Upload und Mashup Kultur
Medienproduktionen im Wandel
Multimediafähige Handys, Games und vor allem das Web 2.0 mit seinen interaktiven Angeboten und seiner Hypertextstruktur haben nicht nur die Jugendkultur verändert, sie revolutionieren auch die Vermittlung von kulturellen und pädagogischen Inhalten. Dabei führt das Internet bislang getrennte Medien zusammen, verändert das Lernen und die Wissensaneignung und stellt Pädagoginnen und Pädagogen vor die Aufgabe, die neuen Angebote sinnvoll und produktiv für die pädagogische Arbeit zu nutzen.
Die Fachtagung "Upload und Mashup Kultur - Medienproduktionen im Wandel" wandte sich an pädagogische Fachkräfte aus dem schulischen und außerschulischen Bereich, die mehr über die partizipativen Möglichkeiten des Web 2.0 sowie den Nutzen digitaler Medien für die Bildungsarbeit erfahren wollten. In Vorträgen wurde über Medienvorlieben von Kindern und Jugendlichen sowie neue pädagogische Ansätze informiert. In anschließenden Workshops konnten die Teilnehmer die neuen Instrumente praktisch kennenlernen und konkret ausprobieren.
Jugendliche im Web 2.0 - Ergebnisse der JIM-Studie
Communities machen einen Großteil der Web 2.0-Aktivitäten bei Jugendlichen aus - das besagt zumindest die JIM-Studie 2008. Dabei zeigen geschlechterabhängige Untersuchungen zum Beispiel, dass Mädchen vorsichtiger sind bei der Angabe ihrer Kontaktdaten als Jungen. Die ergänzende qualitative Umfrage (JIM-Plus-Studie) ergab unter anderem, dass viele Jugendliche bei der Internet-Nutzung bereits Erfahrung mit Verletzung von Persönlichkeitsrechten gemacht haben. So sagten beispielsweise 25% der Befragten, dass in ihrem Bekanntenkreis bereits jemand "richtig fertig gemacht" wurde in einer Community.
Ergebnisse der JIM Studie 2008 zur Web 2.0-Nutzung (mp3 | 8,4 MB)
• Folie zum Vortrag (pdf | 1,5 MB)
Jugend, mobil vernetzt und präsent - eine Herausforderung für PädagogInnen?
"Das Web 2.0 wird mobil" - die neuesten Mobiltelefone sind inzwischen mobile Multimedia-Computer. Eine große Herausforderung für die Pädagogik stellt dabei der sogenannte "Clash of Realities" zwischen den Digital Immigrants und den Cyberkids dar. Um diesen zu überwinden spricht Wolfgang Schindler daher von einem Paradigmenwechsel, der sich in der Didaktik ergeben sollte: Vom Schulen zum Gestalten von Lernumgebungen, vom Be-Lehren zum Begleiten beim Navigieren. Dabei muss ein Lehrer nicht länger Nadelöhr sein, sondern sollte lernen zu delegieren und das Know-how seiner Schüler als Bereicherung in den Unterricht integrieren. Die digitale Spaltung zwischen Cyberkids und Digital Immigrants könnte zudem durch präsente und kompetente Pädagogen überwunden werden, die selbst Lernumgebungen als Fortbildung gebrauchen.
Jugendliche, mobil vernetzt und präsent - Teil 1 (mp3 | 14,3 MB)
Jugendliche, mobil vernetzt und präsent - Teil 2 (mp3 | 13,5 MB)
Handys in der pädagogischen Praxis
In ihrem Vortrag stellt Nina Brieke das Pilotprojekt "Handys kreativ nutzen" vor, bei dem Jugendliche an Freiburger Schulen Kurzfilme mit der Handykamera produzierten. Wichtig für das Projekt war die Vermittlung filmischen Arbeitens und der bewusste Einsatz des Mediums, das geplante Filmen von Szenen statt bloßes "Draufhalten". So entwickelten die Schülerinnen und Schüler anhand des vorgegebenen Themas ihre Geschichte und erstellten dann ein Storyboard. Als Auftakt führte Nina Brieke zunächst in die Filmanalyse ein, wobei sie Grundtechniken wie Kameraeinstellung, Perspektive und Schnitt erläuterte. Zudem klärte sie die Schüler über Datenschutz und Persönlichkeitsrechte auf, woraufhin die Teilnehmer an der einen oder anderen Stelle ihr Recht am eigenen Bild geltend machten.
Als Beispiel für ein gelungenes Projekt zeigt Brieke zum Abschluss den Handyfilm
"Bewerber auf Umwegen" (wmv | 13 MB), der auf soundnezz veröffentlicht ist.
Handys in der pädagogischen Praxis (mp3 | 14,1 MB)
• Tipps zur Handy-Filmarbeit (pdf | 141 KB)

















