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Wilhelm Busch

* 15. April 1832 - † 9. Januar 1908

Genialer Zeichner, heimlicher Landschaftsmaler, Dichter für alle Lebenslagen: Wilhelm Busch (1832-1908), der Querkopf aus der niedersächsischen Provinz, war eine Jahrhundert-Begabung. Die Streiche seiner berühmten Lausbuben "Max und Moritz" amüsieren seit Jahrzehnten Leser in aller Welt, Zitate wie «Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör» aus der «Frommen Helene» wurden zu geflügelten Worten.

 

Mit kaltem, sezierendem Blick nimmt der Krämersohn aus Wiedensahl bei Hannover die Spießbürger seiner dörflichen Umgebung aufs Korn: Ungezogene Kinder, prügelnde Eheleute, versoffene Pfarrer, scheinheilige Betschwestern und immer wieder Tierquäler. In seinen Bildergeschichten hält er brutale Todesarten fest: «Max und Moritz» werden - «rickeracke» - in der Mühle zermahlen, die «Fromme Helene» kommt im Suff einer Kerze zu nah: «Hier sieht man ihre Trümmer rauchen, der Rest ist nicht mehr zu gebrauchen», reimt Busch dazu. Andere Figuren werden in die Luft gesprengt, plattgewalzt, geköpft oder an der Nase aufgehängt.

 

Es sind dieselben Effekte, die einem heute noch beim Zappen durch die Fernsehprogramme begegnen: etwa in Zeichentrickfilmen à la «Tom und Jerry» oder der provozierenden MTV-Show «Jackass». Dabei zuschauen, wie andere körperliche Schmerzen erleiden, ruft eine gewisse Angstlust hervor. Buschs Komik, die auf Schadenfreude setzt, hat Comic-Autoren in New York und sogar Filmemacher in Hollywood beeinflusst. Sie kopierten Anfang des 20. Jahrhunderts typische Elemente - etwa verknotete Arme und Beine. (Christian Sticht, dpa)

 

 

Max und Moritz multilingual

In zahlreiche Sprachen und Dialekte wurden die Streiche der rebellischen Jugendlichen Max und Moritz übersetzt. Einen Einblick in die französische, englische, ungarische und spanische Version geben wir hier, wobei wir den Einstieg in Esperanto machen. mehr...

Autobiografisches

Seine kurze Autobiografie beginnt Wilhelm Busch mit Streichen aus Kindertagen, die an die Geschichten von Max und Moritz erinnern. Diese Fassung stammt von 1894 und wurde durch einige Abschnitte einer früheren Fassung von 1893 ergänzt.

 

Wilhelm Busch:

Von mir über mich (mp3, 19 MB)

 

Gelesen von Christian Hörburger.
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