Parodie
Griechisch: Gegengesang
Sie setzt ein wissendes Publikum voraus, das den Original-Text kennt. Dieser wird ganz oder in Teilen verspottet oder lächerlich gemacht, indem die äußere Form beibehalten wird und ein anderer dem Original "unangemessener" Inhalt präsentiert wird. Das Verfahren hat große Verwandtschaft zur Travestie, wobei die Abgrenzung nicht immer sinnvoll gemacht werden kann.
Erwin Rotermund führt aus: "Eine Parodie ist ein literarisches Werk, das aus einem anderen Werk beliebiger Gattung formal-stilistische Elemente, vielfach auch den Gegenstand übernimmt, das Entlehnte aber teilweise so verändert, daß eine deutliche, oft komisch wirkende Diskrepanz zwischen den einzelnen Strukturschichten entsteht. Die Veränderung des Originals, das auch ein nur fiktives sein kann, erfolgt durch totale oder partiale Karikatur, Substitution (Unterschiebung), Adjektion (Hinzufügung) oder Detraktion (Auslassung) und dient einer bestimmten Tendenz des Parodisten, zumeist der bloßen Erheiterung oder der satirischen Kritik." (Erwin Rotermund: Die Parodie in der modernen Lyrik. München 1963. )
Der Kabarettist Dieter Hildebrandt parodierte einmal die Sprechweise des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl mit dem Vortrag des Gedichtsanfangs "Der Mond ist aufgegangen ..."
Was schon als Beispiel für eine akkustische Karikatur dienen konnte, verdeutlicht an dieser Stelle auch das Stilmittel der Parodie.
Hörbeispiel: Der Mond ist aufgegangen (mp3)
Mit freundlicher Genehmigung von Merkton Produktion & Verlag.







