehen. Außerdem vergleichen Sie in dieser Stunde Text und Inhalt.
Verlauf:
Die Schülerinnen und Schüler erhalten das modifizierte Arbeitsblatt. Doch zunächst wird lediglich das spätere Vorgehen erklärt. Wichtig ist, dass den Schülerinnen und Schülern klar ist, dass sie in jedes Feld nur einmal eintragen dürfen. Ist die Antwort falsch, gibt es keine Punkte. Die verschiedenen Farben tragen dazu bei, dass niemand mogelt.
Das ausgewählte Video wird angesehen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Gelegenheit, allein und dann in Gruppen Antworten in die Tabelle einzutragen. Danach geben sie eine Schätzung ab, wie viele Schnitte im Video gemacht wurden.
Nun wird das Musikvideo ein zweites Mal angeschaut. Die Schülerinnen und Schüler beobachten den Clip diesmal mit den Fragen im Hinterkopf. Schnitte sollen noch nicht gezählt werden. Dann fixieren sie wieder allein und dann in der Gruppe ihre Antworten schriftlich.
Beim dritten Betrachten wird nun das Augenmerk auf die Anzahl der Schnitte gelenkt. Die Schülerinnen und Schüler zählen diese mit und tragen sie in das Feld "Gezählt" ein.
Nun rechnet jeder die Differenz zur wahren Schnittzahl aus und zieht sie bei "Geschätzt" von 100 bei "Gezählt" von 50 ab.
Ein Rechenbeispiel: Das Video enthält 220 Schnitte. Die Schülerin/der Schüler hat 130 geschätzt. Dies ergibt eine Differenz von 90. Von 100 abgezogen bleiben ihr/ihm 10 Punkte.
Gezählt hat sie/er 207, was von 220 subtrahiert 17 ergibt. Diese 17 werden nun von 50 abgezogen, was 33 Punkte ergibt.
Diese Punkte werden nun mit denen von Aufgabe 1 zusammengezählt, damit der/die Gesamtsieger/in ermittelt werden kann.
Selbstverständlich kann ein kleiner Siegerpreis gestiftet werden ...
Alternative:
Die Vergabe der Punkte kann auch weggelassen werden. Der Erfahrung nach wirkt die Punkt- und insbesondere die Preisvergabe jedoch motivierend.
Nun überlegen die Schülerinnen und Schüler, welche Gründe hinter der schnellen Schnittfolge stecken. Ihre Vermutungen tragen sie ein.
Danach werden mögliche Gründe diskutiert. Mögliche Antworten wären:
- Das Video wird nach der Musik (dem Beat) geschnitten.
- Der Zuschauer soll bei Laune gehalten werden/nicht zu Atem kommen.
- Das ist eben die Musikvideoästhetik.
Nun bearbeiten die Schülerinnen und Schüler Aufgaben 3 und 4, bei denen es um das Verhältnis von gezeigten Bildern und Text geht. Abhängig vom Video stellen die Schülerinnen und Schüler im Klassengespräch mehr oder weniger Übereinstimmungen fest.
2. Stunde - Entwurf eines Drehplans für ein Musikvideo
Ziel:
Als Konsequenz der fehlenden Übereinstimmung von Text und Bild entwerfen die Schülerinnen und Schüler einen eigenen Drehplan, der ihrer Meinung nach "besser" zum Lied passt.
Hinweis:
Bei einem englischen Text bietet sich die Zusammenarbeit mit dem Fach Englisch an. Die Texte können übersetzt werden.
Verlauf:
Im Klassengespräch wird der Text grob übersetzt (oder im Englischunterricht genauer).
Die Schülerinnen und Schüler entwerfen in Gruppen ihren eigenen Drehplan, den sie passend zur Textpassage auf dem leeren Arbeitsblatt eintragen.
3. Stunde - Das Erfolgsrezept von Musikvideos
Ziel:
Die Schülerinnen und Schüler sollen verschiedene Erfolgsrezepte von Musikvideos erkennen. Text und Inhalt werden erneut verglichen und kritisch hinterfragt.
Hinweis:
Je nach Anzahl der zu betrachtenden Videos muss eine Einzel- (drei bis vier Videos) oder eine Doppelstunde (sechs bis sieben Videos) eingeplant werden.
Verlauf:
Die Schülerinnen und Schüler erhalten das Arbeitsblatt Beobachtungsaufgaben Musikvideos, welches kurz besprochen wird. Nun wird das erste Musikvideo angeschaut. Die Schülerinnen und Schüler machen Notizen zu den jeweiligen Aufgaben und erhalten, nachdem das Video zu Ende ist, etwa fünf Minuten Zeit, um ihre Aufschriebe zu vervollständigen. Das Video wird umgehend besprochen, solange die Bilder und Töne noch präsent sind.
Besonderen Wert wird auf die Spalte „Erfolgsrezept” gelegt.
Die Schülerinnen und Schüler erhalten Gelegenheit, Fehlendes nachzutragen. Nach dieser Vorgehensweise werden alle Videos analysiert. Am Schluss wird auf den Zusammenhang von Text, Musik und Inhalt eingegangen und auf die Macht der Bilder hingewiesen, die den Song meist dominieren.
4. Stunde - Kritische Geschichte des Musikfernsehens
Ziel:
Die Schülerinnen und Schüler sollen Einblicke in den Zusammenhang zwischen Kunst und Kommerz bekommen. Sie erfahren geschichtliche und aktuelle Informationen zum Thema Musikfernsehen.
Hinweis:
Zur Vereinfachung der Gruppeneinteilung empfiehlt es sich, im Vorfeld auf der Rückseite des in dieser Stunde auszuteilenden Arbeitsblattes die Gruppennummern zu notieren. Da es nur drei verschiedene Gruppenaufträge gibt, sollten die Themen mit jeweils zwei Gruppen besetzt werden (Gruppe 1a, 1b, 2a ...).
Verlauf:
Die Schülerinnen und Schüler erhalten den Text Die Geschichte des Musikfernsehens. Alle schauen auf der Rückseite des Blattes nach, welchen Teil des Textes sie für einen Kurzvortrag bearbeiten sollen (Bsp. 1a = Gründung von MTV, ...). Dabei darf sich jeder nur fünf Stichworte machen.
Danach finden sich die jeweiligen Gruppen zusammen, vergleichen ihre Stichworte und spielen den Vortrag einmal durch. Per Los werden nun drei Schülerinnen und Schüler ermittelt, die die Kurzvorträge halten. Während der Vorträge ergänzen die anderen Mitglieder der gleichen Gruppe fehlende Einzelheiten.
In einer abschließenden Diskussion bringen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Erfahrungen und ihre Meinung ein.






