Ganztagsschule als Weg zur Medienkompetenz
Ganztagsschulen bieten heutzutage neben Sport-, Theaterkursen und Hausaufgabenbetreuung auch unterschiedliche Angebote im Bereich Medienbildung. Im Modellprojekt Multimedia an Schulen mit Ganztagsangeboten (MeGa), das im Rahmen der Medienoffensive Schule II vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg initiiert und organisiert wurde, erprobten 16 Modellschulen zwei Jahre lang in Arbeitsgemeinschaften, Workshops und Projekten, wie man Schülerinnen und Schüler den sinnvollen Umgang mit Medien näher bringen kann. Am 10. April 2008 fand im LMZ Karlsruhe eine Tagung mit dem Titel "Ganztagsschule - der kürzeste Weg zur Medienkompetenz?!" statt. Hier ging es darum, Schulleitungen und Lehrkräften zu zeigen, mit welchen einfachen Mitteln medienpädagogische Angebote in Ganztagsangebote integriert werden können.
Die Veranstaltung war vor allem für jene Schulen interessant, die die Ganztagsschule einrichten und sich von den üblichen Angeboten der Vereine abheben möchten. Die Vermittlung von Medienkompetenz ist nicht nur eine politische Notwendigkeit, sie ist auch ein Motivationsfaktor für Schülerinnen und Schüler und kommt auch bei Eltern gut an. Schulen geben zu bedenken, dass weder die Ausstattung der Schule noch die Ausbildung der Lehrkräfte ausreicht, um an diesem Ziel zu arbeiten. Diesen Vorbehalten sollte mit der Tagung begegnet werden, indem überschaubare und erprobte Umsetzungsanregungen gegeben wurden und das Schüler-Medienmentoren-Programm, das sich landesweit mit wachsendem Erfolg verbreitet, vorgestellt wurde.
Wolfgang Kraft, Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, ging bei der Begrüßung auch auf die vielfältigen Nebeneffekte des Projekts ein: "MeGa erleichterte die Arbeit der Lehrkräfte manchmal auf ganz verblüffende Weise: Vor der Kamera legten die Schülerinnen und Schüler Wert auf einwandfreie Aussprache und grammatikalisch richtigen Ausdruck. Die Rektorin einer Hauptschule im Brennpunkt konnte sogar einen Rückgang von Gewalt und Aggression feststellen, weil sich vor allem männliche Pubertierende in selbstgedrehten Filmen positiv darstellen konnten, statt durch Störungen die Aufmerksamkeit anderer auf sich zu lenken."
Die Vorträge der Tagung können Sie hier nachhören:
Medienkritik und Medienbildung an Schulen
Horst Niesyto benennt die zentralen Herausforderungen der heutigen Medienbildung und zeigt Ansatzpunkte für die schulische Arbeit mit Medien auf. Diese sollte an den Themen der Schülerinnen und Schüler und an ihre Stärken anknüpfen, die oft im Bereich von Körperausdruck, Musik und Visualität liegen. Er plädiert dafür, medienpädagogische Inhaltsbereiche stärker in die Regelpraxis von Schulen einzubinden und in der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern zu verankern.
Horst Niesyto (mp3, 18 MB)
Professor Dr. Horst Niesyto ist Leiter der Abteilung Medienpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.
Medienbildung - konkret
Katja Friedrich stellt die Arbeit von medien+bildung.com vor, die mit qualifizierten Medienpädagoginnen und -pädagogen Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz bei der aktiven Medienbildung unterstützen. Dabei geht sie auf Rahmenbedingungen und organisatorische wie inhaltliche Konzepte der Arbeit ein. Einen Einblick in die Projektreihe TanzMedia, die Tanz mit kreativer Videoarbeit verbindet, bekommen Sie hier.
Katja Friedrich (mp3, 12 MB)
Katja Friedrich ist Geschäftsführerin der gemeinnützigen GmbH medien+bildung.com.









