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Der klassische Redeaufbau

Galerie antiker Köpfe

Je nach Anlass lassen sich verschiedene Redetypen unterscheiden, die spontan und vorbereitet (Stichworte) oder weitgehend ausformuliert (Manuskript) sein können. Typische Redestrukturen können sich ergeben bei der

Festrede

Wahlrede

Propagandarede

Grabrede

Wissenschaftlicher Vortrag

Gerichtsrede

Kanzelrede

Gedenkrede etc.

Die Rede basiert fast immer auf dem Versuch, eine überzeugende Kommunikation zu erzielen und dies mit möglichst angemessenen, effekvollen auch "schönen" sprachlichen und nonverbalen Mitteln

Die klassische Rhetorik unterscheidet folgende Stufen zur Vorbereitung und Durchführung einer Rede:

 

1. Inventio

Es betrifft das Finden und und Zusammentragen der Gedanken und Überlegungen, die zum gewählten Thema passen. Neumodisch oder auf "Denglisch" gesprochen, handelt es sich um ein erstes Brainstrorming, ein Zusammentragen von Einfällen, die der Ausarbeitung dienlich sein können. Folgende Fragen und Überlegungen sind abzuhandeln:

Die Grundfragen sind:

Wer?

Was?

Wo?

Womit?

Warum?

Wie?

Wann?

antike Statue

2. Dispositio

In der Dispositio (Gliederung) wird die Auswahl aus den gefundenen Gedanken und Materialien getroffen (Inventio). Dabei wird der Redner in aller Regel zwischen drei Präsentationsformen wählen:

 

  • docere: das heißt, der Redner wird oder kann sein Publikum belehren und belehrend argumentieren;
  • delectare: das heißt, der Redner wird oder kann das Publikum erfreuen und die Affekte durch die Schönheit der Rede und Argumente ansprechen;
  • movere: das heißt, der Redner wird oder kann sein Publikum anrühren oder erschüttern, um es seinen Argumenten und Einsichten gewogen zu machen.

3.Conclusio

Es folgt die Schlussfolgerung und erneute Wendung an das Publikum.


Büste von Cicero

"Meiner Ansicht nach jedenfalls kann niemand als Redner höchstes Lob verdienen, wenn er nicht Kenntnisse von allem Großen und von allen Künsten und Wissenschaften erlangt hat. Denn eine Rede muß aus Kenntnis der Materie erwachsen und hervorströmen: Wenn nicht ein sachliches Fundament da ist, das der Redner gründlich beherrscht, so bringt er einen leeren und beinahe kindischen Wortschwall hervor (...)"

Marcus Tullius Cicero (106-43 v.Chr.)

Handouts: Rhetorik

Handout:
Einteilung rhetorischer Kommunikation

Literaturtipps: Klassische Rhetorik

Marcus Fabius Quintilianus:
Die passende Form der Rede

Clemens Ottmers:
Rhetorik