Landesmedienzentrum Baden-WürttembergMediaculture online

Christine Sattler

Geocaching: Auf Schatzsuche in Lahr

Beim Geocache in Lahr lernen Schüler die Geschichte der Stadt kennen

Mittlerweile wundert sich niemand mehr über Menschen, die im Wald, auf öffentlichen Plätzen, unter Parkbänken oder in Hecken die Umgebung absuchen. Geocaching hat sich vom Hobby für Freaks und Nerds zum Volkssport entwickelt. Dass Cachen nicht nur Spaß macht, sondern man dabei auch etwas lernen kann, haben Schülerinnen und Schüler aus Lahr erlebt und ihre Stadt neu kennengelernt.

„Wie viele Stufen führen auf den Turm der Kirche St. Peter und Paul?“, „Wann wurde die Stadtmauer erbaut?“ oder „Wie hieß der Sonnenplatz früher?“ – Wer diese und weitere Fragen richtig beantwortet, erhält Stück für Stück die Koordinaten eines neuen Geocaches in der Lahrer Innenstadt und kann am Ende einen Schatz finden. Entwickelt haben diesen Geocache die beiden Schüler der Otto-Hahn-Realschule Lahr Tunahan Yildirim und Thomas Mietla. Mit viel Begeisterung und Engagement haben die beiden in ihrer Freizeit Fragen für den Geocache überlegt, eine Route überlegt und den Schatz versteckt. Unterstützt und angeleitet wurden sie dabei von Heiko Wolf, Medienpädagoge vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ). Tunahan und Thomas sind ausgebildete Schüler-Medienmentoren und konnten ihr Expertenwissen bei diesem Projekt praktisch einsetzen.

Am letzten Schultag (25. Juli 2012) war es soweit: Das Geocache wurde auf seine Praxistauglichkeit hin überprüft. Gemeinsam mit Heiko Wolf organisierten Tunahan und Thomas eine Geocaching-Tour für sechs Schülerinnen und Schüler der Sprachheilschule Dinglinger Haus. Ausgerüstet mit GPS-Geräten machte sich die Gruppe auf die Suche nach dem Schatz. Ziel der Tour war es, den Schülern die Geschichte der Stadt näherzubringen. Das Besondere an diesem Cache: Nur wer die Fragen an den verschiedenen Stationen der Route richtig beantwortet, erhält die Koordinaten des Verstecks. Unter der Begleitung der Medienmentoren, des Kontaktlehrers und Heiko Wolf erlebten die Schüler des Dinglinger Haus einen spannenden Tag auf der Suche nach dem Geocache-Schatz. Nachdem alle Rätsel gelüftet waren, wurden die Teilnehmer mit dem Schatz belohnt und alle waren sich einig, in Zukunft öfters Geocaches in der Lahrer Umgebung zu suchen und finden.

Wie man eine Gruppe leitet und ein Medienprojekt wie dieses auf die Beine stellt, haben die beiden Schüler der Otto-Hahn-Realschule im letzten Schuljahr beim Schüler-Medienmentoren-Programm (SMEP) des LMZ gelernt. Unter dem Motto „Wissen nicht für sich behalten, sondern weitergeben“ bildet das LMZ im Auftrag des Kultusministeriums mit dem Schüler-Medienmentoren-Programm Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren zu Experten in Sachen Medienproduktion, Medienschutz und Medienanalyse aus. Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie eigenverantwortlich eine AG oder ein Projekt leiten und wie sie ihr Wissen an Gleichaltrige und Jüngere weitergeben können. Das Geocache-Projekt in Lahr wurde zudem von der Landeszentrale für politische Bildung (LpB) gefördert.

  • Lehrkräfte aus Lahr, die interessiert daran sind, mit ihrer Klasse und unterstützt durch die Schüler-Medienmentoren an der Geochaching-Tour in Lahr teilzunehmen, finden hier nähere Infos: www.dermedienwolf.de
  • Lehrkräfte bzw. Schulen, die Schülerinnen und Schülern die Teinahme am Schüler-Medienmentoren-Programm ermöglichen möchten, wenden sich an Frau Bianca Post, Telefon: 0711 2850-877 oder E-Mail: bpost@lmz-bw.de
  • 2 Kommentare zu “Geocaching: Auf Schatzsuche in Lahr”

    1. oimalzvielnachdengtam 02.08.2012 um 10:39

      Beim Wandern im Schwarzwald ist mir ein ganz anderer Aspekt des Geocachings begegnet. Ein Einheimischer erzählte mir, dass der Landkreis das Geocaching verboten hat. Wir bitte, fragte ich, man will Schüler davon abhalten, solch sinnvolle Projekte wie das o.g. durchzuführen? Nein, war die Antwort, ganz andere sollen abgehalten werden: Die “Profigeocacher” kommen nämlich von nah und fern (zum Teil sogar aus dem Ausland) zumeist mit dem geländetauglichen Allrad-250-PS-Funjeep bzw. mit dem PKW. Im absolut besten Falle mit dem Fahrrad. Und das habe bei bestimmten Zielpunkten zu einer für Pflanzen, Tiere, Menschen, Einheimische und Landräte unerträgliche Verkehrsbelastung geführt. Tiens, wie der Franzose sagt, wer hätte von so sinnvollen medienpädagogischen Projekten wie dem oben beschriebenen auf solche Auswüchse geschlossen?

    2. [...] Geocaching-Projekt “Lahri sucht seinen Schatz” für SchülerInnen, Erstbegehung mit einer Klasse der Sprachheilschule Dinglinger Haus, 25.07. (LpB und LMZ, Lahr), Pressebericht auf MCO: “Auf Schatzsuche in Lahr…” [...]

    Trackback URI | Kommentare als RSS

    Einen Kommentar schreiben