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O-Ton und Atmo

Um Berichterstattung möglichst authentisch zu gestalten, verwendet der Journalist/die Journalistin besondere akustische Formen. Dabei sind vor allem die Originaltöne (O-Ton) zu nennen. Dies sind akustische Aufnahmen vom Ort eines Geschehens von Beteiligten oder Betroffenen oder Augenzeugen; das können mitgeschnittene Interviews oder auch nur Hintergrundgeräusche, sogenannte Atmo sein.

 

Jeder O-Ton hat eine bestimmte Funktion. Er kann beschreibend, hin-, ver- und beweisend, kontrastierend und karikierend sein.

 

Originaltöne dienen dazu, den journalistischen Text zusätzlich mit Information zu unterfüttern oder eine Argumentationslinie weiterzuführen. Oft dienen sie auch dazu, einen persönlichen Eindruck von Betroffenen wiederzugeben, ohne informativen Inhalt.

O-Töne führen eine Argumentation oder Erzählung weiter, geben eine andere Perspektive wieder oder geben ein bestimmtes Hintergrund-Klangbild ab um die Handlung oder das Geschehen oder andere akustische Ereignisse einzubetten. Oder der O-Ton und die Atmo stehen für sich und argumentierten abgeschlossen oder agieren erzählerisch.

 

Ein O-Ton kann in einer authentischen Umgebung vorgefunden aber auch selbst produziert sein, er wird durch das Herauslösen aus einem akustischen Kontext durch den Schnitt verfremdet. Die Bearbeitung ist eine wesentliche Eigenschaft des O-Tons.

 

Dem Zuhörer ist es in der Regel gleichgültig, wo der O-Ton herkommt und wie er entstanden ist. Es ist meist schwer nachprüfbar, ob der O-Ton wirklich authentisch ist, er besitzt dadurch nur eine relative Authentizität.

O-Töne von Personen sollten innerhalb eines Radiobeitrags von einer Moderation eingeführt werden, damit deutlich wird, wer der/die Sprecher/Sprecherin des O-Tons ist.

 

 

Atmo

Atmo ist genau genommen ebenfalls ein Originalton, er hat im Allgemeinen eine ästhetische, weniger eine informative Dimension. Sie dient dazu, um eine bestimmte Stimmung zu erzeugen oder zu unterstützen. Sie ist eher hintergründig und begleitend.

Atmo ist z.B. das Rascheln der Blätter bei einem Spaziergang durch einen Park bei dem ein Gespräch zwischen zwei Personen aufgenommen wird. Bei einem Bericht über die Stausituation auf einer Autobahn ist das Motorengeräusch im Hintergrund eine mögliche Atmo. Das Statement eines genervten Autofahrers ist in diesem Fall der O-Ton.

 

Der Einsatz von Atmo sollte aber behutsam erfolgen, da sonst der Effekt eher comic-haft und durch die Übertreibung ungewollt komisch wirkt.

 

O-Töne werden vor allem in Nachrichtensendungen, Beiträgen, Interviews und in Features verwendet, Atmo kommt fast nur in längeren Reportagen oder Features zum Einsatz.

 

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Autor: Andreas Konitzer für MediaCulture-Online

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