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Hörfunk- und Hörspielgeschichte

Psychologie des Sendespiels.

Autor: Bofinger, Alfred
Erschienen: 1925
Quelle: FUNK, Heft 36, Jahrgang 1925.

Abstract

Wie ein Radiosender am besten zu gestalten sei, beschreibt Alfred Bofinger in dem 1925 erschienenen Text. Hörspiele, zunächst auch Sendespiele genannt, sieht er als wichtigen Bestandteil eines jeden Radioprogramms. Wöchentlich sollte jeweils ein Hörspiel in zyklischem Rahmen und ein Werk unterhaltender Art gesendet werden; eine vorangehende Einführung und Erläuterung diene dabei dem Verständnis der Hörer. Bofinger beschreibt, wie ein "gutes" Hörspiel im Studio aufzunehmen sei. Nicht jedes dramatische Werk eigne sich als Textgrundlage, doch seien eigens für den Rundfunk geschaffene Sendespiele als selbstständige Gattung aus finanziellen Gründen schwer realisierbar.
Eine "dramaturgische Zentrale des Rundfunks", die für die Auswahl und Bearbeitung geeigneter Werke zuständig ist, sei zudem eine notwendige Einrichtung für eine Sendeanstalt.

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Bofinger, Alfred

Dr. Alfred Bofinger (1891-1959) studierte Literatur und Philosophie in München, Berlin, Leipzig und Paris, war Offizier im I. Weltkrieg und arbeitete danach als Redakteur und Rezitator in Stuttgart. Er war Hauptgründer der Süddeutschen Rundfunk AG und wurde 1924 zum ersten Intendanten gewählt. Ohne an Vorbilder anknüpfen zu können, entwickelte er Organisation und Programm, Wirtschaftsführung und Technik des Senders. Er ließ erstmals aus einem fahrenden Luftschiff Direkt-Berichte über Kurzwelle senden, führte öffentliche Konzerte in der Stuttgarter Liederhalle ein, entwarf grosse musikalische Zyklen und literarische Reihen und richtete seinen Blick sowohl auf regionale als auch weltpolitische Ereignisse.

Mit Machtergreifung der Nazis sollte der Rundfunk vorzugsweise als Propagandamittel umfunktioniert werden. Es begann eine Zeit der Anwürfe und Bespitzelung für Bofinger, der das Regime ablehnte. Dennoch konnte er bis 1945 seine Arbeit als Intendant fortsetzen, wurde jedoch nach Besetzung von Paris als Leiter des Rundfunks beim Militärsbefehlshaber dort eingesetzt. Sein persönlicher Einsatz für Verfolgte sowie sein respektvolles Verhalten gegenüber der französischen Bevölkerung ist dokumentarisch belegt.

 

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