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Nacht und Nebel

Nacht und Nebel

Nuit et Brouillard

Frankreich 1955

Regie: Alain Resnais.

Kamera: Ghislain Cloquet/Sacha Vierny.

Länge: 32 Min.

 

Leihmöglichkeit: 16mm Film (Nr. 32 50915) / VHS Video (Nr. 42 61929) beim LMZ Baden-Württemberg.

 

Resnais' Dokumentarfilm ist eines der wichtigsten filmischen Werke über die deutschen Konzentrationslager. Mit größter stilistischer Zurückhaltung (und einer äußerst sensiblen deutschen Fassung durch Paul Celan) wird eine Darstellung des Grauens erarbeitet, in der die zeitgenössische Wirklichkeit von Auschwitz/Birkenau mit den Dokumenten der Alliierten (Wochenschau-Bilder) konterkariert wird. Ein Film aus der Erinnerung des Nichtschilderbaren heraus: Er antizipiert die Unmöglichkeit, den Holocaust zu dramatisieren und desavouiert alle wohlfeilen Versuche, die Geschichte dieser Monstrosität "zu erzählen".

 

Quelle: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, Frankfurt a. M. 2002.

Reclams Filmführer: Alain Resnais

Resnais, geboren am 3. Juni 1922 in Vannes (Frankreich), wollte zunächst Schauspieler werden. Ab 1943 besuchte er anderthalb Jahre die französische Filmhochschule, dann begann er Kurzfilme, vornehmlich über Malerei und Maler, zu drehen. Nach Filmen über van Gogh (1948) und Gauguin (1950) u.a. schien er als "Kunst-Experte" abgestempelt. Doch dann folgten drei ungewöhnliche Filme, in denen sich Resnais als engagierter Zeitkritiker erwies: Guernica (Guernica, 1950) nach dem gleichnamigen Bild Picassos mit Texten von Eluard wurde zur Anklage gegen den Faschismus, Les statues meurent aussi (Auch Statuen sterben, 1951) handelte von der afrikanischen Kunst und vom Kolonialismus und Nuit et brouillard (Nacht und Nebel, 1956) zog eine Bilanz des Schreckens der Konzentrationslager. 1959 drehte Resnais dann seinen ersten Spielfilm.

 

In seinen Spielfilmen hat sich Resnais immer wieder mit dem Problem der Zeit, mit dem Zusammenklang von Traum und Realität beschäftigt. Er zeigt Menschen, die ihre Vergangenheit suchen oder von Erinnerungen bedrängt werden. Aber diese Auseinandersetzung bleibt nicht literarische Spekulation; sie zielt auf aktuelle, oft politische Probleme. Formal wiederholt sich das Thema der Filme in den raffinierten Montagen, die Gegenwart und Vergangenheit, Erlebtes und Erdachtes unvermittelt nebeneinanderstellen.

 

Hiroshima - mon amour (Hiroshima - mon amour, Frankreich/Japan 1959), L'année dernière à Marienbad (Letztes Jahr in Marienbad, Frankreich/Italien 1960), Muriel ou le temps d'un retour (Muriel oder Die Zeit der Wiederkehr, Frankreich/Italien 1962), La guerre est finie (Der Krieg ist vorbei, Frankreich/Schweden 1965), Je t`aime, je t'aime (Ich liebe dich, ich liebe dich, 1967), Loin du Viet-Nam (Fern von Vietnam, 1967 - Co-R), L`an 01 (Das Jahr 1, 1972 - Co-R: Jacques Doillon, Jean Rouch), Stavisky ... (Stavisky ..., Frankreich/Italien 1974), Providence (Providence, Frankreich/ Schweiz 1976), Mon oncle d'Amerique (Mein Onkel aus Amerika, 1979), La vie est un roman (Das Leben ist ein Roman, 1982), L'amour à mort (Liebe bis zum Tod, 1984), Mélo (Mélo, 1986), Je veux rentrer à la maison / I want to go home (I want to go home, 1988), Smoking / No smoking (Smoking / No Smoking, Frankreich/Italien/ Schweiz 1992/93) u.a.