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Pornografie im Internet

Bilder: Anja Lochner, cc

 

Was Jugendlichen früher auf den Unterwäscheseiten im Neckermann-Katalog suchten, finden sie heute auf youporn oder badpinkgirl: Nackte Körper, Erotik, Sex, Pornografie - und das ganz anonym, kostenlos und leicht zugänglich. Diese Fülle sexueller und pornografischer Inhalte im Internet, die Niedrigschwelligkeit des Angebots und die Unkontrollierbarkeit des Mediums rufen bei Erwachsenen allerdings häufig Ängste auf den Plan: Führt die Allgegenwart nackter Körper und pornografischer Darstellungen zu sexueller Verwahrlosung, Gewalt und Werteverfall?

 

 

Sehnsucht, Neugier, Kicks

Dass Jugendliche sich mit sexuellen oder pornografischen Inhalten beschäftigen, ist normal und Teil ihrer Entwicklungsaufgabe, nämlich die Auseinandersetzung mit der eigenen und fremden Sexualität. Sexseiten im Internet bieten ihnen dabei die Möglichkeit sich zu orientieren, Sehnsüchte und die eigene Neugier zu befriedigen und erste Erfahrungen zu sammeln, wie "es" gehen könnte. Hinzu kommt der Kick, etwas Verbotenes zu tun. Das muss nicht zwangsläufig zu abwegigen Sexualvorstellungen, sexueller Frühreife oder grundfalschen Geschlechterbildern führen. Entscheidend ist vor allem, dass Erwachsene Jugendlichen die Möglichkeit geben, die gesehenen Bilder zu verarbeiten und entsprechend einzusortieren.

 

 

Problematisch wird es allerdings, wenn Kinder und Jugendliche unfreiwillig auf Inhalte stoßen, die sie ekeln, erschrecken oder verstören, oder wenn sie in Chats mit Pädophilen in Berührung kommen. Aus pädagogischer Sicht ist es daher unerlässlich, Heranwachsende in diesem Prozess nicht alleine zu lassen, sondern sie kompetent, offen und unaufgeregt zu begleiten und zu unterstützen. Kinder und Jugendliche brauchen Werte und Normen, um sexuelle oder pornografische Bilder einordnen und eine aufgeklärte Vorstellung von Sexualität entwickeln zu können, und Erwachsene, die ihnen bei der Herausbildung eines entsprechenden Urteilsvermögens behilflich sind.

 

 

Informationen zum Thema

Um Eltern, LehrerInnen und anderen PädagogInnen, aber auch Jugendlichen Orientierung zu bieten, haben wir für Sie interessante Texte, Buchtipps, Filme und Beratungsstellen zum Thema zusammengestellt. mehr...

 

 

Autorin: Anja Lochner, MediaCulture-Online

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Kommentare

3 Kommentare
#3 Chris schrieb am 03.09.2010 09:22 answer email homepage

Meine Rede! Wichtig ist vor allem, dass die Kids auf ihren Reisen in die virtuelle Welt begleitet und über Gefahren aufgeklärt werden. Wenn sie dann genug Verantwortungsbewusstsein entwickelt haben, kann man sie auch mal getrost allein am PC chatten lassen, ohne sich ständig sorgen zu müssen. Eine Internet-Kindersicherung kann bei der ganzen Problematik stets nur ergänzende Wirkung haben.

#2 Anja Lochner schrieb am 22.04.2010 17:05 answer email

Lieber Sergej! Das ist ein durchaus berechtigter Einwand. Den Suchtaspekt haben wir allerdings bewusst zunächst außen vor gelassen, da uns zu diesem Thema bislang noch keine hieb- und stichfesten Studien vorliegen. In unserem Special haben wir zudem versucht, dieses Thema eher auf breiter Ebene abzuhandeln. Unsere Recherchen zu diesem Thema laufen noch, und unsere Liste zu speziellen Materialien und Angeboten erweitern wir entsprechend. Wir hoffen, dass wir in bezug auf diese Suchtproblematik demnächst mehr anbieten können. Anregungen sind uns darüber hinaus natürlich sehr willkommen!

#1 Sergej schrieb am 21.04.2010 13:16 answer email

Das ist alles schön und gut. Allerdings bleibt der Aspekt der Sucht völlig aussen vor. Und gerade dieser Suchtaspekt spielt bei meinen Schülern/innen eine nicht unerhebliche Rolle. Wieso kommt dies nicht vor?!?

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