Wo ist - was ist - warum ist ...? Hää ...? (Video)
Grundannahme ist, dass Leute, denen eine wichtige Frage gestellt wird, diese nicht beantworten können und darüber hinaus auch das selbe Problem haben. Für die Frage stehen alle Sprachen, die in der Gruppe gesprochen werden, zur Verfügung. Die Sprache der Antwort richtet sich nach der Frage.
Das Spiel funktioniert mit jeweils zwei Aufnahmeeinstellungen, zwischen denen die Kamera immer hin- und herschwenkt. Dabei bieten sowohl die Frageszenen als auch die Antwortszene jeweils textliche und bildszenische Überraschungen.
Gleichbleibendes Ambiente / Ablauf in allen Szenen:
Eine Person betritt plötzlich ein Zimmer, stellt eine Frage, etwa "Wo ist der Chef?". Die Angestellten, als lockerer Haufen liegend, lümmelnd, dösend, antworten im Chor: "Wissen wir nicht!" oder "Ist heute auf Reisen!" oder "Hat gekündigt". - Diese Szene beinhaltet mehrere Überraschungsmomente. Wer kommt zur Tür herein? Welche Frage wird gestellt? Wie reagieren die Befragten?
Inszenatorische Pointe:
Der Witz an der Sache ist, dass die Befragten das selbe Problem haben und es, bevor sie reagieren, mit ihrer Körperhaltung und Tätigkeit vorwegnehmen. Der Schwenk der Kamera von Fragestellerin oder Fragesteller zu den Befragten ist daher ein zentraler und spannender Moment in diesem Spiel.
Ideenfindung:
Die Kinder erfinden gemeinsam einige Fragen und passende Reaktionen, die notiert und übersetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass alle vorhandenen Sprachen miteinbezogen werden.
Beispiele für Fragen und Reaktionen:
Frage: "Was ist mit der Heizung los?"
Antwortende frieren, zittern, teils in Decken gehüllt: "Wissen wir nicht!"
Frage: "Wo ist meine Brotzeit?"
Antwortende kauend sich den Mund abwischend: "Ach so, das war Ihre?"
Frage: "Warum sind meine Haare nass?"
Antwortende mit aufgespannten Regenschirmen: "Schauen Sie mal nach oben!"
Fragende oder Fragender hat den Pullover über den Kopf gezogen, sodass es aussieht, sie oder er hätte keinen Kopf: "Wer war das?"
Antwortende ebenfalls 'ohne Kopf': "Das wollten wir Sie gerade fragen!"
Frage: "Wo ist das WC?"
Antwortende, die es sichtlich drängt, ihr Geschäft zu verrichten: "Ja, wo, wo?"
Aufteilung in verschiedene Sprachen:
Wenn beispielsweise eine Frage auf türkisch gestellt wird, müssen die Befragten gemeinsam türkisch antworten. Das ist nicht schwer, weil die Antwortsätze jeweils kurz sein sollen. Auch könnte oft das Stereotyp "Wissen wir nicht!" eingesetzt werden. Nun muss geklärt werden, welche Fragen in welcher Sprach gestellt werden sollen. Dabei ist darauf zu achten, auch Sprachen, die in der Minderheit sind, miteinzubeziehen. Oft kommt es vor, dass zum Beispiel nur ein Kind Albanisch oder Ghanesisch spricht. Diese Kinder sollte auch die Chance bekommen, ihre Frage in der Muttersprache formulieren und die Antwort in ihrer Sprache hören zu können (z.B. Kurdisch mit chinesischem Akzent). Fragen und Antworten werden als Gedächtnishilfe notiert.
Einstellung der Kamera auf dem Stativ: Die Kamera wird an einem Punkt auf Stativ fix eingerichtet, von wo zuerst die Tür und nach einem Schwenk die Antwortgruppe gut erfasst werden kann.
Inszenierung und Probe:
Jede Szene wird geprobt und nachher gleich aufgenommen. Es handelt sich um ein einfaches Solo-Chor-Wechselspiel (Frage wird vom Chor beantwortet). Die Fragestellerin oder der Fragesteller probt Frage gleich in der richtigen Handlung, d.h. sie oder er kommt zur Tür herein und fragt. Auf der anderen Seite gruppiert sich die Antwortgruppe in bestimmten Posen, mit bestimmten Requisiten und reagiert auf die Frage in der Sprache der Frage.
