Realschule
Ablauf des Unterrichts
Vorbemerkung:
Im Verlauf dieser Unterrichtseinheit sollen die Schülerinnen und Schüler anhand der Homepage ihrer eigenen Stadt:
- die Aufgaben und die Struktur der Stadtverwaltung erarbeiten.
- erkennen, dass die Städte mit oft aufwendigen Internetauftritten den Bürgern helfen und sie informieren wollen.
- erkennen, dass die kommunalen Seiten meist über bloße Information hinausgehen in Richtung einer Abwicklung von Verwaltungsabläufen über das Internet (= eGovernment).
- erkennen, dass die Bürgerinnen und Bürger sich über politische und verwaltungstechnische Abläufe aktuell informieren können.
- erkennen, dass in dieser Entwicklung Chancen, aber auch Risiken stecken.
- sich so viel Wissen aneignen, dass sie in einer schriftlichen oder persönlichen Konfrontation mit Fachleuten bestehen können.
Das vorliegende Unterrichtsmodul kann nur einen beispielhaften Verlauf darstellen. Selbstverständlich sollte im konkreten Fall mit der jeweiligen Homepage der eigenen oder einer nahen Stadt gearbeitet werden.
Dass sich die jeweiligen Seiten unterscheiden, versteht sich von selbst. Deshalb müssen die „eigenen Seiten” sowie die in der Unterrichtseinheit vorgeschlagenen Seiten vor der Umsetzung unter die Lupe genommen werden.
Außerdem ist es sinnvoll, dass sich die Lehrerin/der Lehrer vor Beginn der Unterrichtseinheit auf den folgenden Internet-Seiten mit dem Thema eGovernment vertraut macht.
1. und 2. Stunde - Wozu ist unser Rathaus eigentlich da? Ämter und Amtsstruktur
Die Lehrkraft legt den Schülerinnen und Schülern anhand einer Folie mögliche Fragen dar, die an die Rathausverwaltung herangetragen werden könnten. Die Schülerinnen und Schüler stellen Vermutungen an, wohin man sich am besten mit diesen Fragen wendet.
Die Vermutungen der Schülerinnen und Schüler, dass einige oder alle Fragen bei der Stadtverwaltung geklärt werden können, werden überprüft, indem im Internet die Homepage der eigenen Stadt aufgerufen wird.
Die Lehrkraft verweist auf die Suchfunktion der jeweiligen Seite mit dem Hinweis, dass viele Bürgerinnen und Bürger solche Fragen haben. Deshalb werden aus den Fragen Suchbegriffe herausgefiltert, um die Suchfunktion der Homepage nutzen zu können. Die von den Schülerinnen und Schülern gefundenen Suchbegriffe werden neben den Fragen eingetragen, die auf demArbeitsblatt "Was wird auf unseren Rathäusern gemacht?" noch einmal übersichtlich aufgelistet sind.
Bei der ersten Frage notieren die Schülerinnen und Schüler beispielsweise als Suchbegriff "Grundschule". Anschließend wird dieser Suchbegriff auf einer kommunalen Homepage eingegeben, mit dem Ziel herauszufinden, ob die Stadtverwaltung mit diesem Thema zu tun hat.
In fast allen Fällen wird jetzt
- deutlich, dass die städtische Homepage reagiert, weil wir eine städtische Aufgabe gefunden haben und
- das entsprechende städtische Amt angezeigt, das zuständig ist.
Die Schülerinnen und Schüler tragen in der letzten Spalte des obigen Arbeitsblatts die gefundenen Ämter ein und kommentieren das Ergebnis .
Im Hinblick auf weitere städtische Aufgaben wird auf der Homepage ein Hinweis gesucht, wo alle Ämter in der Übersicht dargestellt werden (bei manchen Städten auch mit Bildern der Verwaltungsspitze).
Diese Übersicht wird besprochen. Dann wird ein Arbeitsblatt (das individuell gestaltet sein muss) ausgeteilt, das (eventuell als Screenshot) diese Übersicht enthält.
Hier kann auch ein zusammenfassender Tafeltext eingetragen werden.
Wenn Zeit bleibt, kann über ein kleines vorbereitetes Rollenspiel eine telefonische Kontaktaufnahme mit der Stadtverwaltung gespielt werden. Eine Schülerin/ein Schüler ruft mit einem Anliegen - beispielsweise einer Frage zur Hundesteuer - bei der Stadtverwaltung an und wird zum entsprechenden Amt weitervermittelt.
Eine weitere Schülerin oder ein Schüler spielt den Sachbearbeiter.
3. und 4. Stunde - Neue Formen der Kontaktaufnahme kennen lernen
Nun sollen die Schülerinnen und Schüler weitere Nutzungsmöglichkeiten des Internets auflisten. Diese werden gesammelt und auf die Folie 2 übertragen.
