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Fernsehwirkung

Erst fernsehen, dann schießen? Medienverwahrlosung in Deutschland.

Autor: Pfeiffer, Christian
Erschienen: Stuttgart, 2005
Quelle: SWR2 AULA - Manuskriptdienst: Abschrift eines "frei" gehaltenen Vortrags in einer SWR2-Sendung, 30. Januar 2005, 8.30 Uhr.
Verlag: Südwestrundfunk

Abstract

Von der so genannten "Medienverwahrlosung" sind viele Kinder betroffen: Kinder, die sich zuhause fast ausschließlich mit Fernsehen, Internet oder Computerspielen beschäftigen. Für diese Kinder wird der Medienkonsum zur Flucht und zu einer Ersatzbefriedigung für die Zuwendung, die sie im 'echten' Leben nicht erhalten.

In seinem Vortrag führt Christian Pfeiffer auf, inwieweit die wachsende Leistungsschwäche von Kindern und Jugendlichen, die seit der PISA-Studie belegt ist, mit übermäßigem Medienkonsum zusammenhängt. Dabei lasse sich nicht nur ein Leistungsabstand zwischen Kindern aus unterschiedlichen sozialen Schichten, sondern auch zwischen Mädchen und Jungen feststellen; letztere würden stärker zum Gebrauch von Medien verführt werden.
Es sei jedoch nicht nur der Zeitfaktor, der als Grund für Leistungsschwäche genannt werden kann. So haben Neurologen festgestellt, dass das Gedächtnis auf Emotionen reagiert. Brutale Bilder, die beispielweise über das Fernsehen aufgenommen werden, würden sich in das Langzeitgedächtnis eingraben und Dinge, die zuvor im Kurzzeitgedächtnis gespeichert worden sind (wie beispielsweise Vokabeln), verdrängen.
Ganztagsschulen, die Schülern am Nachmittag ein kreatives Freizeitangebot anbieten, könnten nach Pfeiffer eine Lösung der "Medienverwahrlosung" sein. "Lust auf Leben" sollte in den Schülern geweckt werden und die Beschäftigung mit Medien lediglich eine Bereicherung darstellen.

Den Radiobeitrag können Sie auch als Tondokument (mp3) anhören.

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Pfeiffer, Christian

Prof. Dr. Christian Pfeiffer (* 1944) studierte Rechtswissenschaften und Sozialpsychologie an der Universität München und der London School of Economics and Political Sciences. Nach dem Referendariat promovierte er zum Thema "Kriminalprävention im Jugendgerichtsverfahren". Ab 1988 leitete er das "Kriminologische Forschungsinstituts Niedersachsen". Von 2000 bis 2003 war er Justizminister der rot-grünen Landesregierung in Niedersachsen.

 

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