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Realschule

Vorbemerkung:

 

Die Gesamtzahl der Unterrichtsstunden hängt davon ab, welche Vorkenntnisse die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit den einzelnen Programmen bereits besitzen. Wenn die Software völlig unbekannt ist macht es Sinn, jeweils eine Unterrichtsstunde zur Einführung in das Programm "Magix Music Maker" und eine Unterrichtsstunde für "Magix Musikstudio" einzuplanen.

Im spielerischen Umgang üben die Schülerinnen und Schüler die einzelnen Schritte der Bedienung. Der zielgerichtete Einsatz der Software findet in den folgenden Stunden statt.

 

Hier finden Sie weitere Informationen über den "Magix Music Maker": www.magix.de

 

Selbstverständlich lässt sich dieses Unterrichtsmodul auch mit anderen Programmen verwirklichen.

 

Alternativen:

Cubasis und WavelabLite statt Magix Musikstudio.

Acid von Sonic statt Magix Music Maker.

1. Stunde - Interviews anhören

Die Klasse wird in zwei Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe erhält ein Interview zum Anhören. Je nach Schülerzahl und den Voraussetzungen vor Ort, findet dieser Schritt für beide Gruppen gleichzeitig oder zeitlich versetzt statt. Die Lehrerin/der Lehrer muss darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler nicht bemerken, dass sie zwei unterschiedliche Versionen des Interviews ausgehändigt bekommen. Gruppe A erhält das ursprüngliche Gesamtinterview und Gruppe B die manipulierte Version. Nur so wird die anschließende Auswertung im Plenum den gewünschten Lernprozess eindrucksvoll in Gang setzen können.

 

Version A (ursprüngliche Version).

Version B (manipulierte Version).

 

Beide Gruppen erhalten für den Auswertungsvorgang dasselbe Arbeitsblatt. Sie beurteilen die Bedingungen an der Rotbühlschule und bewerten die Aussagen von Schulleiter Scheibner.

 

Auf der Basis dieser Analyse fertigen sie einen kurzen Zeitungsbericht zum Thema an. Die Schlagzeilen werden der Lehrerin/dem Lehrer zur Sammlung übergeben.

 

Beispiele:

"Schüler lerne Konflikte lösen".

"An der Rotbühlschule ist die Welt noch in Ordnung".

"So macht Schule Spaß".

"Die Gewalt ist angekommen".

"Lehrer haben Angst vor Schülern".

2. Stunde - Schlagzeilen vergleichen

Die Schlagzeilen der beiden Gruppen werden miteinander verglichen. Um den Vergleich zu veranschaulichen, werden einige Schlagzeilen exemplarisch an die Tafel gepinnt oder anderweitig präsentiert.

 

Sehr schnell werden die Schülerinnen und Schüler feststellen, dass eklatante Widersprüche auftauchen. Diese gilt es nun aufzudecken. Vermutungen werden geäußert, es wird diskutiert.

 

Wenn keine neuen Spekulationen geäußert werden, wie es zu den unterschiedlichen Interpretationen des Interviews kommen konnte, bekommen die Schülerinnen und Schüler den vollständigen Interviewtext und streichen diesen nun auf die manipulierte Version zusammen.

Dazu müssen sie parallel auch das Audioprogramm mit der geschnittenen Version zur Verfügung haben. Sie markieren im Text, was sich verändert hat. Die verblüffende Erkenntnis wird sein, dass es sich nicht um zwei verschiedene Interviews handelt, sondern dass die Manipulation durch den Tonschnitt zustande kommt.

Mit dieser Erfahrung im Hintergrund entsteht im Plenum eine Diskussion, in deren Verlauf die Schülerinnen und Schüler ihre Meinungen äußern.

3. Stunde - Tondokument schneiden

Ein wesentliches Ergebnis der vorangegangenen Stunde ist die Erkenntnis, dass die Manipulation des Inhalts mittels Tonschnitt erreicht wird. Diesen Prozess vollziehen die Schülerinnen und Schüler selbst am PC.

Indem sie die Schnitte durch Markieren und Löschen der betreffenden Interviewteile ausführen, vertieft sich die Einsicht in die Manipulationsmechanismen.

Am Schluss dieser Phase steht die Frage, warum Tondokumente vor Gericht nicht als Beweismittel gelten können.

 

In Teamarbeit werden nun zunächst schriftlich An- und Abmoderationen für einen Rundfunkbeitrag mit dem geschnittenen Interview erstellt. Die Teams lesen anschließend die Ergebnisse vor, die Klasse wählt aus.

