Vergleich und Metapher
Der Vergleich ist ein konstituierendes Stilmittel der Rhetorik und dient der Erhöhung der Anschaulichkeit, die sich im tertium comparationis verbinden müssen.
Beispiele:
Wilhelm Tell vergleicht bei Schiller mit den Worten:
"Hier [in der Heimat] sind die starken Wurzeln deiner Kraft; dort in der fremden Welt stehst du allein, ein schwankend Rohr, dass jeder Sturm zer

- © dpa. Die Freilichtbühne Spandau probt "Wilhelm Tell"
Im Psalm 103 lautet der Vergleich:
"Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über alle, die ihn fürchten."
Es gibt viele vergleichende Redewendungen:
Er fühlt sich wie im Himmel.Sie spielt wie ein Weltmeister.
Stella schwimmt wie ein Fisch.
Ging man früher in Anlehnung an die antike Rhetorik Quintilians noch davon aus, dass die Metapher ein um die Vergleichspartikel gekürzter Vergleich sei, hat sich heute die Auffassung durchgesetzt, dass zwischen der Metapher und dem Vergleich deutliche Unterschiede bestehen.
Der Vergleich besitzt mindestens einen Vergleichspunkt, meistens einen Vergleichspartikel und belässt die verglichenen Gesichtspunkte in ihrer Selbständigkeit.
Die Metapher fügt die miteinander vergleichenden Bestandteile zu einer neuen semantischen Einheit. Ihre Bestandteile werden somit in eins gesetzt und wirken in ihrer neuen Bedeutung auf- und gegeneinander ein.
Ebenso wenig wie die Auffassung, bei der Metapher handle es sich quasi um eine besondere Form des Vergleichs, kann die Metapher einfach als ein Wort verstanden werden, das in einem übertragenen Sinn verwendet wird. Nach Quintilian entsteht die Metapher aus einem abgekürzten Vergleich, indem Wörter aus dem eigentlichen Bedeutungskontext auf einen neuen übertragen werden. Beispiele:
Fuchs = listiger MenschSchiff der Wüste = Kamel
Flussbett
Stuhlbein
Mondsichel






