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Medien und Politik

Zwischen medialer Inszenierung und Politikvermittlung

Bild: Videoblog
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Fogster, Lizenz: cc

Barack Obama führte einen Großteil seines Wahlkampfes im Internet, Silvio Berlusconi trat während seiner Präsidentschaftskandidatur oft und gerne in den Sendern seiner eigenen Fernsehgesellschaft auf, Angela Merkel informiert uns wöchentlich per Video-Podcast und Thorsten Schäfer-Gümbel twittert. Andere Politiker bloggen oder beziehen Stellung auf ihren eigenen Homepages.


Was bedeutet nun die zunehmende Inszenierung und Mediatisierung von Politik für das Wahljahr 2009 und das Selbstverständnis der Medien? Und welche Schlüsse sind im Hinblick auf die Medienkompetenz der Bürgerinnen und Bürger zu ziehen? Bei den 32. Stuttgarter Tagen der Medienpädagogik, die am 13. und 14. März 2009 in Stuttgart-Hohenheim stattfanden, setzten sich die Referenten mit den Konsequenzen dieser Entwicklung auseinander.

 

 

Die selbstverliebte vierte Macht

Die Medien werden oft als vierte Macht im Staat bezeichnet, die dann zum Zuge kommt, wenn andere Gewalten versagen. Hans Leyendecker wirft in diesem Zusammenhang einen kritischen Blick auf die Rolle der Journalisten. Probleme sieht er in der Selbstverliebtheit und Selbstreferenzialität vieler Journalisten, die sich "auch in Kinderstühlchen setzen würden, um am Tisch der Mächtigen zu sein." Deshalb seien die Medien oft nicht so autonom, wie es dem Ideal der politischen Kommunikation in unserer Gesellschaftsordnung entspricht.

 

Die selbstverliebte vierte Macht (mp3, 21 MB)

 

Hans Leyendecker arbeitet seit vielen Jahren als Journalist, unter anderem für den Spiegel. Seit 1997 ist er Leitender Politischer Redakteur der Süddeutschen Zeitung.


Desinteressiert, apathisch, unpolitisch? Politische Weltbilder Jugendlicher in der Mediendemokratie

Michael Hermann hat untersucht, wie Jugendliche politische Kommunikation in den Medien rezipieren und wie sich ihre Wahrnehmung von Politik unter Wahlkampfbedingungen verändert. Dabei kommt er unter anderem zu dem Ergebnis, dass viele Heranwachsende langfristig mit einem Verlust an Systemvertrauen reagieren. Als Konsequenz für die Medienpädagogik fordert Hermann eine frühzeitige Medienerziehung sowie eine verstärkte Auseinandersetzung mit konkreten politischen Sachfragen in Wahlkampfzeiten.

 

Desinteressiert, apathisch, unpolitisch? (mp3, 17 MB)


Michael Hermann ist Akademischer Mitarbeiter und Dozent für Soziologie an der PH Weingarten. 

 

 

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