Metanavigation:


Präsentationsmöglichkeiten der medialen Produkte

Oft wird die Frage aufgeworfen, ob und wie das fertig gestellte mediale Produkt im Rahmen von Präsentationen, die über die Gruppe ihrer Autorinnen und Autoren hinausgehen, eingesetzt werden kann. Im Ideenpool wurden zu jedem Spiel bzw. Workshop diesbezügliche Empfehlungen vermerkt. Generell gibt es mehrere, abgestufte "Öffentlichkeitsebenen". Da den Aktionen der mehrsprachigen Medienarbeit stets aufgenommene bzw. inszenierte Resultate folgen, ist mit den Kindern und Betreuungspersonen zu klären, welche der Ergebnisse nur interne Funktion haben (Kennenlernen der Sprachen und der Kinder in der Gruppe, erste Bekanntschaft mit bestimmten Medien, Ausprobieren) und welche Ergebnisse für Präsentationen verwendbar sind. Oft entscheidet auch die Grundkonzeption über die Verwertung (etwa die Radiosendung, eine Zeitung oder ein Fotoreport).

 

Ebene 1: Gruppeninterne Präsentation

Jedes in der Gruppe entstandene Projekt wird zunächst gruppenintern präsentiert und besprochen. In wie weit die Resultate und Informationen auch für Andere interessant sein könnten bzw. andere betreffen, wird gemeinsam abgeklärt. Mit einem Produkt aus der Gruppe hinauszugehen, heißt aber auch, die Integrität und Gruppendynamik zu beeinflussen, besonders dann, wenn viele gruppeninterne Momente mitverarbeitet sind. Zum Beispiel müssten es die Kinder verkraften, wenn niemand über Witze lacht, die nur innerhalb der Gruppe verständlich sind.

 

Ebene 2: Geschlossene Präsentation (in der Schule, vor Eltern und anderen Schülerinnen und Schülern)

Präsentationen im halböffentlichen Rahmen sind eine gute Möglichkeit, mediale Produkte vorzustellen. Da es ja auch um das Vorstellen von Sprachen geht, die die jeweiligen Inhalte transportieren, werden alle Personen angesprochen sein, die diese Sprachen sprechen, Eltern und Geschwister zuvorderst.

 

Ebene 3: Öffentliche Präsentationen, öffentliche Medien

Temporäre und kontinuierliche Präsentationen für eine anonyme Öffentlichkeit sind eine große Herausforderung für die jeweiligen Kindergruppen, die an mehrsprachigen medialen Produkten arbeiten. Wer veröffentlicht, trägt auch die Verantwortung für die Inhalte. Das betrifft die sorgfältige Recherche, das Thema, das für die Öffentlichkeit interessant sein könnte (Multilingualität erfüllt dieses Kriterium allemal) und Sorgfalt in den Formulierungen, um andere nicht zu brüskieren, zu beleidigen oder bloßzustellen.

Audioprodukte (Reporte, Hörspiele) können an Radiostationen herangetragen werden. Die Erfahrung zeigte, dass die nichtkommerziellen Sender gerne bereit sind, von Kindern gestaltete Sendungen in ihr Programm aufzunehmen. Kleinere lokale Fernsehstationen ("Stadtfernsehen") sind eher bereit, Videoprodukte auszustrahlen. Live-Präsentationen und Veranstaltungen, im Rahmen derer Videofilme oder CD-Roms vorgeführt werden, bieten eine gute Gelegenheit, die mehrsprachigen Produkte in die Öffentlichkeit zu tragen. Ausstellungsräumlichkeiten sind ein gutes Podium für mehrsprachige Foto-Text-Arbeiten.

 

Präsentationsmöglichkeiten allgemein ...

Generell ist im Begriff "Mehrsprachige Medienarbeit" immer eine bestimmte Präsentationsform mitgedacht - intern oder öffentlich. Wer also darin zu arbeiten beginnt (Kinder wie Betreuungspersonen gleichermaßen), denkt auch schon nach, wo das Produkt platziert werden könnte. Ein Spaziergang mit offenen Augen bringt vielleicht schon Ideen. Beim Blättern in (Lokal-)Zeitungen stoßen die Kinder vielleicht auf eine geeignete Möglichkeit zur Präsentation.

 

Zurück zu: Praktische Tipps