14.06.2013
Medienbildung im Fremdsprachenunterricht

Bild: Jurek Durczak; Lizenz: CC BY-NC 2.0
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Bild: Jurek Durczak; Lizenz: CC BY-NC 2.0

Bild: Chris Pirillo, Lizenz: CC BY-NC-ND
Dr. Frederic Vobbe arbeitet bei Zartbitter e.V., Kontakt- und Informationstelle gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen. Er ist dort Berater, gibt Fortbildungen und wirkt an der Herstellung von Präventionsmaterialien mit. Sexualisierte Gewalt im Netz ist einer seiner Arbeitsschwerpunkte. Im Rahmen der Jahrestagung der Aktion Jugendschutz im März 2013 zum Thema Cybermobbing hat er einen Workshop mit dem Titel “…wirklich virtuell? – Schutz vor sexualisierter Gewalt im Netz” angeboten. Im Interview mit Bianca Post berichtet er u.a. über sexualisierte Gewalt im Netz durch Jugendliche und den sensiblen Umgang mit Betroffenen. Den ganzen Beitrag lesen »

Das Spielfeld – Bild: Katrin Schlör; Lizenz: CC BY-ND

Bild: Fiona Hodge; Lizenz: CC BY
“Film ist das virtuelle Gedächtnis der Gesellschaft” – so entschieden formulierte es Doktor Reiner Ziegler, vom Haus des Dokumentarfilms beim Fachtag Geschichte: Medien im Geschichtsunterricht des Stadtmedienzentrums Stuttgart am 15. Mai 2013. Thema der Tagung war der Einsatz von Film- und Bildmaterial im Geschichtsunterricht im Allgemeinen und der Zugang zur Zeitgeschichte mittels Medien im Besonderen. Am Vormittag beschäftigten sich drei Vorträge ausschließlich mit dem Medium Film, am Nachmittag ging es dann um den praktischen Unterrichtseinsatz ganz unterschiedlicher Medien.
Der Gastgeber Johannes Gienger, Leiter des Stadtmedienzentrums Stuttgart am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, ist übrigens seines Zeichens selbst ein überaus medienaffiner Lehrer; so hat er schon vor Jahren begonnen, konsequent computergestützt zu unterrichten und seine Klassen ihre Schulhefte durch Blogs ersetzen zu lassen, wie wir hier berichteten.
Spielfilme im Geschichtsunterricht
Hanns-Georg Helwerth ist der Spezialist für die Filmbildung am Landesmedienzentrum, hat zudem selbst einst Geschichte studiert und referierte folgerichtig über den Einsatz von Spielfilmen im Geschichtsunterricht. Die enorme Bedeutung der Filmbildung resultiert ihm zufolge daraus, dass Film das Bild präge, das Kinder und Jugendliche von der Welt haben. Dies gelte natürlich auch für das Bild der Welt von gestern, die Geschichte. Zudem mache Film und Fernsehen einen Großteil der Freizeitbeschäftigung der Heranwachsenden aus, weshalb die Beschäftigung damit im Unterricht unerlässlich sei. “Film sollte gelernt werden, so wie Kinder lesen, schreiben und rechnen lernen”, so Helwerth.Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Im Klassenzimmer sitzen 26 Schülerinnen und Schüler, sie alle haben ein privates Smartphone, ein eigenes Tablet oder einen eigenen Laptop dabei. All diese mobilen Geräte haben Internetzugang über das schulische WLAN und ein schulischen Server vernetzt all diese Geräte. Während des Unterrichts kann jederzeit – je nach Bedarf – auf die Geräte und damit auf das Internet oder eine schulische – oder auch externe – digitale Lernplattform zugegriffen werden.
Vielfach ist dieses Szenario noch Zukunftsvision in deutschen Schulen, „doch in diese Richtung sollte es gehen“, meinte Professor Michael Kerres auf der Tagung “Neue Werkzeuge – neue Möglichkeiten? Schulisches Lernen zwischen Zukunftsperspektive und Wirklichkeit” in Kiel. Er schwärmte geradezu von getrennt voneinander arbeitenden, aber prinzipiell offenen Servern, die strukturiert und auf rechtlich abgesicherte Weise zusammenwirken und Lehrkräften wie Schülern im Unterricht zur Verfügung stehen. „Ihr / Dein Computer ist willkommen oder bring your own device“ ist die Philosophie, die schulischerseits dahinter stehen muss.“Neue Werkzeuge – neue Möglichkeiten? Schulisches Lernen zwischen Zukunftsperspektive und Wirklichkeit”. So heißt die Tagung, auf der MediaCulture-Online in Kiel unterwegs ist. Es geht um digitale Medien im Unterricht, es geht um erforderliche Infrastruktur und neue Lernszenarien, es geht um mobiles Lernen. Den ersten Vortrag hielt Professor Rudolf Kammerl von der Universität Hamburg.
