Realschule
Ablauf des Unterrichts
Vorbemerkung:
Alle Beispiel-Arbeitsblätter müssen vor dem Einsatz im Unterricht vergrößert werden (mindestens DIN A3).
1. Stunde (Deutsch):
Die Schülerinnen und Schüler diskutieren über das vorgegebene Thema ("Ein adoptiertes Mädchen will herausfinden, wer es wirklich ist"), zu dem sie einen Kurzfilm drehen sollen.
Alternative - Brainstorming:
Die Schülerinnen und Schüler sammeln Ideen zum Thema und tauschen die Ergebnisse im Unterrichtsgespräch aus.
Im Gespräch entwickeln die Schülerinnen und Schüler erste Handlungsstränge für den Film. Diese werden gesammelt.
Die Schülerinnen und Schüler entscheiden sich für eine mögliche Handlung und arbeiten diese weiter aus, indem sie Figuren aus dem Film kurz skizzieren.
Dazu wird das Arbeitsblatt "Figurenkonstellation" ausgeteilt, auf dem drei Gruppen (maximal vier Personen pro Gruppe) die einzelnen Figuren mit ihren Merkmalen beschreiben. Die Figuren werden dabei unter den Gruppen verteilt, so dass jede Gruppe einen Figurenblock bearbeitet.
Drei andere Gruppen arbeiten parallel dazu an den Szenen und verfassen eine Kurzform des Drehbuchs. Sie bekommen für diese Arbeit das Arbeitsblatt "Treatment". Die Handlung soll allerdings zunächst ohne Dialog beschrieben werden.
Nun werden die ersten Ergebnisse verglichen und gegebenenfalls angeglichen.
Die nicht fertig gestellten Arbeitsblätter werden als Hausaufgabe bis zur nächsten Stunde vervollständigt.
2. und 3. Stunde (Bildende Kunst):
Die Schülerinnen und Schüler zeichnen comicartig die bereits im Arbeitsblatt "Treatment" formulierten Szenen, die sie nun mithilfe des Arbeitsblatts "Storyboard" ausarbeiten. Dabei sollen sie bereits auf den Blickwinkel (später durch die Kamera) und die Bildausschnitte achten.
Das Storyboard kann auch gruppenweise aufgeteilt werden.
Die unvollendeten Zeichnungen werden als Hausaufgabe fertig gestellt und in der darauf folgenden Stunde präsentiert.
4. Stunde (Deutsch):
Im Unterrichtsgespräch wird kurz auf die Dialogfassung der Handlung eingegangen, damit sich die verwendete Sprache im Drehbuch nicht zu sehr unterscheidet.
Die Schülerinnen und Schüler suchen in der Gruppe eine Szene aus dem bereits bearbeiteten Arbeitsblatt "Treatment" heraus und bringen diese mithilfe des Arbeitsblattes "Drehbuchausschnitt" in eine Dialogfassung. Dabei müssen auch die späteren Bildausschnitte mit angegeben werden.
Die entstandenen Einzelszenen mit Dialogen werden vorgestellt und angeglichen. Nicht fertige Szenen werden als Hausaufgabe fertig gestellt.
5. Unterrichtsblock - erste Probeaufnahmen (ein Nachmittag, etwa drei Stunden, parallel zum regulären Unterricht):
Um die Dreharbeiten sinnvoll zu gliedern, empfiehlt es sich, zu den einzelnen Szenen Drehpläne zu machen. Die Schülerinnen und Schüler erstellen diese Pläne anhand eines Drehplan-Beispiels, wobei jede Gruppe eine Szene in das Schema übersetzt.
Alle Schülerinnen und Schüler erhalten diese gefertigten Pläne, die auch auf einem großen Plakat dargestellt werden, auf das zusätzliche Bemerkungen notiert werden können. Der Drehplan regelt den Ablauf der Dreharbeiten sowie die Aufnahmeabfolge der einzelnen Sequenzen.
Danach können die Film-Rollen verteilt werden.
Die Schülerinnen und Schüler, die keine Rolle übernehmen, schließen sich zu Gruppen zusammen, die unter anderem die Kamera bedienen (zwei Schülerinnen und Schüler), sich um den Ton kümmern (zwei Schülerinnen und Schüler), die Dreharbeiten überwachen, so dass niemand ins Bild läuft (drei bis vier Schülerinnen und Schüler). Außerdem wird ein Regisseur oder eine Regisseurin bestimmt.
Weitere Gruppen kümmern sich um die Maske und die Kostüme, um geeignete Drehorte und darum, dass sich die Ausrüstung rechtzeitig am Drehort befindet und danach wieder sorgfältig aufbewahrt wird. Auch sollte sich an dieser Stelle aus einer der Gruppen eine Schnittgruppe zusammenfinden (maximal vier Schülerinnen und Schüler).
Anschließend werden erste Probeaufnahmen gemacht, in denen das Schauspiel der Darsteller beobachtet und diskutiert wird und die Kamera- und Tongruppe sich mit den Geräten vertraut machen kann. Dabei können die Darsteller das Drehbuch benutzen.
Als Hausaufgabe lernen die Darsteller die Dialoge der ersten Szenen auswendig, die am nächsten Termin gedreht werden sollen.
6. Unterrichtsblock, etwa drei Stunden parallel zum regulären Unterricht:
Die ersten zu drehenden Szenen werden aufgenommen, von der Schnittgruppe durchgesehen und grob geschnitten. Diese Gruppe soll sich möglichst nah am Drehbuch halten.
7. und 8. Unterrichtsblock, jeweils etwa drei Stunden parallel zum regulären Unterricht:
Die grob geschnittenen Szenen werden gemeinsam angeschaut und besprochen.
Die folgenden Szenen werden aufgenommen, wiederum von der Schnittgruppe durchgesehen und grob geschnitten.
Erste Überlegungen zur Musik werden gemeinsam in der Klasse angestellt, für die folgende Musikstunde soll entsprechende Musik für den Film mitgebracht werden.
9. Stunde (Musik):
Die Schülerinnen und Schüler präsentieren verschiedene Lieder und entscheiden sich, welche Stücke als Filmmusik Verwendung finden. Diese Musik bekommt die Schnittgruppe.
Die Schülerinnen und Schüler entscheiden sich für den Titel des Films.
Achtung: Urheberrechte beachten, vor allem wenn der fertige Film veröffentlicht oder öffentlich gezeigt werden soll!
10. Unterrichtsblock, etwa 3 Stunden parallel zum regulären Unterricht:
Die Schnittgruppe schneidet den Film fertig und legt die Musik darunter. Auf- und Abspann mit Filmtitel und den Namen der Darsteller und Helfer werden gestaltet.
11. Stunde (Religion):
Im Religionsunterricht wird der Film von der gesamten Klasse angeschaut. Dabei wird über die Rollenverteilung im Film und das im Film behandelte Thema diskutiert.
Externer Linktipp: Lernpfade
Der baden-württembergische Lehrerfortbildungsserver bietet Unterrichtseinheiten zum Thema neue Medien im Fachunterricht an. mehr...






