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Perspektivenübernahme - die subjektive Kamera

Die 'Subjektive Kamera' - auch als 'Point-of-View Shot' bezeichnet (vgl. MONACO 1997 S. 575) - versetzt die Kamera in die Position der handelnden Figur (oder des Filmobjekts). Man sieht damit die Welt aus der subjektiven Sichtweise der Figur. Die subjektive Kamera stellt eine Erweiterung der beschreibenden Außensicht dar und erleichtert den Rezipienten das Sich-Einfühlen in Charaktere. Im Gegensatz zur Außensicht kommt es bei der subjektiven Kamera nicht so sehr auf traditionelle ästhetische Kriterien an, wie ruhige Kamera, reflektierter Bildaufbau, sondern es geht vielmehr um spontane, erfrischende und subjektive Bilder. Die können und müssen zuweilen verwackelt und hektisch sein. Da Kinder erfahrungsgemäß bei ihren ersten Videoaufnahmen zu einer unruhigen und verwackelten Bildgestaltung neigen, bietet sich das ästhetische Format der subjektiven Kamera als ein Einstieg in die Videoproduktion an, in der es weniger um ästhetische Perfektion, sondern vielmehr um die Umsetzung kreativer Ideen und die Antizipation von Sichtweisen geht.

 

Folgende Lern- und Erfahrungsfelder sind mit dieser Art der Filmarbeit verbunden:

  • Ästhetische und soziale Aushandlungsprozesse (wer ist vor und wer hinter der Kamera?)
  • Koordination und Organisation von Handlungsabläufen (erste Regietätigkeiten)
  • Spielerischer und experimenteller Kameraeinsatz (wie die Kamera in ihrer jeweiligen Rolle die Welt sieht)
  • Für eher zurückhaltende Kinder/Jugendliche: die Übung ermöglicht den Kindern, sich vor der Kamera zu inszenieren; es ist aber ebenso möglich, im Verborgenen zu bleiben.

 

Man kann den Kindern verschiedene Perspektiven vorgeben, die sie mit der Kamera nachstellen sollen. Bei der Aufgabenstellung ist darauf zu achten, dass es sich um Kontexte/Personen/Objekte handelt, die Teil des Erfahrungshorizonts der Kinder sind. Folgende Aufgabenstellungen sind denkbar:

  • Ein Fußballspiel aus der Sicht des Fußballs
  • Ein Hund, der «Gassi geführt» wird
  • Ein Skateboard auf der Halfpipe
  • Die Sicht einer Faust im Rahmen einer Schlägerei
  • Die Sicht des Fernsehers auf die Zuschauer

 

Darüber hinaus können die Kinder auch zur Realisierung eigener Ideen ermutigt werden.

 

Praxistipp: Filmisches Handwerk

Know-how:
Filmisches Handwerk