'Mise en Scene' - Bedeutungsproduktion durch Perspektiven und Einstellungsgrößen
"Wenn ich einen Würfel photographieren will, genügt es nicht, daß ich den Gegenstand 'Würfel' in den Bereich meiner Kamera hineingebracht habe. Es kommt vielmehr darauf an, welchen Standpunkt ich zu ihm einnehme, resp. welche Stellung ich ihm gebe" (ARNIEIM 2002 S. 25).
Folgende Aufgabe gibt Jugendlichen Raum für die Aneignung der symbolischen Bedeutung von Perspektiven und Einstellungsgrößen. Die Kinder bekommen die Aufgabe, einen Gegenstand dreimal hintereinander verschieden aufzunehmen, so dass er jeweils andere Bedeutungen erlangt.
Um die Aufgabe zu lösen, müssen sich die Jugendlichen zwangsläufig mit unterschiedlichen Distanzen und Perspektiven zum Objekt auseinandersetzen. Sie erkennen dabei, dass Gegenstände ja nach Art und Weise, wie sie gefilmt werden, eine unterschiedliche Bedeutung bekommen können. Der Schwerpunkt liegt damit auf der Art des Filmens und weniger auf dem zu filmenden Gegenstand.
Auf diese Weise wird passives Wissen durch eine konkrete Aufgabenstellung in aktives Wissen transformiert. Im anschließenden Reflexionsgespräch werden gemeinsam die filmsprachlichen Begrifflichkeiten (Froschperspektive, Detailaufnahmen, ...) geklärt.

- Abbildung 49: Experimentelle Nahaufnehme eines Föns.
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