 

4. Stunde - An- und Abmoderation

Vorbemerkung:

Die manipulierte Interviewversion soll in einem Rundfunktbeitrag verwendet werden. Dafür wird zunächst die An- und Abmoderation aufgenommen. Es ist sinnvoll, dafür ausreichend Zeit einzuplanen. Zunächst werden im Plenum die Kriterien für die Moderationsgestaltung festgelegt: ausgewogenes Tempo, Redefluss, deutliche Aussprache, Betonung ... Verschiedene Schülerinnen und Schüler sprechen vor. Es wird ausgewählt und aufgenommen.

5. Stunde - Jingle herstellen

Vorbemerkung: Für das weitere Vorgehen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zur Anmoderation des Radiobeitrags wird auf jeden Fall Musik unterlegt, die den Inhalt des Interviews zusätzlich unterstreicht. Da es um Gewalt geht, benötigt man folglich harte und aggressiv klingende Musik.

 

1) Diese Musikstücke/Sequenzen kann man auf CDs finden. Als Hausaufgaben wählen die Schülerinnen und Schüler aus ihren CDs einige Stücke aus und bringen die entsprechende CD in den Unterricht mit.

Die Musik wird mit Hilfe des Audioprogramms in den Beitrag montiert.

 

2) Mit dem Magix Music Maker wird ein eigener Jingle produziert. Dieses Programm stellt fertige Loops zur Verfügung: Bass, Drums, Gitarre, Keyboard ... In der Regel umfasst ein solcher Loop zwei oder vier Takte. In der Montage stellt man daraus ein Musikstück zusammen.

Damit die Arbeit mit dem Magix Music Maker innerhalb einer Schulstunde erfolgsversprechende Ergebnisse erbringt, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

a) Die Lehrerin/der Lehrer stellt eine begrenzte Anzahl von Samples zur Verfügung, die bewusst zusammengestellt wurden.

Bei der Erprobung dieses Moduls kamen 20 Samples zum Einsatz. Die Schülerinnen und Schüler werden sich voraussichtlich schnell orientieren und umgehend zur gestalterischen Arbeit finden.

2. Die Musik soll lediglich acht Takte umfassen. Dies genügt für den vorliegenden Einsatz und ermöglicht ein sorgfältiges und kreatives Arbeiten.

 

Die Schülerinnen und Schüler stellen ihre Jingles vor. Es wird eine Auswahl getroffen. Der ausgewählte Beitrag wird zur Wave-Datei gerendert (zusammengerechnet) und steht nun für die endgültige Montage zur Verfügung.

 

6. Stunde - Rundfunkbeitrag montieren

Die einzelnen Teile für den Rundfunkbeitrag (Interview , Anmoderation, Abmoderation; Jingle 1, Jingle 2, weitere Musik) werden mit einem Audioprogramm (Cubasis oder Magix Audio Studio oder ein anderes Audioprogramm) montiert. Dafür stehen verschiedene Tonspuren bereit. Die in den vorangegangenen Stunden hergestellten Wave-Dateien werden importiert und in der gewünschten Reihenfolge zeitlich angeordnet. Die Lautstärkeabgleichung nimmt man mit dem virtuellen Mischer vor. Die Dateien werden am PC montiert.

Sollte bereits eine Musikauswahl getroffen sein, könnte man die Datei einarbeiten und den Gesamtbeitrag mischen.

Beispiel eines fertigen Radiobeitrags.

 

Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Thema Aufnahmetechnik und Geräte.

Informationen und Anleitungen zu Audioprogrammen finden Sie unter anderem auf dem Lehrerfortbildungsserver Baden-Württemberg.

 

Im weiteren Verlauf dienen die Stunden vor allem der Nachbetrachtung und Wiederholung. Die Lehrerin oder der Lehrer setzt entsprechend den zustandegekommenen Ergebnissen Akzente.

 

Bei der Erprobung der vorliegenden Unterrichtseinheit ergaben sich zwei Diskussionsschwerpunkte:

 

1. Wie werden die Radiohörer wohl reagieren, die beim Sender anrufen?

 

2. Wie sieht es wohl in der Realität mit Manipulationen aus? In welchem Umfang finden sie tatsächlich statt?

 

 

 

Externer Linktipp: Lernpfade

Der baden-württembergische Lehrerfortbildungsserver bietet Unterrichtseinheiten zum Thema neue Medien im Fachunterricht an. mehr...