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Schaffen Sie Spannungsbögen!

Rednerin

Für den Sprecher oder die Sprecherin ist es besonders wichtig, dass diese beim Sprechen gedanklich dem gesprochenen Wort immer voraus sind. Durch dieses Antizipieren des noch zu sprechenden Wortes oder Gedankens entsteht Spannung, die den Zuhörer am Ball bleiben lässt. Dieses Vorausdenken teilt sich dem Zuhörer unmitellbar mit und weckt sein Interessen am Vortrag und dem Redner.

 

Kleists "Anekdote aus dem letzten preussischen Kriege" (ein Text, der es beim Vortrag dem Lesenden gewiss nicht leicht macht) eignet sich in besonderer Weise, um mit Spannungsbögen zu arbeiten:

Hier der erste Satz aus der Anekdote:

 

"In einem bei Jena liegenden Dorf, erzählte mir, auf einer Reise nach Frankfurt, der Gastwirt, dass sich mehrere Stunden nach der Schlacht, um die Zeit, da das Dorf schon ganz von der Armee des Prinzen von Hohenlohe verlassen und von Franzosen, die es für besetzt gehalten, umringt gewesen wäre, ein einzelner preußischer Reiter darin gezeigt hätte; und versicherte mir, dass wenn alle Soldaten, die an diesem Tage mitgefochten, so tapfer gewesen wären, wie dieser, die Franzosen hätten geschlagen werden müssen, wären sie auch noch dreimal stärker gewesen, als sie in der Tat waren."

 

 

Literaturtipps: Atem- und Sprechtechnik

Stefan Wachtel:
Formen des Sprechens

Hans Jung:
Der Weg zur wirkungsvollen Rede in der Öffentlichkeit