Hörfunk
»Singt alle mit uns gemeinsam in dieser Minute«. Sound als Politik in der Weihnachtsringsendung 1942.Autor: Schrage, Dominik |
AbstractIn der NS-Weihnachtsringsendung von 1942 ging es nicht um tagespolitische Ziele und Inhalte. Vielmehr war die Radiosendung eine imposante mediale Inszenierung der NS-Propaganda-Maschinerie, die den Zuhörern an den Fronten und in den deutschen Wohnzimmern das ideologisch geprägte Gemeinschaftserlebnis einer gigantischen Weihnachtsfeier vorgaukelte. Dabei signalisierten die akustisch zugeschalteten Frontabschnitte (Stalingrad, Mittelmeer, Krim, Liinehamering usw.) die geopolitische Unterwerfung dieser Länder und Regionen unter das militärische Diktat des nationalsozialistischen Staates und seines Herrschaftsanspruchs.So vermittelten beispielsweise Rauschen und Knacken in der Leitung oder unterbrochene Verbindungen den Eindruck von Authentizität. Im vorliegenden Text analysiert der Autor, wie die Macher dieser Sendung gezielt auf Mittel des Hörspiels und der Reportage zurückgriffen, um in der Vorstellung der Hörer die Größe der eroberten deutschen Gebiete entstehen zu lassen. Der "Sound" als solcher wird so zum Politikum. |
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Schrage, Dominik Dr. phil. Dominik Schrage ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie in Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kultur-, Medien- und Konsumsoziologie, Soziologische Theorie und Diskursanalyse. Ausgewählte Publikationen: Konsum der Werbung (2004); Psychotechnik und Radiophonie (2001). |
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