Open-Content-Lizenzen

- Bild: Stef Lewandowski, Lizenz: cc
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Open-Content-Lizenzen. Die bekanntesten Lizenzen sind die "GNU Free Documentation License" und die "Creative Commons License". Erstere wurde ursprünglich für Handbücher zu Open-Source-Software entwickelt, aber auch die Freie Enzyklopädie Wikipedia steht unter dieser Lizenz.
Die Creative-Commons-Lizenz wurde 2001 im Rahmen einer Initiative entwickelt, die der US-amerikanische Juraprofessor Lawrence Lessig entscheidend mitgeprägt hat. Dem üblichen "All rights reserved" wird ein "Some rights reserved" gegenüber gestellt. Nach dem Baukastenprinzip können die Autorinnen und Autoren bei der Lizenzierung entscheiden, wie ihre Texte genutzt werden können: Ob eine kommerzielle Nutzung erlaubt oder verboten ist und ob das Werk verändert werden darf. Eine gute Zusammenfassung von Lessigs Idee bieten auch die Texte "The Future of Ideas (Lawrence Lessig)" und "The Future of Ideas: Anwendungsfall Creative Commons" in unserer Bibliothek.
Schwierigkeiten der Lizenzvielfalt
Nachteil dieser Lizenzvielfalt ist die Schwierigkeit, unterschiedlich lizenziertes Material miteinander zu kombinieren. Die komplizierte rechtliche Lage steht dem Ursprungsgedanken des freien Austauschs von Wissen entgegen, der durch 'Lizenzinkompatibilitäten' wieder behindert werden kann. So kann zum Beispiel Material, dessen Creative-Commons-Lizenz eine kommerzielle Nutzung ausschließt, nicht im Rahmen der Wikipedia verwendet werden.
Copyleft
Als Copyleft bezeichnet man ein Verfahren, dass freie Software und freie Inhalte schützen und frei erhalten soll. Computerprogramme, Texte, Musik oder Bilder dürfen kopiert, verteilt und verändert werden, wenn die veränderten Werke unter gleichen Bedingungen weitergegeben werden.
Dieses Verfahren ist zum Beispiel Bestandteil der Gnu General Public License (GPL) und derjenigen Creative-Commons-Lizenzen, die den Zusatz "share alike" bzw. "Weitergabe unter gleichen Bedingungen" enthalten.
Selbst Inhalte als Open-Content anbieten
Wer selbst Inhalte als Open-Content zur Verfügung stellen möchte, dem bieten die Creative-Commons-Lizenzen eine sehr komfortable Möglichkeit. Mit wenigen Klicks kann man sich ein Lizenzmodell auswählen, auf das dann einfach verwiesen wird. Die Creative-Commons-License ist auch für juristische Laien gut verständlich, wurde in viele Sprachen übersetzt und der jeweiligen Rechtssprechung angepasst.
Bei der Lizenzwahl sollte jedoch bedacht werden, welche Konsequenzen ein Verbot kommerzieller Nutzung hat und ob die Weitergabe unter gleichen Bedingungen ("share alike") nicht ausreicht.
Dieser Text ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert. Sie dürfen den Inhalt vervielfältigen, verbreiten und bearbeiten, wenn Sie den Namen des Autors/der Autorin nennen und den Text unter den gleichen Lizenzbedingungen weitergeben. Bitte beachten Sie, dass die Bilder anderen Lizenzen unterliegen.
Literaturtipps: Open-Content
Sebastian Deterding:
Into the Great Wide Open - Open Source, jenseits von Software
André Spiegel:
Die Befreiung der Information
Till Jaeger/Axel Metzger: Open-Content-Lizenzen nach deutschem Recht
Rainer Kuhlen:
Wem gehört die Information im 21. Jahrhundert?
Rainer Kuhlen/Jochen Brüning:
Creativ Commons (CC)
Jeanette Hofmann:
Weisheit, Wahrheit und Witz - Über die Personalisierung eines Allgemeinguts
Erik Möller:
Freiheit mit Fallstricken: Creative-Commons-NC-Lizenzen und ihre Folgen






