16.05.2012
re:publica 2012 – Reflection
Übermorgen.TV – Nichts Neues aus der Zukunft

Bild: thilo_specht, Lizenz: cc
Diskussionen um das Urheberrecht, die angemessene Vergütung von Künstlern, um ACTA und um alternative Modelle wie die Creative-Commons-Lizenzen waren zahlreich und allgegenwärtig. Alles wiederzugeben würde den Rahmen sprengen, wirklich neue Aspekte zum Thema habe ich jedoch nicht gehört. Deshalb an dieser Stelle einfach ein paar nette Zitate:
Johnny Haeusler:
“War früher bei uns auch schon so, nach einem Konzert gab’s Leute die gesagt haben: ‘Voll geil, ich habe alle eure Platten auf Kassette!’”
Conrad Fritzsch:
“Man kann aber auch nicht denken, man schreibt einen Hit und lebt dann davon. Ein Bäcker kann auch nicht sagen, ich backe ein Brot und leb’ dann davon.”
Das schönste Zitat zum Thema fiel aber ausgerechnet im Panel über Foodblogs, denn Rezepte sind nicht urheberrechtlich geschützt. Vijay Sapre dazu:
“Wo kämen wir denn auch hin, wenn wir für jede Bechamel etwas abdrücken müssten?”
Speziell um Open-Content-Lizenzen, die mittlerweile das mit Abstand am weitesten verbreitete Lizenzierungsmodell für freie Inhalte darstellen, ging es dann auch noch bei Dr. Till Kreutzer und Matthias Spielkamp von iRights.info. Die Verbreitung der Werke ist dabei explizit von den UrheberInnen gewünscht, um die darin befindlichen Informationen einer digitalen Allmende zuzuführen. Kreutzer: “Kontrollverlust ist einer der wesentlichen Hintergründe dieser Lizenzen.” Neu und hervorhebenswert ist in diesem Zusammenhang, dass es jetzt eine brandneue Broschüre speziell zur CC-Lizenz “nicht-kommerzielle Nutzung” gibt: “Freies Wissen dank Creative-Commons-Lizenzen. Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung ‘nicht-kommerziell – NC’”, verfasst von Rechtsanwalt Dr. Paul Klimpel (iRights.info), herausgegeben von der Wikimedia Deutschland.
Soylent green, äh, the internet is people
In seiner unnachahmlichen Art legte Felix Schwenzel in seinem Vortrag soylent green, äh, the internet is people! dar, warum die Unterscheidung in virtuelle und reale Welt eigentlich nicht möglich ist. Schließlich sei es ein “Bug in der menschlichen Firmware, dass man Dinge als real ansieht, die es gar nicht sind.” Als Beispiel dafür zog er die EHEC-Panik im letzten Sommer heran, die uns tatsächlich dazu brachte, Angst vor Gurken zu haben. So gesehen sind wir es eigentlich gewohnt mit Virtualität umzugehen, egal ob es sich um die Inhalte von Büchern oder eben um “gefährliche” Gurken handelt. Nur weil die digitale Welt neu ist, erscheint uns die Virtualität plötzlich als etwas Besonderes. Um seine ausgefeilte Argumentationskette etwas abzukürzen, hier noch seine Zusammenfassung: Realität sind andere Menschen, das Internet besteht aus Menschen, also ist das Internet real.
Standardsituationen der Technologiebegeisterung

Bild: Alexander Svensson, Lizenz: cc
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