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Keplers Geburtshaus in Weil der Stadt behebergt heute das Kepler-Museum (Bild: LMZ/Weischer/Rachele).

Das Leben des Johannes Kepler

Der Name Johannes Kepler ist im Zusammenhang mit der wissenschaftlichen Erkundung des Universums weit weniger bekannt als der von Galileo Galilei. Keplers wissenschaftliche Leistung ist jedoch mindestens ebenso bedeutend wie die seines italienischen Zeitgenossen.

 

Lebensstationen

 

 

Johannes Kepler wurde am 21. Dezember 1571 in Weil der Stadt geboren. Er studierte evangelische Theologie am Theologischen Stift (Universität) Tübingen. 1594 wurde er Mathematiklehrer und Astrologe in Graz, ab 1600 war er in Prag Assistent des Hofastronomen Tycho Brahe. Als Brahe 1601 stirbt, wird Kepler sein Nachfolger als kaiserlicher Mathematiker. 1609 veröffentlicht er „Astronomia Nova“, 1611 „Dioptrice“, ein Lehrbuch der Optik. 1612 wird er Landschaftsmathematiker in Linz. Anschließend arbeitet er für Wallenstein in Sagan (Niederschlesien). Er stirbt 1630 in Regensburg.

 

 

Ein Leben voller Schicksalsschläge

 

 

Im Gegensatz zu den meisten anderen Menschen seiner Zeit war Kepler sehr viel auf Reisen – und meist gezwungenermaßen. Viermal wird der Lutheraner Kepler aus religiöser Intoleranz vertrieben, 12 Jahre seines Lebens erduldet er die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges. Auch ansonsten hatte er kein leichtes Leben: ständig lebte er in Geldnot infolge der schlechten Zahlungsmoral seiner Dienstherren, der Kaiser. Acht seiner zwölf Kinder sterben jung, seine erste Frau Barbara stirbt mit 38 Jahren. Zwei Jahre lang kämpft Kepler vor Gericht gegen die Verbrennung seiner Mutter als Hexe.

 

 

 

Wissenschaftliches Genie


Trotz seines bewegten und nicht ganz leichten Lebens schuf Johannes Kepler eine beachtliche Zahl an wissenschaftlichen Meilensteinen:

 

  • Die drei Keplerschen Gesetze der Planetenbewegung, die auch für Satelliten gelten
  • Keplers Fernrohr, das noch heute als Fernglas gebräuchlich ist
  • Keplers Vermutung der dichtesten Kugel-Packung, die erst 2003 bewiesen wurde (selbst Gauß ist daran gescheitert)
  • Keplers Fassregel, als Voluminabestimmung rotationssymmetrischer Körper, der erste  Schritt zur Integralrechnung
  • Die Zahnradpumpe nach Kepler, die noch heute in jedem Auto das Öl pumpt
  • Keplers Optiklehre, deren Begriffe Brennpunkt (Fokus), Brennweite und Dioptrie noch heute verwendet werden

 

Goethe sagt über den Wissenschaftler: „Wenn man Keplers Lebensgeschichte mit demjenigen, was er geworden und geleistet, zusammenhält, so gerät man in ein frohes Erstaunen, indem man sich überzeugt, daß der wahre Genius alle Hindernisse überwindet.“

 


Kepler kam mehr herum als ihm lieb war. Nordöstlich liegt Sagan, darunter Prag und Linz, zentral Regensburg, südwestlich die Region Stuttgart (Bild: LMZ/Zum Vergrößern auf Bild klicken).

Kepler im Film

Der 15minütige Film "Johannes Kepler - Die Bahnen der Planeten" (D 2004) ist als DVD unter der Verleihnummer 4680889 bei verschiedenen Kreismedienzentren ausleihbar. Zur Medienrecherche...


Das Internationale Jahr der Astronomie 2009

In Erinnerung an die großen Fortschritte und an die Bedeutung der Astronomie für die Kultur der gesamten Menschheit haben Vereinten Nationen haben das Jahr 2009 offiziell zum "Internationalen Jahr der Astronomie" (International Year of Astronomy IYA 2009) ausgerufen.