ZKM-Tagung zum Thema Podcasting
Der vollständige Titel der Veranstaltung am Zentrum für Kunst und Medientechnologie, ZKM, hieß übrigens "Weblogs, Podcasting und Videojournalismus". Sie fand am 23. und 24. September 2005 in Karlsruhe statt und wurde von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert. Es kamen Wissenschaftler, Blogger und Podcaster aus der ganzen Bundesrepublik. Die Vorträge zum Thema Podcast hat das Institut für Medien und Wirtschaft am ZKM uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.
Professor Claus Leggewie (Zentrum für Medien und Interaktivität Gießen) hielt einen der Einführungsvorträge. Dabei ging er auf die neuen Kommunikationswege im und mit dem Internet ein, wobei Weblogs und Podcasts nur eine Form der neuen Möglichkeiten darstellen. Leggewie betonte die demokratischen Potenziale des Mediums Internet, das durch seine Aufforderung zur Interaktivität der politischen Diskussion zu neuer Blüte und neuer Qualität verhelfen könne. Dabei verwendete Clauss Leggewie auch den Elitebegriff, den er allerdings demokratisch geerdet wissen will.
Peter Löser und Daniel Peters, beide private Podcaster, erklärten was Podcasts überhaupt sind und stellten das Projekt "Themencast" zur Bundestagswahl vor. Sie sehen in Podcasts eine Alternative zum Radio, denn sie seien "Special Interest Medien", die über eine schier unendliche Vielfalt an Themen und Sparten verfügen. Jede und jeder könne relativ einfach selbst Podcasts produzieren und so selbst zum Sender von Informationen, Anliegen und Sichtweisen werden.
Alexander Wunschel betreibt selbst den Podcast Markendreiklang. Er spürte mit seinem Vortrag den wirtschaftlichen Möglichkeiten von Podcasts nach. Er zeigte Beispiele erfolgreicher Podcaster - vor allem aus den USA. Die werbetreibende Wirtschaft verhalf beispielsweise dem Vater der Podcast-Idee, Adam Curry, zu beträchtlichem finanziellen Erfolg. Was zunächst als "Party" begann, entwickelte sich zumindest für ihn zum Goldesel.
Professor Thomas Pleil mit einer Professur für Public Relations an der Fachhochschule Darmstadt betrachtete Podcasts aus einer wissenschaftlichen Perspektive. Verschiedene Aspekte seien beim Podcasting besonders bemerkenswert: Der freie Zugang des Pubikums zu Sendungen seiner Wahl, das Publikum gewinne die Autonomie der Auswahl zurück. Gleichzeitig seien Podcasts "audio on demand" und damit nicht nach einmaliger Ausstrahlung "versendet". Und schließlich werden Podcasts neuerdings auch als Marketing- oder PR-Instrument genutzt.
Autorin: Ingrid Bounin










