Schillers "wilden" Jahre
Horus' Buch Schiller! Eine Comic-Novelle erschien 2005 und wurde vom Schiller-Nationalmuseum und dem Deutschen Literaturarchiv herausgegeben. Es umfasst die Jahre 1781/1782 und thematisiert dabei vor allem den inneren Konflikt des Dichters. Schiller fühlt sich zerrissen zwischen dem Gehorsam zu seinem Mentor Karl Eugen, Herzog von Württemberg, und dem Verlangen, sich als Künstler frei zu entfalten. Als er Schreibverbot erhält, begibt er sich auf die Flucht.
Auszugsweise haben wir hier ein paar Szenen dieser 'graphic novel' für Sie zusammengestellt. Für eine größere Ansicht, Bilder bitte einfach anklicken.
Der Brief des Herzogs
Die endgültige Entscheidung zur Flucht aus Stuttgart fällt für Schiller als sein Landesherr, Herzog Karl Eugen, ihm folgendes Schreiben sendet:
Freiheitsentzug
Herzog Karl Eugen zitiert Schiller zu sich und konfrontiert ihn mit seiner Tat: "Was fällt Ihm ein, sich unerlaubt aus dem Dienst zu entfernen, um sich in Mannheim am Theater Komödien anzusehen?!" Schiller gesteht seinen heimlichen Ausflug nach Mannheim, Karl Eugen verurteilt ihn zu vierzehn Tage Arrest.
Stuttgart und die Literatur
Die Hohe Karlsschule zieht von der Solitude nach Stuttgart, wo Schiller dem Fach Medizin zugewiesen wird. In der Stadt kommt Schiller an Literatur, was ihn weiter zum schreiben inspiriert.
Schiller trifft Schubart
Christian Friedrich Schubart, dessen Werk Schiller bewundert, sitzt gefangen auf der Festung Hohenasperg; seine Schriften haben den Unwillen des Herzogs erregt.
Schiller besucht Schubart im Kerker, er gibt sich als ein Freund des Räuber-Dichters aus. Schubart soll seine Räuber-Rezension vorlesen.
Uraufführung der "Räuber"
Es ist Schiller verboten, sich von seiner Stelle als Regimentsarzt zu entfernen. Daher reist er heimlich, inkognito nach Mannheim, um am 13. Januar 1782 die Uraufführung seiner Räuber erleben zu können.
Ein Augenzeuge berichtete: "Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäuste, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Fremde Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Türe. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht."
Flucht und Neuanfang
Im September 1782 flieht Schiller zusammen mit seinem Freund Andreas Streicher nach Mannheim, dann weiter über Darmstadt und Frankfurt nach Oggersheim. Frankfurt, die große Handelsmetropole, wo auch Goethe geboren ist, regt Schillers Vorstellungskraft an.
Inspiration auf dem Wege
Bis Worms wird Schiller auf seiner Flucht von seinen Freunden Streicher und Meyer begleitet. Danach beginnt sein weiterer mühsamer Weg allein nach Bauerbach, zum Gut der Freifrau Henriette von Wolzogen, wo er Asyl findet. Am letzten gemeinsamen Abend sehen sich die Freunde ein Gastspiel an...
Die Bilder wurden uns freundlicherweise von Horus, dem Autor und Zeichner, zur Verfügung gestellt.


















