Interaktive Whiteboards
Überblick
Interaktive Whiteboards halten kontinuierlich Einzug in deutsche Klassenzimmer, wo sie die klassischen Kreidetafeln ergänzen und ersetzen - eine gravierende Veränderung der Lernumgebung. Bei entsprechender Nutzung können die elektronischen Tafeln durchaus Gewinn bringende didaktische Potenziale entfalten und nach einer gewissen Einarbeitungsphase für Lehrende und Lernende zu Arbeitserleichterungen führen.
Bei einem Interaktiven Whiteboard, kurz IWB, handelt es sich um eine Weißwandtafel, die über Beamer und Computer zu einem großen "Touchscreen" wird. Mit einem Stift oder per Hand kann auf dem Whiteboard wie mit einer Computermaus gearbeitet werden. Kurz- oder Ultrakurzdistanzbeamer verhindern dabei, dass die an der Tafel arbeitende Person die Bildprojektion stört. Je nach technischer Funktionsweise ist dabei entweder die Oberfläche der Tafel berührungsempfindlich und gibt die Positionsdaten des Stifts an den PC weiter, oder der Stift sendet Signale, aus denen Sensoren am Tafelrand seine Position ermitteln. Die unterschiedlichen Whiteboard-Technologien verschiedener Hersteller bieten jeweils Vor- und Nachteile, insgesamt stehen jedoch bei allen die gleichen Anwendungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Integration zahlreicher Medien in einem
Ein IWB kombiniert die Funktionen zahlreicher Medien in einem: Tafel, Overheadprojektor, Diaprojektor, Flipchart, DVD- und CD-Player und Internet. Über den angeschlossenen Rechner lassen sich alle Medien integrieren, wodurch das Reservieren und Transportieren von Beamern oder Multimedia-Wagen sowie das Vorhalten von Overheadprojektoren überflüssig wird. Tafelbilder lassen sich vorab erstellen und müssen somit nicht erst im Klassenraum angebracht werden. Zudem hat die Lehrkraft die Möglichkeit, Tafelbilder digital zu speichern und in der folgenden Stunde wieder aufzurufen oder den Schülerinnen und Schülern in Dateiform zukommen zu lassen. Medien - ob vom USB-Stick, dem Schulserver oder direkt aus dem Netz - lassen sich problemlos und ohne Aufwand in den Unterricht integrieren.
Derzeit laufen in einigen Bundesländern Finanzierungsprogramme zur Anschaffung von IWBs, teilweise geht die Initiative auch von engagierten Schulleitungen und Lehrkräften aus. In anderen Ländern, etwa in Großbritannien, ist die Entwicklung schon weiter vorangeschritten. Schon in einer 2007 durchgeführten Studie wurde gezeigt, dass IWBs in England nahezu flächendeckend vorhanden sind: In allen Grundschulen und in 98% der weiterführenden Schulen waren bereits damals IWBs im Einsatz, wurden rege genutzt und von Lehrern allgemein positiv bewertet.
Erfahrungen anderer Länder nutzen
Vom Vorsprung anderer Länder können die Projekte in Deutschland profitieren, da zahlreiche Erfahrungen in Studien dokumentiert sind. Aus Beobachtungen in verschiedenen europäischen Ländern geht hervor, dass die meisten Lehrpersonen zwar von der neuen Technologie angetan sind und sie rege nutzen, jedoch meist nur einen Bruchteil der Funktionen. Dabei handelt es sich gerade um jene Funktionen, die auch mit einem herkömmlichen Beamer-PC-Leinwand-System möglich sind (vgl. Aufenanger/Bauer 2010, S. 7).
Schon aus solchen Befunden ist zu erkennen, dass es mit der Anschaffung von Whiteboards für die Schule allein nicht getan ist. Wenn das volle Potential der Geräte ausgenutzt werden soll, sind Schulungen für das Lehrpersonal und Multiplikatoren unerlässlich. Dies sollte sich nicht auf die Weiterbildungsangebote der Hersteller beschränken. Diese bieten zwar fundierte technische Unterstützung und die Mitarbeiter kennen sich mit den Funktionen der Hard- und Software bestens aus, doch fehlen hier meist didaktisch-methodische Anleitungen. Es hat sich gezeigt, dass ein Medienkonzept für den sinnvollen Einsatz an einer Schule sehr von Vorteil ist, auch die Integration des IWB-Einsatzes in das schulische Mediencurriculum hat sich bewährt. Ein Team aus interessierten und aufgeschlossenen Lehrkräften sollte die Einführung der Boards technisch und didaktisch begleiten, Ziele festlegen und die Schulung der übrigen Kräfte übernehmen.
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Video-Tutorials
Im Youtube-Kanal von MCO finden Sie verschiedene Video-Tutorials zu Interaktiven Whiteboards.
Lehrerstimmen zum Board-Einsatz
Die Robert-Bosch-Schule in Stuttgart-Feuerbach wurde zu Beginn des Schuljahres 2010/11 mit Interaktiven Whiteboards ausgestattet. Nach den ersten Einsatzmonaten hat Alexander Gregor für die Hauszeitschrift RBS Aktuell die Lehrkräfte der Schule nach ihren Erfahrungen mit den Geräten befragt. Die Statements wurden uns freundlicherweise zur Veröffentlichung im MCO-Blog überlassen. Lesen sie selbst, was das Kollegium über den Board-Einsatz berichtet.
Einführungsnachmittage am KMZ Tübingen
Das Kreismedienzentrum in Tübingen veranstaltet regelmäßig Einführungsnachmittage zum Einsatz von Interaktiven Whiteboards für Lehrerinnen und Lehrer und bietet dabei auch Beratung bei der Anschaffung der Geräte an.
Im Veranstaltungskalender finden Sie die aktuellen Termine.
Competence Center
Das Portal myboard.de stellt aktuelle Nachrichten und ein Forum zum Thema Interaktive Whiteboards bereit und betreibt das Competence Center für Whiteboards in Zusamarshausen bei Augsburg: Dort werden Lehrkräfte und Schulträger beraten und können verschiedene Boardmodelle selbst testen.
Praxisblog von medien+bildung.com
Die von medien+bildung.com organisierte Medien-AG an der Realschule Plus in Oppenheim führt Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler an die Nutzung des neu angeschafften Whiteboards und den Einsatz von Handys im Unterricht heran. In einem Praxisblog werden die teils holprigen ersten Schritte dokumentiert.
Das Wiimote-Whiteboard
Bei Lehrer-Online findet sich eine Anleitung zum Selberbasteln eines Interaktiven Whiteboards - mit Hilfe eines Wiimote-Gamecontrolles.
Audio- und Videoschnitt am Board
Im Medienpädagogik-Praxis-Blog finden sich Praxistests zum Audio- und Videoschnitt am Interaktiven Whiteboard.