Seine Hauptfrage: Was wurde in den letzten 20 Jahren bei der Integration digitaler Medien an Schulen erreicht? Immerhin: Die Nutzung digitaler Medien im Unterricht nimmt zu. 82 Prozent der Kinder arbeiten mit dem PC für die Schule. Es gibt mittlerweile positive Beschlüsse – etwa der Kultusministerkonferenz vom 8.3.2012 – in denen Medienbildung als unverzichtbar beschrieben wird. Obwohl Rudolf Kammerl durchaus positive Ansätze sieht, die in den vergangenen 20 Jahren Einzug in der Schule gehalten haben, sieht er noch großen Handlungsbedarf, denn:Es gibt also noch viel zu tun.
Jedem, der bereits in der Videoarbeit mit Kindern und Jugendlichen tätig war, wird die Situation bekannt vorkommen: Zur Vertonung des eigenen Werks, das natürlich auf YouTube veröffentlicht werden soll, wird arglos Musik von Rihanna oder Katy Perry herangezogen. Wie macht man dem kreativen Nachwuchs nun klar, dass das nicht geht – und vor allem warum? Dieser Frage haben sich die Masterstudentinnen Susan Panzer und Annika Schulz von der Uni Leipzig angenommen und mit technischer Unterstützung der Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK) einen Lege-Trickfilm dazu gedreht. Die beiden studieren Kommunikations- und Medienwissenschaft mit Schwerpunkt Medienpädagogik beziehungsweise Angewandte Medien- und Kulturwissenschaft und haben bereits zuvor im Rahmen eines gemeinsamen Praktikums bei den SAEK einen ähnlichen Film produziert.
Musik trifft Urheberrecht richtet sich an Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse. Die Figur Prof. Peter Schlau erklärt darin anschaulich und kindgerecht, wie das Urheberrecht der willkürlichen Verwendung von Musik in eigenen Produktionen im Weg steht und welche Gründe es dafür gibt. Dass man deshalb nicht verzagen muss, zeigt die zweite Hälfte des Films, in der das Prinzip freier Lizenzen am Beispiel von Creative Commons dargestellt wird. Dabei gibt es auch Tipps für das Auffinden freier Inhalte.
Folgerichtig wurde auch das Filmchen selbst unter einer CC-Lizenz veröffentlicht.
Was heißt Medienbildung im Deutschunterricht?
Wie viel Medien gehören in den Deutschunterricht? Anders als beim Leitmedium Buch, dessen Relevanz niemand bezweifelt (unabhängig vom guten oder weniger guten Inhalt), gehen beim breiteren Medienbegriff die Gefühle hoch – auch in der Deutschdidaktik. Werden Medien dann doch thematisiert, scheint die Flut uferlos: Theater, Internet, Film, Hörspiel, Buch, Recherche, Kommunikation, Medienrecht, globalisierte Märkte, medienkonvergente Rezeption, Mediengeschichte, Produzent, Rezipient, Produkt, verschiedenste Geschichten, Sender, und und und – es hat jedoch wenig Sinn, diese Liste fortzusetzen. Denn in jeden Bereich des Lehr- oder Bildungsplanes – und zwar von Anfang an – passen Medien hinein. Medien sind kein Additum – Deutschunterricht ist immer medial. Man lernt mit Medien über Medien. Es gibt keinen Bereich des Deutschunterrichts, der nicht sinnvoll mit Medien gestaltet werden kann. Fast immer sogar mit digitalen Medien. Alle Themen und Geschichten, Lesen, Schreiben, Zuhören, Präsentieren – Reflexion über Sprache, Methodentraining – egal, welcher Lehr- und Bildungsplan: Medien in ganzer Breite gehören hinein.
“Haben Sie Ihr Smartphone im Griff?”, fragte provokativ Mike Kuketz zu Beginn seines Vortrags. Vor rund 50 Medienpädagoginnen und Medienpädagogen des Landesmedienzentrums zeigte der Informatiker und IT-Sicherheitsexperte am 23. April 2013 im Rahmen eines Weiterbildungstages, was Apps wirklich tun. Denn die Funktion, für die wir die Apps installieren (zum Beispiel Chatten, Spielen oder Taschenlampe), ist nur ein Teil ihrer Aktivitäten. Im Hintergrund können die Apps auf unseren Handys noch wesentlich mehr anstellen.
Apps sind aktiver, als wir glauben
Jeder, der eine App auf seinem Handy installiert, wird (zumindest bei Android-Geräten) vor der Installation darauf hingewiesen, zu was die App berechtigt ist. Dabei kann man nur allen Berechtigungen generell zustimmen – oder eben die App nicht installieren. Für Kuketz ist ganz klar, dass die meisten User diesen Berechtigungskatalog nur kurz überfliegen – und dann zustimmen! Ohne letztlich zu wissen, was sie da akzeptieren. Den ganzen Beitrag lesen »