Open Source und Open Content
Open Source
Der Begriff "Open Source" steht für Computerprogramme, deren Quellcode für jeden zugänglich ist. Bekannte Beispiele sind das Betriebssystem Linux, das Office-Programmpaket OpenOffice, der Browser Firefox oder die Bildbearbeitungssoftware Gimp. Weit verbreitet ist auch die Server-Software Apache, auf der die meisten Webserver im Internet basieren.
Aber was ist eigentlich ein Quellcode? Computerprogramme werden in verschiedenen Programmiersprachen geschrieben, die für Menschen verständlich sind, aber nicht für Maschinen. Deshalb werden viele Programme von einem so genannten "Compiler" in Binärdateien übersetzt, also in eine Reihe von Befehlen für den Computer. Um ein Computerprogramm zu verändern, ist die ursprüngliche Programmdatei nötig, die als Quellcode oder Quelltext bezeichnet wird. Das kompilierte Programm wird dagegen Maschinencode genannt.
Ein offener Quellcode ermöglicht es also, eine Software nicht nur zu benutzen, sondern auch nach eigenem Wunsch zu verändern. Das ist für die meisten Anwenderinnen und Benutzer eines Computers nicht weiter von Bedeutung, für sie ist wichtiger, dass Open-Source-Software in der Regel kostenlos und legal aus dem Internet heruntergeladen werden kann, frei benutzt, kopiert und weitergegeben werden darf. Die Modalitäten für die Veränderung und Weitergabe der Programme wird in der Programmlizenz geregelt. Eine weit verbreitete Lizenz ist die GNU-GPL.
Die GNU- General Public License (GPL) ist eine Lizenz für freie Software. Darin wird festgelegt, dass das Programm für jeden Zweck genutzt werden kann. Kopien des Programms dürfen verkauft oder kostenlos verteilt werden, sofern der Quellcode mitverteilt wird. Die Software darf den eigenen Bedürfnissen angepasst oder verbessert werden. Das veränderte Programm darf jedoch nur unter den zuvor genannten Bedingungen weitergegeben werden.
Linktipps:
- In unserer Bibliothek: Erik Möller über Die Befreiung des Codes.
- www.opensource.org, die Open Source Initiative (OSI).
- Die deutsche Übersetzung der GNU - General Public License (GPL)
- Software gratis: Tipps für Jugendliche von der Verbraucherzentrale.
- Das Buch Freie Software. Zwischen Privat- und Gemeineigentum. von Volker Grassmuck steht komplett im Netz zur Verfügung.
- Das Open Source Jahrbuch 2004 mit einer Sammlung von Texten.
- Sowie das bereits vergriffene Buch Open Source - kurz & gut beim O'Reilly Verlag.
Open Content

- © Mauro Simonato
In Anlehnung an den Begriff Open Source ist der Begriff Open Content für Texte, Bilder, Tondokumente und Filme entstanden, deren Weiterverbreitung nicht durch die engen Grenzen des Urheberrechts behindert und eingeschränkt werden soll. Der zunehmenden Kommerzialisierung von Information und Wissen soll eine Alternative entgegengesetzt werden, die den freien Austausch von Ideen ermöglicht. Die freie Enzyklopädie Wikipedia ist ein gutes und erfolgreiches Beispiel dafür, wie auch an Inhalten gemeinsam gearbeitet werden kann. Aber auch Texte und Bilder, die nicht verändert werden dürfen, können als Open Content bezeichnet werden. Analog zur GNU-GPL ist die Creative Common License entstanden, die die Umgangsweise mit einem Werk regelt. Dem üblichen "All rights reserved" wird ein "Some rights reserved" gegenüber gestellt.
Werke, die der Creative Common License unterliegen, dürfen kopiert und verbreitet werden, wenn der Urheber oder die Urheberin genannt wird. Nach dem Baukastenprinzip können die Autorinnen und Autoren entscheiden, wie ihre Texte genutzt werden können: Ob eine kommerzielle Nutzung erlaubt oder verboten ist und ob das Werk verändert werden darf.
Linktipps:
- In unserer Bibliothek: Jochen Brüning/Rainer Kuhlen über Creative Commons.
- www.creativecommons.org: Die Creative Commons License und Hinweise auf Musik, Videos, Bilder und Texte, die unter dieser Lizenz veröffentlicht sind.
- Yahoo hat versuchsweise eine Suchfunktion eingerichtet, mit der speziell nach Creative-Common-Inhalten gesucht werden kann.
- Die Wizards of OS sind Programmierer, Künstler, Wissenschaftler und Politaktivisten, die sich für freie Software und freien Informationszugang stark machen.
- Dr. Rainer Kuhlen ist Professor für Informationswissenschaft an der Universität Konstanz und setzt sich mit dem Zugang zu Informationen und mit Creative Commons auseinander.
Schenken und Tauschen

- Bild: mco
Darüber hinaus gibt es im Internet viele kostenlose Angebote oder Tauschbörsen für Computerprogramme, Bücher, Musik oder Bilder, die von Privatleuten oder Profis angeboten werden und nicht unter dem Label Open Source oder Open Content laufen. Mit oder ohne gesellschaftspolitischen Hintergrund wird auf diese Weise getauscht und verschenkt. Dazu gehören zum Beispiel kostenlose Bilddatenbanken, in denen für kommerzielle oder nicht kommerzielle Zwecke gestöbert werden kann.
Oder eine riesige Palette so genannter Freeware, also kostenloser Computerprogramme. Im Gegensatz zu Open-Source-Software wird bei Freeware der Quellcode nicht weitergegeben. Als Freeware gibt es in der Regel eher kleinere Programme, im Gegesatz zu großen Open-Source-Projekten, an denen zum Teil eine große Gemeinde von Programmierern arbeitet.
Linktipps:
- Kostenlose Bilddatenbanken mit unterschiedlichen Nutzungsbedingungen: sxc.hu Image*after Pixelquelle Photocase
- Freeware: Für Windowssysteme www.freeware.de Für Applesysteme www.free4mac.de
- Bücher: Das Gutenberg-Projekt bietet den kostenlosen Download von mehr als 15.000 Büchern an unter www.gutenberg.org
- englischsprachige, kostenlose Open Source Suchmaschine: www.sourceforge.net
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Vorträge zum Thema Open Content als mp3
Bundeskongress Politische Bildung:
Wer verfügt über das im Internet vermittelte Wissen?
Literaturtipps:
Geistiges Eigentum
Robert A. Gehring:
Digital Rights Management
Rainer Kuhlen:
Wem gehört die Information im 21. Jahrhundert?
Rainer Kuhlen/Jochen Brüning:
Creativ Commons (CC)
Erik Möller:
Die Befreiung des Codes.
Jeanette Hofmann:
"Weisheit, Wahrheit und Witz". Über die Personalisierung eines Allgemeinguts.
Jeanette Hofmann:
Das "Digitale Dilemma" und der Schutz des geistigen Eigentums.







