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Ideen für den Unterricht - Handy

Nicht erst seit dem Auftauchen gewalthaltiger Videos auf Schülerhandys wird in Schulen und Elternhäusern intensiv über den Handy-Gebrauch von Kindern und Jugendlichen diskutiert. Das Thema "Handy" stellt insgesamt neue Anforderungen an Pädagoginnen und Pädagogen. Im Unterricht kann es in verschiedenen Zusammenhängen thematisiert werden.

Die Bildungspläne der Fächerverbünde "Wirtschaft - Arbeit - Gesundheit" (Hauptschule), "Erdkunde, Wirtschaftskunde, Gemeinschaftskunde" (Realschule) oder auch im Bereich ITG (alle Schularten) sehen die Beschäftigung mit Massenmedien und ihren Wirkungen für den Einzelnen und für die Gemeinschaft vor.

Zu vier Aspekten rund ums Handy haben wir Ideen für den Unterricht zusammen gestellt.

Handy-Nutzung

Wofür benutzt man eigentlich sein Multifunktions-Handy wirklich. Bei Erwachsenen ist das meist rasch beantwortet: zum Telefonieren und SMS-Verschicken. Das war's bei den meisten. Wie sieht das bei Jugendlichen aus und welche möglichen Probleme können durch die Nutzung verschiedener Funktionalitäten entstehen?

 

Für die Bearbeitung und Diskussion dieser Aspekte anhand der Arbeitspapiere sollten zwei bis drei Unterrichtsstunden eingeplant werden.

 

Arbeitspapier Handy-Nutzung

 

Arbeitspapier Vor- und Nachteile der verschiedenen Handy-Funktionen

 

Exemplarisch ausgefülltes Arbeitspapier Vor- und Nachteile

 

Handy-Führerschein

Einen Handy-Führerschein für Grundschüler/innen (Klasse 3 und 4) hat das Informationszentrum Mobilfunk entwickelt. In der Unterrichtseinheit geht es nicht nur um technische Details, sondern auch um einen überlegten Umgang mit dem Handy. Zur Unterrichtseinheit "Handyführerschein".

 

Taschenfunk

Interessante Anleitungen und Unterrichtsmodule liefert das Projekt taschenfunk der Lernwerkstatt Rheinland-Pfalz. In der Handreichung "taschenfunk - Das Handy als Unterrichtswerkzeug" sowie in den Arbeitsblättern "Handys aktiv und kreativ einsetzen" finden sich medienpädagogische Methoden rund ums Handy.

 

Unterrichtsmodul Gymnasium

Eine einfache wie wirkungsvolle Unterrichtseinheit von Barbara Krug, die Schülerinnen und Schüler zur Reflexion über die Nutzung des Handys anregt, finden Sie in unseren Unterrichtsmodulen.

 

Tarif-Check

Einmal einen Vertrag abschließen oder eine Prepaid-Karte kaufen - womöglich mit günstigem oder kostenlosem Handy - und dann braucht man sich darum nicht mehr zu kümmern. Das wäre zwar schön, entspricht aber nicht der Realität. Bei den Tarifen der Handys ändert sich andauernd etwas und meist ist ein Tarif mit einem anderen kaum vergleichbar, weil viele Variablen im Spiel sind.

 

Um dies zu durchschauen und einen gewissen Überblick zu erhalten, bietet sich ein Tarif-Check an. Einplanen sollte man dafür zwei Unterrichtsstunden und ein wenig "Hausaufgabe" (zum Beispiel die Recherche der Einzelheiten des eigenen Handy-Tarifs).

 

Arbeitspapier Handy-Tarife

 

Schülerinnen und Schüler lernen auf Grundlage der Zusammenstellung Entscheidungen für einen Tarif begründet zu treffen und gegenüber Lockangeboten vorsichtig zu sein. Gleichzeitig machen sie sich die Kostendimension ihrer Handy-Nutzung gezielt bewusst.

 

Mehr zu Handys und den Kosten

 

Klingelton-Rallye

Ziel der Unterrichtseinheit ist es, die Schülerinnen und Schüler vor allem für die Problematik rund um Klingeltöne zu sensibilisieren und ihnen mögliche negative Erfahrungen zu ersparen. Notwendig ist dafür ein Computerraum mit Internet-Zugang und etwa zwei Unterrichtsstunden.

 

Ausgangspunkt für die Klingelton-Rallye könnte ein Artikel in Spreeblick sein, der Ende 2004 die Abzocke via Fernsehen und Handy ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückte. Jamba-Kurs.

