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Kindheit und Medien

Kinder, Kameras und Konzepte

Die Lebenswelten von Kindern werden durch eine wachsende Zahl von Medien beeinflusst. Neben Bilderbuch, Comics, Hörmedien sind es vor allem Fernsehen, Handy und Internet, die Kinder nutzen. Und viele Kinder machen schon wie selbstverständlich mit dem Handy Fotos und Filmaufnahmen.

 

Ausgangspunkt der Fachtagung "Kindheit und Medien - Kinder, Kameras und Konzepte" war die Überzeugung, dass Kinder bereits im Vorschulalter pädagogische Unterstützung in der Verarbeitung ihrer medialen Erlebnisse und Tätigkeiten benötigen. Die Tagung gab Impulse, wie sich Konzepte in Kindertagesstätten umsetzen lassen und wie frühkindliche Film- und Medienerziehung in der Praxis aussehen kann.

 

Die Tagung fand am 20. Juni 2009 im Ludwigsburger Kino Caligari im Rahmen des diesjährigen Bundesfestivals Video statt und wurde von der Abteilung Medienpädagogik der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg gemeinsam mit dem Evangelischen Medienhaus Stuttgart veranstaltet. Gefördert und unterstützt wurde die Tagung von der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) und der Filmakademie Baden-Württemberg.

 

Film- und Medienbildung mit Kindern

Der aktuelle Orientierungsplan für Kindergärten besagt, dass eine ästhetisch-künstlerische Bildung bei der Lebenswirklichkeit ansetzen solle, die Kindern bedeutsam erscheint. Und da Kinder ganz selbstverständlich unterschiedliche Ausdrucksformen miteinander verknüpfen , sei das Stichwort "Kulturelle Medienbildung". Denn diese würde den "kreativen und ästhetischen Umgang mit Medien akzentuieren und Ausdrucksformen wie zum Beispiel Theaterspiel, Musik und Textproduktion integrieren". Ziel sei es, "Kinder zu befähigen, in spielerischer und experimenteller Weise ästhetische Weltzugänge zu realen und virtuellen Wirklichkeiten zu erhalten."

 

 

Begrüßung und Einstieg in die Thematik (mp3, 5 MB)

 

Horst Niesyto ist Professor an der PH Ludwigsburg in der Abteilung Medienpädagogik.

 

 

 

Vom Bilderbuch zum Storyboard - Wie die Bilder laufen lernen

Das Modell des medienkompetenten Kindes geht davon aus, dass Kinder lernen, Medien für den eigenen Bildungs- und Entwicklungsprozess zu nutzen. Bildung wird dabei als Prozess angesehen, in dem Kinder aktiv und ko-konstruktiv mit anderen Kindern und Erwachsenen Wissen und Verständnis von Welt entwickeln. In diesem Zusammenhang stellt Inge Schmittinger zwei Projekte vor, die zeigen, wie Filmbildung mit Kindern aktiv, produktiv und handlungsorientiert gestaltet werden kann. So ermöglicht das "Kinderkino", bei dem die Veranstaltungsräume in Erlebnisräume umgestaltet werden, dass Kinder Filme emotional, ganzheitlich und sinnlich erleben können.

 

Vom Bilderbuch zum Storyboard (mp3, 12,8 MB)

 

Inge Schmittinger ist Dipl.-Pädagogin und arbeitet als Referentin für Neue Horizonte, dem Netzwerk für Medien- und Kulturarbeit mit Kindern e.V.

 

 

 

Medien und Sprache als gesellschaftliche Schlüsselkompetenzen

Das vom Institut für Medienpädagogik München (JFF) veranstaltete Modellprojekt "Erzählkultur" beschäftigte sich zwei Jahre damit, welche sprachförderlichen Potentiale in der aktiven Medienarbeit stecken. Kati Struckmeyer führte während dieses Zeitraumes das multimediale Projekt "Unser eigenes Wimmelbild" mit fünfjährigen Kindern mit Migrationshintergrund durch. Anhand dieses Beispiels zeigt sie, wie die kreative Medienarbeit zum einen die Sprech- und Kommunikationsfreude der Kinder weckte und zum anderen die Medienkompetenz und das soziale Lernen der Kinder förderte.

 

 Medien und Sprache als Schlüsselkompetenzen
    (mp3, 11,5 MB)

  •  Projektbeschreibung und Fotoalbum

 

Kati Struckmeyer ist Dipl.-Kulturpädagogin und seit 2007 Referentin am JFF.

 

 

Kinder an die Kamera! Herstellung eines Trickfilms im Kindergarten

Die pädagogische Filmarbeit mit Kindern beinhaltet eine Vielzahl von kreativen Möglichkeiten und ist mehr als nur das Kennenlernen und Ausprobieren von Technik. So werden ausgangs zunächst Handlung und Filmfiguren gemeinsam entwickelt und das Storyboard gemalt, dann die Requisiten gebastelt und die Drehorte vorbereitet. Bei den Geräuscheaufnahmen ist die Fantasie der Kinder auch gefragt, wohingegen die Textaufnahmen das schauspielerische Talent der Kinder fordern.  Anhand der Stoptrick-Animation "Im Dschungel", die 2008 den 1. Preis bei den MB21-Awards gewann, stellt Julia Gethöffer exemplarisch ihre medienpädagogische Arbeit mit Kindern vor.

 

Kinder an die Kamera! (mp3, 8,6 MB)

  Trickfilm "Im Dschungel"

 

Die Erzieherin und Medienpädaogin Julia Gethöffer ist stellvertretende Leiterin der Kita Tapachstraße in Stuttgart; einen Einblick in ihre Arbeit zeigt das Kirchenfernsehen.

 

 

Orientierungsplan für Kindergärten

Der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten ist ein Bildungsplan für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Nach einer dreijährigen Pilotphase gilt der Bildungsplan zum Auftakt des Kindergartenjahrs 2009/2010 als verbindlich.