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Christian Reinhold

Medienbildung a la Ché

Foto: Christian Reinhold, Juni 2010Während meines Urlaubs durfte ich in einem Computerraum einer kubanischen Grundschule Mäuschen spielen. Nicht unweit vom offiziellen Che-Guevara-Mausoleum werden knapp 150 Schüler unterrichtet. Ganze zehn Desktop-Rechner inklusive Tastatur und Lautsprecher gehören zur Ausstattung der Schule.
Nach der Verwendung gefragt, bekam ich von den Lehrern zu hören, dass die Computer nur außerhalb der normalen Unterrichtsstunden zur Verwendung kommen, wenn “mal etwas Zeit übrig bleibt”. Kommt einem bekannt vor!

Foto: Christian Reinhold, Juni 2010Der Blick auf den Stundenplan zeigt aber, dass mit 9 Doppelstunden pro Woche der Raum gut besetzt scheint. Das wohl bemerkt an einer Grundschule für 6- bis 10-Jährige. An der abgebildeten Wandzeitung (zur Vergrößerung anklicken) werden die wichtigsten Begriffe dargestellt: “Software”, “Hardware”, “Microsoft Word” und “Powerpoint” gehören zu den bekanntesten Vokabeln. Kommunismus und proprietäre Software sind also kein Widerspruch! Von meiner Begleitung wurde ich aber darauf hingewiesen, dass eine derartige gute Ausstattung in Kuba Seltenheitswert hat, welche auf die Nähe zu oben besagter Touristen-Attraktion zurückzuführen sei.

Foto: Christian Reinhold, Juni 2010Spannend war auch die an dem Tag stattfindende “Zeugnisausgabe”. Stramm stehen, Trommelwirbel, Flagge hissen, Nationalhymne intonieren: ein Freudenfest für jeden DDR-Nostalgiker. Weitere Programmpunkte: Verleihung der blauen Pionier-Schärpe, Saludieren, Marschieren und vor dem José Marti-Denkmal (kubanischer Poet und Nationalheld) eine Rose niederlegen. Einen tieferen Einblick in das kubanische Bildungssystem bietet der 2008 verfasste taz-Artikel “Schulen in Not – Lehrer auf Kuba verzweifelt gesucht” von Knut Henkel.

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