21.07.2010
Haptische Rückmeldung

Bild: Bilderheld, Lizenz: cc
In einer Dissertation an der TU Darmstadt hieß es schon im Jahr 2003 zu Touchscreens: Bildlich gesprochen soll der Benutzer „spüren“, dass er eine Taste gedrückt hat. Diese Anforderung wird von konventionellen, mechanischen Tasten erfüllt. […] Durch Gewohnheit, Training und Erfahrung hat der Mensch für die Handlung „Tastenbetätigung“ bei Gerätebedienungen ein entsprechendes inneres Modell aufgebaut, welches die Vorgänge unterbewusst ablaufen lässt. Dies ist jedoch nur gültig, solange die Sinneswahrnehmung des Menschen den Erwartungen des inneren Modells entspricht. An dieser Stelle unterscheiden sich Touch-Screens von herkömmlichen Tasten. Während heute Entwickler daran arbeiten, Touchscreens mit Tasten-Feeling auszustatten und erste Geräte mit dieser Technik auf den Markt kommen, halten die Tasten, die gar keine sind, immer weiter Einzug auch in Bereiche, in denen man sich eben nicht mehr aussuchen kann, ob man sie nutzen will oder nicht. Die Türen der neueren S-Bahnen geben die Rückmeldung nur noch über Lämpchen, ebenso gibt es mittlerweile Fußgängerampeln, bei denen man die Mensch-Maschine-Schnittstelle nur noch berühren muss. Sind die Sensoren billiger als eine Taste, auf die man draufhauen kann, oder glauben die Hersteller, uns damit einen Vorteil zu verschaffen? Wo auch immer die Gründe liegen, ich bleibe ein treuer Anhänger von Türgriffen in der S-Bahn und klassischen „Drückampeln“ und mein Telefon hat Tasten.






Alltagsbeobachtung: Auf die sensiblen tastenlosen Ampeln drücken Ungeduldige auch mehrmals und mit viel Druck drauf, weil sie hoffen, mehr Druck bringt schneller “grün”. Das gleiche Phänomen gibt es auch bei Touchscreen-Nutzern. Da hilft mehr Druck aber auch nix.
Gleichzeitig bin ich froh, über die neuen Iphones und anderen Smart-dingens-Handys, denn die unverbesserlichen Handy-mit-Tasten-Nutzer haben auch meist noch Tasten-TÖNE. Wer braucht das so? Außer für den Tetris-Handy-Tastenton-Remix
http://www.youtube.com/watch?v=4pgQqNb4_5E
Den effekt ich-hau-mehrmals-drauf-dann-gehts-schneller kann man an den abgebildeten gelben anpelknöpfen ständig beobachten. ich mach’ das im übrigen ebenfalls. ich weiß, dass es nichts bringt, aber wenn man schnell über die ampel will hat man wenigstens etwas, woran man seine ungeduld auslassen kann. da ist es gut, dass die mechanischen taste noch eine art reaktion von sich geben.