Komik
Griechisch komikos / komos: Festzug, dörfliches Fest
Sie beruht unter anderem auf der Inkongruenz von der jeweiligen Anschauung über eine Sache oder Menschen und der tatsächlichen Erscheinung im Leben, auf der Bühne, im Film oder bei der Präsentation.
Ein vollleibiger Pfarrer, der im Spiel auf der Bühne für die sozial Schwachen Interesse zeigt, kann komisch wirken, weil dies nicht mit der vorgefassten Vorstellung des Publikums in Einklang zu bringen ist.
Die grölende und prustende Witwe wirkt komisch, weil der Zuschauer Trauer voraussetzt. Man unterscheidet zwischen "freiwilliger" und "unfreiwilliger" Komik. Jene ist gegebenenfalls literarisch oder künstlerisch kalkuliert, diese Ergebnis des platten Unvermögens, sich auszudrücken. Das Kabarett jongliert und hantiert mit dem Spektrum der Komik ganz selbstverständlich. Redner sind oft bestrebt, heitere oder komische Aspekte in den Vortrag zu integrieren. Komik wird unterschiedlich erfahren, da der eigene Standort die Reichweite und Wirkung der Komik bestimmen.
Kluge Analytiker haben den Humor qualitativ über die Komik gesetzt, den Witz darunter. Die Massenmedien verwechseln zunehmend Komik mit Ulk und Blödelei. Und das ist unter Umständen gar nicht komisch.

- © dpa: Willy Reichert im Jahr 1971
Als akustisches Beispiel für Komik (und Humor) haben wir hier den Sketch Die Friedenskonferenz mit Willy Reichert und Oscar Heiler ausgesucht. Beide schwäbische Künstler firmierten jahrzehntelang als Häberle und Pfleiderer im Radio, vor allem im SDR, der uns freundlicherweise die Aufnahme zur Verfügung gestellt hat. Reichert wurde 1896 in Stuttgart geboren und erhielt 1956 das Große Bundesverdienstkreuz. 1973 verstarb Willy Reichert in Mietenkam im Alter von 77 Jahren.
Hörbeispiel: Die Friedenskonferenz (mp3)
Mit freundlicher Genehmigung des SWR.