 

Daran kann sich die Diskussion in der Klasse anschließen zu den Fragen:

1. Welche Klingeltöne nutzt ihr selbst?

2. Wie oft wechselt ihr eure Klingeltöne?

3. Woher bekommt ihr eure Klingeltöne?

4. Was hat der/was haben die Klingeltöne gekostet?

5. Seid ihr auch schon auf Klingelton-Abos reingefallen?

 

Daran schließt sich eine Internet-Recherche an mit der Aufgabe herauszufinden, was a) Klingeltöne und b) Klingelton-Abos im Netz in etwa kosten. Außerdem werden die Schüler/innen aufgefordert genau zu recherchieren, was die jeweiligen Anbieter von den Käufer/innen verlangen (außer dem Geld natürlich).

Vor allem auf die Datensammlung der Anbieter sollten die Schüler/innen aufmerksam gemacht werden. Handy-Nummer, E-Mail-Adresse etc. Die sind nämlich Grundlage für weitere Werbung per SMS, E-Mail oder Anruf.

 

Mehr zu Gewinn-SMS

 

Häufig werden Jugendliche mit Abos für Klingeltöne regelrecht abgezockt. Wie man ein solches Abo auch wieder kündigt, hat Handysektor in Bildgeschichten festgehalten, und zwar für die beiden größten Anbieter Jamba und ZED.

- Jamba-Abos kündigen

- ZED-Abos kündigen

 

Mehr zu Klingelton-Abzocke

 

Klingeltöne selber machen

Klingeltöne selber zu machen, könnte eine Unterrichtseinheit im Musikunterricht sein. Die Anleitung auf handysektor zeigt wie man Klingeltöne selber machen kann. Dazu wird in einzelnen Schritten erklärt, wie man das Programm Audacity installiert und damit eigene Klingeltöne erzeugt. Bei ringtonemaker bekommt man kostenlose Software, um am Rechner selbst Klingeltöne zu erstellen. Dort wird auch erklärt wie's gemacht wird und man erhält ein paar Grundsounds zum Remix.

 

Zwei Anleitungen für Synthesizer-Software finden Sie außerdem in unserem Themenbereich Audio.

 

Handy und Jugendmedienschutz

"Happy Slapping" und "Snuff-Videos" sind die Stichworte, die im Zusammenhang mit dem Jugendmedienschutz in letzter Zeit immer wieder fallen. Hier bietet sich eine offene Diskussion an, die verschiedene Aspekte berücksichtigt.

  • Was bedeuten die Wörter "Happy Slapping" und "Snuff Videos"? Hierzu hat das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen eine Information auch mit rechtlichen Hinweisen und Handlungsvorschlägen herausgegeben, die Grundlage für einen Einstieg sein könnte. Das Papier kann unter folgender Adresse abgerufen werden. Recht informativ ist auch ein Spiegel-Artikel, der Grundlage der Information sein könnte.
  • Habt Ihr selbst schon solche Videos aufs Handy bekommen?
  • Wie habt Ihr reagiert? Was habt Ihr getan?
  • Wenn ja, was haben die Bilder bei Euch ausgelöst?
  • Was kann man gegen solche Bilder tun? (siehe Arbeitspapier Vor- und Nachteile der verschiedenen Handy-Funktionen)
  • Informiert Euch über technische Möglichkeiten eurer Handys und welche technischen Möglichkeiten zur Abwehr solcher Bilder es gibt. Handy-Technik
  • Wie sieht die rechtliche Situation aus?

Weitere Informationen dazu befinden sich im Bereich Jugendmedienschutz:

Pro und Contra Handy-Verbot

Im Zusammenhang mit den Gewaltvideos hat Bayern ab dem Schuljahr 2006/2007 ein Handy-Nutzungsverbot für alle Schulen erlassen. Dieses Thema könnte als Recherche-Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler gegeben werden.

 

Welche Argumente werden für, welche gegen das Handy-Verbot ins Feld geführt? Ausgangspunkt für die Recherche könnten folgende Seiten sein:

Überblicksartikel der Netzzeitung

10 Gründe gegen ein Handyverbot

Interview mit einer bayerischen Schülervertreterin

Das Ganze eignet sich sogar für einen Deutschaufsatz im Bereich "Erörterung".

 

Foto: Wolfgang Schmidt

 

Weiter zu:

 

  • Handys und die Kosten

Autorin: Ingrid Bounin, MediaCulture-Online

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