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Trommeln für Hiroshima

 

In Gonfreville (Normandie) diskutierten die Landgänger von "Peace Boat" in einem Workshop mit Vertretern der französischen NGO "Movement for Peace". Als Zeichen der Freundschaft überreichten die japanischen Gäste hunderte von gefalteten Papier-Kranichen. Junge japanische Trommlerinnen und Trommler trommelten als Zeichen der internationalen Verbundenheit und in Erinnerung an die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki eindringliche akustische Sequenzen.

 

Origami ist die Kunst des japanischen Papier-Faltens. Üblicherweise werden quadratische Blätter als Ausgangsmaterial verwendet, und ohne Hilfe von Schere und Klebstoff entstehen kunstvolle dreidimensionale Objekte. Bekannte traditionelle Origami-Motive sind Tiere, Vögel, z.B. Tsuru (Kranich) und Gegenstände wie Kabuto (Helm).

 

Der Ursprung des Origami liegt möglicherweise im zeremoniellen Falten von Papier (Noshi), das in der Muromachi-Ära (1338-1573) erstmalig praktiziert wurde. Nach anderen Quellen stammt die Kunst ursprünglich aus China und wurde durch Mönche in Japan verbreitet. Dort erlebte sie in der Muromachi-Periode (1338-1573) eine erste Blüte und in der Edo-Periode (1603-1867) eine zweite. Die europäische Papierfaltkunst (spanisch: pajarita, französisch: cocotte), hat ihren Ursprung im 16. Jahrhundert.

 

 

Nach alter japanischer Legende bekommt derjenige, der 1000 Origami-Kraniche faltet, von den Göttern einen Wunsch erfüllt. Seit dem Tode des Atombombenopfers Sadako Sasaki, die mit dem Falten von Origami-Kranichen vergeblich gegen ihre durch die Strahlung verursachte Leukämie-Erkrankung ankämpfte (sie faltete vor ihrem Tod 644 Kraniche), sind Origami-Kraniche auch ein Symbol der Friedensbewegung und des Widerstandes gegen den Atomkrieg.

 

Auf dem "Peace Boat" wurde auch das berühmte Gedicht gegen Krieg und Gewalt von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1947 vorgetragen:

 

 

Ausschnitt aus dem Video ansehen (wmv, 657 KB)


Sagt nein!

 

Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen - sondern Stahlhelm und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie Dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Hasslieder singen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren - sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Schneider auf deinem Bett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, Du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransporter, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Mann auf dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:

Sag NEIN!

 

Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du am Hoangho und am Missisippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo - Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:

Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!

 

[gekürzt]

 

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