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Hörfunk- und Hörspielgeschichte

Rundfunk im totalen Krieg.

Autor: Fritzsche, Hans
Erschienen: Göttingen/Zürich, 1999
Quelle: Konrad Dussel/Edgar Lersch (Hrsg.): Quellen zur Programmgeschichte des deutschen Hörfunks und Fernsehens (Quellensammlung zur Kulturgeschichte, Bd. 24).
Verlag: Muster-Schmidt Verlag
ISB-Nummer: 3-7881-1226-3

Abstract

Als Propagandainstrument spielte der Rundfunk während der nationalsozialistischen Diktatur eine große Rolle. Ging es Mitte der dreißiger Jahre noch um "weltanschaulich[e] Aufbauarbeit im Geiste des Nationalsozialismus", wurden während des Krieges Durchhalteparolen ausgegeben. Die Pflege "des deutschen Konzert- und Theaterwesens" sollte die bereits unter den Kriegsfolgen leidende Bevölkerung bei der Stange halten. Interessant ist der angedeutete Streit um die "leichte rhythmische Unterhaltungsmusik", die von den Frontsoldaten gefordert werde und in der "einige Volksgenossen [...] eine weltanschauliche Gefährdung" sähen. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um populäre Tanzmusik, die nach den Kriterien der NS-Propaganda eigentlich als "volksfremd" galt und die gerade noch von den zuständigen Zensurbehörden geduldet wurde.

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Fritzsche, Hans

Hans Fritzsche (1900-1953) war Mitglied der NSDAP und Leiter des Nachrichtenressorts in der Presseabteilung von Goebbels' Reichspropagandaministerium. Als vermeintlicher Goebbels-Stellvertreter war Fritzsche nach dem Krieg zunächst in Moskau inhaftiert und wurde dann als Kriegsverbrecher an den Nürnberger Militärgerichtshof überstellt. Nach seinem Freispruch wurde er von einer bayerischen Spruchkammer zu zehn Jahren Zwangsarbeit verurteilt. In den Jahren 1950-1953 arbeitete er nach vorzeitiger Haftentlassung für eine französische Kosmetikfirma.

 

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