Timing zwischen Frage und Antwort: Nach der Frage darf nicht sofort geantwortet werden. Denn die Kamera muss zuerst auf die Befragten schwenken, dann erst kann geantwortet werden. Vielleicht wäre hier ein Zeichen der Person, die die Kamera führt, günstig.
Die Aufnahme:
Auch hier muss das Timing passen. Die Fragestellerin oder der Fragesteller wartet vor der Tür und erhält z.B. den Ruf "Drei Sekunden!". Das Kind vor der Tür weiß, dass es in drei Sekunden eintreten kann. Unmittelbar nach dem Ruf wird der Aufnahmeknopf gedrückt. Das Kind tritt ein, stellt seine Frage. Danach schwenkt die Kamera auf die Befragten. Diese erhalten ein Zeichen, auf welches sie antworten, dann aber weiterspielen, je nachdem, was ausgemacht war. Die Aufnahme wird beendet, während die Kamera auf den Befragten bleibt. Erst nachher wird sie wieder in Ausgangsposition - d.h. auf die Tür - gerichtet, und die nächste Szene kann geprobt und aufgenommen werden.
2 Sekunden warten - dann Abschalten der Aufnahme: Auch hier ist es gut, 2 Sekunden verstreichen zu lassen, ehe abgeschaltet wird. Manche VHS-Kameras spulen nämlich bei "Stopp" ein wenig zurück, und so könnten die letzten Sekunden der Aufnahme bei einer neuerlichen Aufnahme gelöscht werden.
Laut sprechen:
Da in den meisten Fällen nur das Mikrofon auf der Kamera die Stimmen der Akteurinnen und Akteure aufnimmt und die Kamera weiter von ihnen entfernt ist als bei Tonaufnahmen, sollen die Kinder laut sprechen, damit sie deutlich verständlich sind.
Ansehen der Aufnahme:
Die Kamera wird nun an den Fernsehapparat angeschlossen. Die Aufnahme wird mindestens zweimal vorgespielt. Da hier die Thematik - d.h. die Frage - mit der jeweiligen Inszenierung eng verbunden ist, wird durch die Körperhaltung die anderssprachige Frage besonders interessant und sicherlich hinterfragt werden.
Technische Tipps zu Beleuchtung:
Eine Zusatzbeleuchtung ist nicht erforderlich, wenn das Frage stellende Kind vollständig in den Raum tritt. Bleibt es in der Tür stehen, könnte ein ungünstiger Schatten fallen. In den meisten Fällen reicht die Raumbeleuchtung. Werden Scheinwerfer eingesetzt, ist darauf zu achten, dass die die Kinder nicht frontal treffen, sondern an ihnen vorbei leuchten. Um eine Person möglichst plastisch herauszuarbeiten ist es ratsam, den Hintergrund zu beleuchten.
Erweiterungsmöglichkeiten:
Erweiterungsmöglichkeiten liegen am ehesten im pantomimischen Spiel, sprachliche Erweiterungsmöglichkeiten liegen beim Kind, welches die Fragen in seiner Muttersprache stellt.
Rahmenbedingungen für das Projekt "Wo ist - was ist - warum ist ...? Hää ...?"
| Allgemeine Ziele | Kennenlernen der Sprachen, Frage und Reaktion. |
| Themen | Alltägliche Situation humorvoll aufbereitet. |
| Spielergebnis, Produkt | Videoaufnahme |
| Präsentationsmöglichkeit | Intern für die Klasse bzw. Gruppe, auch präsentierbar im Rahmen bestimmter Veranstaltungen. |
| Sprachen | Vielsprachig |
| Arbeitsweise | Arbeit mit der gesamten Gruppe. |
| Teilnehmer | 15 bis 20 Kinder. |
| Alter der TN | 9 bis 13 Jahre. |
| Dauer | 3 (Schul-)Stunden mit Pause. |
| Betreuungspersonen | Zwei Betreuungspersonen. |
| Geräte | Eine Videokamera mit Stativ, ein Fernsehapparat (Bildschirm). |
| Vorbereitungszeit/Vorkenntnisse | Handhabung der Geräte und Verbindungen (Aufnahme, Wiedergabe). |
| Räumlichkeiten | Ein Innenraum sowie ein Vorraum oder Flur, der mitgenutzt werden kann, eventuell Requisiten |
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