Beispiele:
- Informationen
- Bestellungen
- Musik u.a. anhören
- Herunterladen
- Kaufen
- Forum
- Chat und so weiter
Die Lehrkraft stellt nun einen „virtuellen” jungen Bürgermeister vor, der eine solche Liste kennt und überlegt, was davon er für seine städtische Homepage nutzen könnte. Auf welche Ideen kann man kommen?
Fantasiereiche Schülervorschläge werden in die rechte Spalte der Folie 2 eingetragen.
Beispiele:
- Bestellungen: Prospekte, Eintrittskarten, Pläne, Broschüren ...
- Herunterladen: Formulare, Anträge, Bestimmungen, Gemeinderatsprotokolle ...
- Kaufen: -
- Forum: Diskussionen zu kommunalen Themen ...
- Chat: -
- Informationen: Veranstaltungen, Sitzungen, Presseberichte, neue Bestimmungen, Protokolle ...
Nun können verschiedene städtische Homepages daraufhin untersucht werden, ob solche Ansätze bereits zu finden sind.
Das wird je nach Stadt sehr unterschiedlich sein.
An dieser Stelle wird auf die außergewöhnliche Homepage des Dorfes Sternenfels verwiesen - eines der sogenannten "Mediendörfer" in Baden-Württemberg.
Hier finden Sie eine Liste von städtischen Homepages, die Schülerkleingruppen zur Untersuchung im Internet dienen können, weil sie viele kreative Ansätze zur elektronischen Nutzung von Bürgerkontakten beinhalten:
Hinweis:
Wer auf der preisgekrönten Homepage der Stadt Erlangen „eGovernment” anklickt, stößt auf eine verblüffende Anzahl von Online-Diensten. Die Stadt ist auf dem Weg zu einem „virtuellen Rathaus” schon sehr weit. Ihr Info-Flyer und ihr Masterplan sind gute Einführungspapiere für diese Thematik.
Auch die Stadt Dortmund verfolgt mit ihrem „do-map”-System sehr weitgehende elektronische Strategien. Hier können die Bürgerinnen und Bürger durch elektronische Kennung schon verbindliche Aufträge und Zahlungen veranlassen.
Die Schülerinnen und Schüler arbeiten selbstständig an der Analyse ihrer jeweiligen Homepage und versuchen ihre Ideen, die auf der Folie 2 festgehalten sind, wiederzufinden und neue zu entdecken. Einige Gruppen berichten über die gefundenen Ergebnisse, und die Klasse wird feststellen, wie weit Städte bei der Nutzung neuer Medien im Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern bereits sind. Besondere Aspekte können stichwortartig in den unteren Kasten der Folie eingetragen werden. Dabei sollte die Lehrkraft darauf achten, dass der Begriff „eGovernment” von der Erlangener Homepage als der übergreifende Fachbegriff in die Überschriftenzeile der Folie aufgenommen wird.
Die neuen Erkenntnisse werden in einem abschließenden Klassengespräch gefestigt.
5. Stunde - eGovernment: Nutzen und Risiko
Die Lehrkraft berichtet von einer fiktiven Diskussion auf einer Personalversammlung im Rathaus:
Der Oberbürgermeister schildert die engagierte Entwicklung seines eGovernment-Konzepts und teilt mit, dass die Stadt an einem Wettbewerb zum Thema eGovernment teilnehmen will. Nach dieser Rede melden sich eine ganze Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit kritischen Beiträgen, bei denen auch Angst zu spüren ist.
Die Schülerinnen und Schüler werden aufgefordert, für beide Positionen Argumente zu sammeln.
Eine Gruppe übernimmt es, die positiven Argumente aufzulisten, die der Oberbürgermeister bei seiner Rede dargestellt haben könnte. Die andere Gruppe versetzt sich in die Rollen der Mitarbeiterinnen und Miarbeiter, die die Entwicklung sorgenvoll betrachten. Die Argumente werden an der Tafel gesammelt.
Hinweis:
Als kleine Hilfe bei der Sammlung der Argumente kann das Arbeitsblatt "Sindelfingen" nützlich sein, auf dem einige Argumente gesammelt sind. Dieses Blatt soll nur zur Information dienen, es ist kein Arbeitsblatt zum Austeilen.
Eine Abstimmung in der Klasse zeigt, welche Argumente stärker gewirkt haben. Außerdem kann entschieden werden, eine E-Mail an die eigene Stadtverwaltung zu schreiben, die auch kritische Aspekte aufgreift und fragt, wie sich die eGovernment-Strukturen entwickeln sollen. Hier finden Sie das Beispiel einer Antwort, die eine solche Anfrage an eine Stadtverwaltung bewirkt hatte.
Natürlich ist auch denkbar, einen städtischen Fachmann zum Bericht und zu einer folgenden Diskussion im Rathaus zu besuchen oder in die Klasse einzuladen.
Externer Linktipp: Lernpfade
Der baden-württembergische Lehrerfortbildungsserver bietet Unterrichtseinheiten zum Thema neue Medien im Fachunterricht an. mehr...






